"Ich weiß heute besser, wie Trainer denken"

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Ottfingen. Florian Schnorrenberg (30), Mittelfeldspieler, kam vom TuS Erndtebrück zum Fußball-Landesligisten SV Ottfingen.

Westfalenpost: Zunächst herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg!

Florian Schnorrenberg: Wie bitte?

Frage: Sind Sie nicht gerade Meister mit der Tennismannschaft geworden?

Schnorrenberg: In der Fußballpause habe ich Tennis gespielt. So habe ich die Zeit überbrückt, nachdem ich die Hand fünf Wochen in Gips hatte. Wir sind mit der Mannschaft des TC Brachbach in die A-Klasse aufgestiegen.

Frage: Also doch: Sie sind ein Universal-Genie am Ball.

Schnorrenberg: Ein bisschen Talent in den Ballsportarten habe ich schon.

Frage: Sehr bescheiden ausgedrückt. Ihre Freistoß-Künste sollen überragend sein.

Schnorrenberg: Ich habe daran gearbeitet, eine möglichst hohe Trefferquote zu erreichen. In Betzdorf habe ich mit Peter Cestonaro (244 Spiele, 111 Tore von 1972 bis 1986 als Profi bei MSV Duisburg Darmstadt 98 und Hessen Kassel, d. Red.) oft zusätzlich geübt und nach und nach kamen die Freistöße immer besser, das stimmt schon.

Frage: In Ottfingen sieht man Sie schon als einen Führungsspieler. Verspüren Sie Druck?

Schnorrenberg: Druck verspüre ich keinen. Ich bin lange genug dabei. Mir ist natürlich klar, dass von mir mehr erwartet wird als von den jungen Spielern.

Frage: Weil Sie schon Trainer in der Bezirksliga waren?

Schnorrenberg: Mein Heimatverein, der VfB Burbach, hat mich gefragt, ob ich mir das zutrauen würde. Damals war es mir nicht mehr möglich, viermal pro Woche in der Oberliga bei Hamm zu trainieren, weil ich eine Weiterbildung zum Industrie-Fachwirt an der Abendschule gemacht habe. Ich habe zugesagt. Vielleicht war es sehr früh, ich war ja erst 26. Aber es war eine wichtige Erfahrung.

Frage: Dann sind Sie wieder Nur-Spieler geworden, war das kein Rückschritt?

Schnorrenberg: Nein, ich habe die C-Lizenz gemacht. Ich hatte außerdem Trainer, die mir viel vermittelt haben, wie Peter Cestonaro, wie Günter Borr, ebenfalls Fußballlehrer. Mein Ziel ist schon, irgendwann als Trainer einzusteigen. Aber noch nicht in ein, zwei Jahren. Frage: Aber später - vielleicht sogar in Ottfingen?

Schnorrenberg: Überhaupt noch kein Thema. Mit Rudi Schneider hat der SV Ottfingen einen guten Trainer.

Frage: Sehen Sie durch Ihre Erfahrungen Ihre jetzigen Trainer kritischer?

Schnorrenberg: Eher im Gegenteil. Meine Einstellung hat sich eher zum Positiven geändert, ich kann heute viel besser einschätzen, wie ein Trainer denkt.

Frage: Wie denkt Werner Hengstebeck?

Schnorrenberg: Er hat heute Abend das Aufwärmprogramm gemacht. Großen Respekt, mit welcher Begeisterung er auf dem Platz ist. Beeindruckend.

Frage: Sie sind erst drei Tage in Ottfingen. Ist eine Frage nach dem ersten Eindruck erlaubt?

Schnorrenberg: Nach zwei Einheiten sehr positiv. So viele Zuschauer wie in Ottfingen habe ich bei einem Trainingsauftakt im Landesliga-Bereich noch nie erlebt, nicht einmal in der Oberliga.

Frage: Sie hatten eigentlich noch ein Jahr Vertrag in Erndtebrück. Warum der Wechsel?

Schnorrenberg: Es sind private Gründe. Meine Lebensgefährtin und ich haben eine neun Monate alte Tochter. Dadurch, dass ich in Ottfingen bin, kann ich eine Stunde länger zuhause und bei der Kleinen sein. Außerdem hatte ich sehr gute Gespräche mit den Ottfingern und ich hatte gehört, dass der Verein gute Zuschauerzahlen hat.

Frage: Jetzt müssen nur noch die Ergebnisse stimmen. Was ist Ottfingen zuzutrauen?

Schnorrenberg: Ottfingen hat die Perspektive, in den nächsten Jahren vorn mitzuspielen. Aber es ist keine einfache Situation, Überdinge zu machen ist wahrscheinlich noch zu früh. Es braucht Zeit, bis sich alles eingespielt hat. Wir müssen jedes Spiel, das wir haben, dazu nutzen.

Frage: Immer eine wichtige Frage an jeden Fußballer: Welchem Profi-Verein in der Bundesliga gehören Ihre Sympathien?

Schnorrenberg: Bayern München. Mit Florian Schnorrenberg sprach Lothar Linke

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