Fußball in Corona-Zeiten

„Hygienekonzepte müssen gelebt werden“

FLVW-Kreisvorsitzender Joachim Schlüter

FLVW-Kreisvorsitzender Joachim Schlüter

Foto: Michael Meckel

Kreis Olpe.  Der FLVW-Kreisvorsitzende, Joachim Schlüter dringend, die Corona-Hygienekonzepte zu befolgen, um einen Saisonabbruch zu vermeiden.

Das Corona-Virus hat den Spielbetrieb im heimischen Amateurfußball schon wieder schwer ins ins Straucheln gebracht. Vor allem in der proppenvollen Oberliga hinken einige Mannschaften dem Spielplan durch Spielabsagen weit hinter her. Auch in den bei Spielen im Kreis Olpe wird die Zahl der Absagen immer größer.

Am Donnerstagabend befassten sich der FLVW und die Kreisvorsitzenden in einer Videokonferenz mit dem Thema und einer zumindest Unterbrechung der Saison 2020/21. Wir sprachen darüber mit dem FLVW-Kreisvorsitzenden Joachim Schlüter.


Herr Schlüter, wie sehen die Beschlüsse vom Donnerstag aus?
Joachim Schlüter: Im FLVW wird es aktuell keine flächendeckende Saisonunterbrechung im Amateur- und Jugendspielbetrieb geben.


Warum wurde am Donnerstag von einer Generalabsage abgesehen?
Der Fußball ist nicht dafür verantwortlich, dass die Inzidenzwerte steigen. Es gibt bislang keine nachweisbaren Fälle, in denen sich Spieler untereinander auf dem Spielfeld angesteckt hätten.


Gegenüber der Lage im März ist es aber doch eher schlechter geworden. Der Winter steht vor der Tür. Glauben Sie wirklich, dass die Saison wie geplant über die Bühne geht?
Richtig ist, dass die Begleitumstände schwieriger werden. Aber ein verantwortungsvoller Umgang mit der Corona-Situation kann dazu beitragen, dass man ohne generelle Unterbrechungen auskommt.


Gab es nicht Warnungen genug, dass einige Ligen zu groß sind?
Kleinere Ligen lösen ja nicht das Corona-Problem, sondern erleichtern den geregelten Abschluss der Spielserie. Das können wir aber auch bei unseren größeren Ligen schaffen. Wir haben bis zum 30. Juni 2021 Zeit.


Wie sehen Sie die Gefahr für die Spieler, sich beim Fußball mit Corona anzustecken?
Fußballspiele, sei es im Trainings- oder Meisterschaftsmodus stellen keinen besonderen Infektionsherd dar. Mir ist bislang kein Spieler bekannt, der sich nachweislich beim Fußballspielen infiziert hat und kein Zuschauer, der sich auf dem Sportplatz angesteckt hat. Wichtig ist einfach nur, dass sich alle Beteiligten an das Hygienekonzept des Vereins halten.

Warum müssen denn die Zuschauer inklusive Halbzeitpause rund 100 Minuten die Schutzmaske tragen?

Das dient dem Selbstschutz und dem Schutz Anderer. Geregelt ist dies in der Allgemeinverfügung des Kreises Olpe. Aus meiner Sicht in dieser Situation angemessen und ertragbar. Beim Genuss der Stadionwurst darf sie abgesetzt werden.


Sind Sie mit den Bemühungen der Vereine zufrieden, das Corona-Virus einzudämmen?

Die Vereine haben gute und geprüfte Hygienekonzepte. Diese Konzepte machen erst möglich, dass wir den Spielbetrieb in Corona-Zeiten aufrechterhalten können. Sie müssen aber auch gelebt werden.


Bei einigen scheinen die Warnungen auf taube Ohrengestoßen zu sein...
Es ist zuletzt häufiger vorgekommen, dass nach vereinzelten Corona-Infektionen die gesamte Mannschaft in Quarantäne geschickt werden musste und damit nicht nur die betroffenen Beteiligten erhebliche Einschränkungen der Privatsphäre in Kauf nehmen mussten. Im Verhältnis waren es bei uns nur wenige Fälle, die aber durchaus vermeidbar gewesen wären.

Wie sehr ärgert Sie das Fehlverhalten dieser Spieler?

Ich mache keinem Infizierten einen Vorwurf. Aber der unverantwortlich sorglose Umgang miteinander in Umkleidekabinen, wenn Abstandsregeln und Maskenpflicht nicht eingehalten werden, macht mir große Sorge. Leider fällt dieser Vorwurf auf die Vereinsführungskräfte zurück, denn diesen müssen die Corona-Schutzverordnungen bekannt sein. Sie müssen für die Umsetzung sorgen. Da muss man gegen Widerstände und Unvernunft angehen. Das ist nicht vergnügungssteuerpflichtig, aber alternativlos.


Bei den Spielabsagen gab es in letzter Zeit Verwirrung. Mal wurde ein Spiel wegen Corona abgesagt, mal nicht, siehe das Beispiel Langenei-Kickenbach gegen Kirchveischede-Bonzel...
Wir gehen strikt nach den Durchführungsbestimmungen des FLVW vor, in denen die unterschiedlichen Corona-Fälle geregelt sind. Allgemein bewertet das Gesundheitsamt das örtliche Risiko und trifft Maßnahmen. Hieran orientieren wir uns. Fehlen nach der Entscheidung des Kreisgesundheitsamtes Olpe drei oder mehr Spieler, können die Vereine die Absetzung des nächsten Spiels beantragen. Sollten Vereine einen Corona-Verdachtsfall vor dem Spiel melden und das Gesundheitsamt hat über die Gesamtsituation noch nicht entschieden, dann wird das anstehende Spiel abgesetzt. Im Fall FC Langenei-Kickenbach lag eine Entscheidung des Kreisgesundheitsamtes vor, betraf aber nur zwei Spieler. Und die SG Kirchveischede-Bonzel wollte antreten.


Sollte es doch zumindest zu einer Unterbrechung der Saison 2020/21 kommen, gibt es für den Kreis Olpe irgendwelche Pläne, wie die Spielzeit gerettet werden kann?
Ich gehe erstmal davon aus, dass es zu keiner Unterbrechung kommt. Und falls doch, würde eine Wertung mit Auf- und Absteigern möglich sein, wenn 50 Prozent der Spiele absolviert sind.


Werden die Pokalspiele zu Gunsten der Meisterschaftsspiele ausgesetzt?
Auf keinen Fall! Der Pokalwettbewerb erfährt eine hohe Wertschätzung bei den Vereinen, der Sponsor „Krombacher Brauerei“ lobt attraktive Preise aus und nach der zweiten Runde, die jetzt zu Ende geht, sind auch nur noch 15 Spiele.

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