Fußball

Kinderfußball: Mit neuen Wegen Spaß am Sport vermitteln

Bei den G-Junioren des SV Ottfingen  kommen die neuen Kinderfußballvarianten sehr gut an. Alle Kinder haben dabei die Chance, viel zu spielen und zu lernen. 

Bei den G-Junioren des SV Ottfingen  kommen die neuen Kinderfußballvarianten sehr gut an. Alle Kinder haben dabei die Chance, viel zu spielen und zu lernen. 

Foto: meinolf Wagner

Wenden.  Um den Fußball für den Nachwuchs attraktiver zu gestalten, geht der Verband neue Wege- mit einem Pilotprojekt in Wenden.

Spiele ohne Tore, ein kleineres Feld und möglichst viele Ballaktionen. Mit einer kleinen Revolution wartete im vergangenen Jahr der Deutsche Fußballbund auf, um Kindern mehr Spaß beim Spielen zu vermitteln. Wie das zukünftig aussehen könnte, verdeutlichte der G-Juniorenspieltreff in Wenden. Dort hat der Fußballkreis Olpe mit das Pilotprojekt „kindgerechter Fußball“ getestet.

Ergebnisse und Tabellen? Die interessierten in der Sporthalle des Konrad-Adenauer- Schulzentrums am Sonntag niemanden. Spaß und Experimentierfreudigkeit standen eindeutig im Mittelpunkt des Nachmittags.

Großes Interesse

Viele Fans und Eltern waren gekommen, um sich die Umsetzung der neuen Spielformen anzusehen. Ausrichter SV Hillmicke freute sich, bei der Premiere Gastgeber zu sein. „Hier wird die Grundlage für die Premiere des Kinderfußballa gelegt. Es hatte sich angeboten, da wir die Sporthalle für ein eigenes Turnier gebucht hatten und bei der Anfrage durch den Kreisjugendausschuss gerne Anschub für die Umsetzung geleistet haben“, erklärt Stephan Hahn, Koordinator Öffentlichkeitsarbeit im FLVW-Kreis Olpe.

So hatte der Kreisjugendausschuss des FLVW Olpe mit Raimund Nöker und seinem Team Sorge getragen, dass der Parcours-Aufbau zügig voran ging und keine Zeit verloren wurde. Das Pilotprojekt Kinderfußball findet auf einem extra dafür geschaffenen Spielfeld statt. Die Spiele sind in zwei Formen unterteilt.

Tore gibt es erst im Abschlussspiel

Zunächst spielen die Kinder ohne Tore. In dieser Spielform wird jeder Spieler eingebunden, bekommt seine Ballkontakte und kann sich ins Spiel einbringen. Im zweiten Durchgang werden dann kleine Tore aufgestellt, die ohne Torhüter bespielt werden. So fallen zwangsläufig mehr Tore, die Anzahl der Erfolgserlebnisse für die Kinder ist hoch.

Wie sich zeigte, hatte diese Variante großen Erfolg. Die Freude der Nachwuchskicker bei jedem Treffer war riesig, dass kein Torhüter zwischen den Pfosten stand, interessierte die Spieler nicht. „Diese neuen Spielformen im Kleinspielfeld ohne Tore haben zunächst oberste Priorität. Dass es gut funktioniert, zeigte sich hinterher beim Spiel auf die kleinen Tore. In der neuen Spielform fielen in acht Spielen 60 Tore. In der bisher bekannten Spielform in 13 Spielen 28 Tore“, freute sich Raimund Nöker, Vorsitzender des Kreisjugendausschusses, am Rande der Veranstaltung in Wenden.

Auch Trainer müssen sich umstellen

Da das Toreschießen für die meisten jungen Spieler der größte Anreiz beim Fußball ist, wurde das Spiel im Kleinfeld auf die Mini-Tore dazu genommen. Nöker: „Es gibt auch immer ein Abschlussspiel in der bisher bekannten Form.“

Lehrreich soll die neue Variante nicht nur für die Aktiven sein. „Es ist wichtig, dass die Betreuer und Trainer den Unterschied zur klassischen Variante sehen und auch die Vorteile erkennen können“, sagt der Oedinger.

Fair-Play-Verhalten fördern

Durch die Änderungen wird auch das Fair-Play-Verhalten der Spieler auf dem Feld besonders gefördert. „Hier ist der soziale und fußballerische Aspekt wichtig“, betont Raimund Nöker und ergänzt: „Die Spieler können sich selbstständig einigen mit wie viel Spielern sie beginnen wollen, denn es ist vorgesehen, dass der Fußballer soviel Spielanteile wie möglich erhält.“

Hierbei fördert dieser Fußball insbesondere die Schwächeren, Kleineren und Jüngeren, ohne dass die Besseren, Älteren und Stärkeren vernachlässigt werden. Dass es für die Nachwuchs-Fußballer ein unvergessliches Erlebnis wurde, dafür hatte der Kreisjugendausschuss gesorgt, denn es gab für jeden Teilnehmer einen Erinnerungspokal.

„Hier wird das Miteinander enorm gefördert, denn es ist schlimm für die Kinder, wenn sie beim Fußball im Verein in Spielen außen vor sind“, kennt Nöker die Hauptprobleme. So stellte Raimund Nöker deutlich fest: „Der neue Kinderfußball ist in der Talent-Förderung unabdingbar und der richtige Weg, um den Nachwuchs für den Fußball zu begeistern“, hält der Vorsitzende des Kreisjugendausschusses die Variante für äußerst zukunftsträchtig.

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