SV Dahl/Friedrichsthal

Kris Stremmel: „Ich hätte die Saison gerne beendet“

Kris Stremmel.

Kris Stremmel.

Foto: Michael Meckel

Dahl/Friedrichsthal.  Vor acht Monaten war Kris Stremmel noch der gefeierte Held beim SV Dahl/Friedrichsthal.

Nach einem 3:0-Sieg im „Saisonfinale“ über den SV Rahrbachtal feierte der SV den Durchmarsch von der Kreisliga C in die Kreisliga A. Doch kurz vor dem Hinrunden-Aus wurde Kris Stremmel entlassen. Wir sprachen mit Kris Stremmel.

Vor gut drei Monaten wurden Sie beim SV Dahl/Friedrichsthal entlassen. Wie haben Sie das inzwischen verdaut?

Kris Stremmel: Verdaut habe ich es. Es war schon enttäuschend. Ich hätte die Saison gerne beendet. Die Situation war ja nicht ausweglos, da es sehr eng in der Liga zugeht. Unter dem Strich werde ich den Verein positiv in Erinnerung behalten.

Hatten Sie in den Wochen vorher vielleicht schon „böse Vorahnungen“?

Nein, die hatte ich nicht. Auch die Reaktionen auf die Entlassung aus dem Umfeld bestätigten das.

Haben Sie sich selbst etwas vorzuwerfen, was nach dem Aufstieg hätte besser laufen können?

Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Natürlich reflektiert man sich selbst und überlegt was hätte man anders oder besser machen können. Insgesamt gesehen war ich in 4,5 Jahren immer präsent im Training, außer die Wochen, in denen ich für Trainerlehrgänge unterwegs war. Die Spieler waren fit und am Spieltag gut vorbereitet. Es fehlte oft das Spielglück, individuelle Komponenten wie Spielerentscheidungen oder Verletzungen. Man kann top vorbereitet in ein Spiel gehen, hat auch ein Plan B und C, doch die Dynamik in einem Fußballspiel ist oft nicht oder schwer zu beeinflussen, dazu gehören Schiedsrichterentscheidungen, individuelle Fehler der Spieler, Verletzungen während des Spiels oder auch das Publikum.

Nicht nur bei Ihnen kam das in der laufenden Saison vor. Mit Dirk Hennecke in Gerlingen und Ralf Decher in Bleche/Germinghausen wurden zwei weitere Aufstiegstrainer freigestellt. Man sieht es ja auch in der Bundesliga beim jüngsten Beispiel Friedhelm Funkel und Fortuna Düsseldorf. Ist das ein Zeichen, dass die die Vereine ungeduldiger werden und schneller – sogar bei Erfolgstrainern - die Reißleine ziehen?

Man kann nicht davon ausgehen, dass man unantastbar ist, wenn man in der Vergangenheit erfolgreich war. Es geht ja um den Verein. Das ist bei einem Bundesligaclub natürlich noch extremer. Gerade als Trainer ist man da immer in der Bringschuld und das schwächste Glied in der Kette.

Ihre Amtszeit beim SV Dahl/Friedrichsthal glich einer Berg- und Talfahrt. 2017 stiegen Sie aus der Kreisliga B in die Kreisliga C ab. Danach ging es zweimal hintereinander wieder hinauf. Wie haben Sie diese ereignisreichen Jahre persönlich erlebt?

Ich sehe es nicht als Berg- und Talfahrt. Der Abstieg war letztlich der Erfolgsgarant. Die Spieler konnten befreit aufspielen und bekamen neues großes Selbstvertrauen in die eigenen Stärken. Diesen Schwung und die Erfahrung konnten wir mit in die B-Kreisliga nehmen. Manchmal ist es besser einen Schritt zurückzugehen… Letztlich ging es mir nicht in erster Linie darum, erfolgreich zu sein. An erster Stelle stand für mich ansehnlichen Fußball zu spielen und die Spieler weiterzuentwickeln.

Haben Sie noch Kontakt zum, beziehungsweise verfolgen Sie noch die Spiele des SV Dahl/Friedrichsthal?

Zu dem ein oder anderen Spieler habe ich noch Kontakt. Die A-Kreisliga verfolge ich noch.

Der SV Rothemühle, ein weiterer ehemaliger Verein von Ihnen, steht auf dem zweiten Platz der Kreisliga A. Verfolgen Sie dessen Spiele und wie sehen Sie die Chancen des SV Rothemühle im Aufstiegskampf?

Ich hatte schöne Jahre in Rothemühle wir hatten damals eine super Mannschaft, tollen Teamgeist und haben attraktiven Fußball gespielt, da denkt man gerne zurück. Daher verfolgt man die Entwicklung. Ich denke, dass Rothemühle den Aufstieg schafft.

Sieht man Sie in der kommenden Saison bei einem anderen Verein wieder oder legen Sie jetzt zunächst erstmal eine fußballerische Pause ein?

Das weiß ich noch nicht. Es ist nichts spruchreif…

Zum Schluss ein Tipp: Wo landet der SV Dahl/Friedrichsthal am Saisonende?

Die Liga ist sehr ausgeglichen, da kann jeder jeden schlagen. Falls keine Verletzungssorgen entstehen, kann der SV Dahl/Friedrichsthal die Klasse halten.

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