Beachvolleyball

Isabel Schneider endgültig in der Weltspitze angekommen

Isabel Schneider (rechts).

Foto: fivb

Isabel Schneider (rechts). Foto: fivb

Fort Lauderdale/Ottfingen.   Montag, ein Tag nach dem offiziellen Ende des ersten Fünf-Sterne-Turniers im Rahmen der Weltserie 2018 der Beachvolleyballer in Fort Lauderdale.

Das Telefon läutet. Abheben? Blick aufs Display – Isabel Schneider. Schon zurück?. „Ja, schon am Sonntagabend. Der Jetlag und neun Spiele stecken noch in den Knochen. Und gleich geht ess zum Training. Krafttraining.“ Profi-Alltag.

30 Grad in Florida

Fort Lauderdale im Sonnenstaat Florida. Täglich um die 30 Grad, aber sehr windig. „Ich war froh, wieder mal frische Luft gespürt zu haben, nur war’s ein bisschen kalt.“ Da hätte sie mal ein paar Tage vorher kommen sollen.

Und dann blickt sie noch einmal zurück, auf vier Wettkampftage, die ihr und Victoria Bieneck den größten Erfolg ihrer Profi-Laufbahn bescherten.

„Damit hatten wir nie gerechnet. Aber wir nehmen es gerne mit. Während viele andere Teams schon die ersten Turnier gespielt haben, war es für Tori und mich der Start in die neue Saison. Auch das war ein Grund, warum wir als einziges deutsches Paar in die Qualifikation mussten. Das haben wir ganz gerne angenommen, da konnten wir uns schon mal einspielen.“

Was folgte war ein etwas holpriger Auftakt. „Gegen Barbara/Fernanda war es ja ziemlich eng, aber verloren. Da standen wir gegen die beiden Österreicherinnen ganz schön unter Druck. Siegen oder Fliegen, diese Alternative hatten wir. Das Ergebnis ist ja bekannt.“

Es folgte der wohl auch emotionale Höhepunkt im Viertelfinale – der Sieg gegen Agatha/Duda (Brasilien), zum ersten Mal überhaupt. Spätestens mit diesem Erfolg sind Victoria Bieneck und Isabel Schneider in der Weltspitze angekommen.

Die Enttäuschung über die entgangene Medaille ist schnell verflogen. „Da haben wir wieder viel an Erfahrung mitnehmen können. Wir haben sehr viel umgesetzt, was wir uns im Wintertraining erarbeitet haben. Es waren lehrreiche Turniertage, die uns spüren ließen, dass wir uns weiterentwickelt haben.“

Nächstes Turnier in China

Der überragende Erfolg in Fort Lauderdale ist auch der frühzeitigen Anreise geschuldet. „Das konnten wir uns früher nicht leisten. Jetzt wird es vom Verband unterstützt.“

Überhaupt stelle der Verband seit 2017 mehr Geld zur Verfügung. „Durch die verbesserte Unterstützung sind wir jetzt in einer super Situation und können uns optimal vorbereiten. Die Anreise zu den großen Turnieren ist früher möglich, wir können uns akklimatisieren. Dieses professionelle Umfeld ist für uns sehr wichtig.“

Nun folgen erst einmal zwei Wochen Hamburg. Und dann folgen zwei Wochen Teneriffa, Trainingslager, bevor es Mitte April mal wieder nach Xiamen zu einem Vier-Sterne-Turnier geht. Das gehört seit einigen Jahren schon zum Standardprogramm von Isabel Schneider: früher mit Teresa Mersmann, seit dem Vorjahr mit Victoria Bieneck.

EM-Start offen

Europameisterschaft im Juli in den Niederlanden? „Wir müssen abwarten. Es gibt keine automatische Qualifikation. Das ist von der weiteren Entwicklung abhängig. Die erste Überraschung ist uns ja gelungen. Die Konkurrenz guckt jetzt auf uns, wir werden nicht mehr unterschätzt.“

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