Ultralauf

Kristina Tille meistert Eiger-Ultra-Trail

Kristina Tille ist beim Eiger-Ultra-Trail drittbeste deutsche Finisherin.

Kristina Tille ist beim Eiger-Ultra-Trail drittbeste deutsche Finisherin.

Foto: volkher pullmann

Grindelwald.  Kristina Tille wurde beim Eiger-Ultra-Trail drittbeste deutsche Finisherin, wurde 13. ihrer Altersklasse und 41. unter 275 Finisherinnen.

Die Eiger-Nordwand, berühmt-berüchtigt. Zum Mythos geworden. Ein Berg, um den sich viele Geschichten ranken. Die Nordwand ist für alle hochambitionierten Bergsteiger eine der größten Herausforderungen. Ein Inbegriff der Härte, aber auch des Scheiterns.

Unzählige Dramen spielten sich hier ab. „Dieser Mythos strahlt ohne Zweifel auch auf einen Lauf ab“, erzählt die in Attendorn wohnhafte Kristina Tille vom SV Elbland (Meißen), „ein Lauf, der nach dem Eiger benannt wurde.“ Zu dieser 7. Auflage des Trail hatte sich die Physiotherapeutin mit Praxis in Olpe mit Glück noch einen Startplatz für die 51 Kilometer-Distanz (E51) ergattern können.

Grindelwald ist eine der renommiertesten Adressen unter den Schweizer Bergdörfern. Knapp 4000 Einwohner in etwa 1034 Meter Höhe. Umrahmt von diversen Drei- und Viertausendern. Nicht weit die steile Piste der Lauberhornabfahrt. Für Profis, Halbprofis und Touristen ist die Infrastruktur für die Skienthusiasten bestens ausgebaut., Davon profitierten auch die Ultra-Läufer/innen aus 70 Nationen, die bei diesem Laufevent die atemberaubende Bergwelt genießen wollten.

Einmaliges Bergambiente

Als ob das so einfach wäre. „Der Wettkampf ist geprägt von steilen, teils gefährlichen Geröll- und auch Schneefeldern“, berichtet die Physiotherapeutin, „Trails, die fast ausschließlich steil bergauf oder bergab führen. Doch trotz der Anstrengung hat man als Läufer immer wieder die Möglichkeit, einen Blick für das einmalige Bergambiente.“

Und dann schildert sie die lokalen Gegebenheiten rund um den Eiger. „Zu Recht wird der E51 als Panorama-Trail bezeichnet. Der Aufstieg in Richtung der Großen Scheidegg, die anschließenden Panorama-Trails nach Oberläger via First und Bachalpsee, dem Rundumblick vom Gipfel des Faulhorn auf 2680 Meter Höhe oder die Tief- und Weitblicke auf dem Weg zur Schynigen Platte werden unvergesslich.“ Da hört man ein Höchstmaß an Euphorie heraus.

Kristina Tille ist bei den Trails der Wettkampftyp geblieben, leistungsorientiert. Sehr anschaulich schildert sie Probleme auf den schmalen Trails, die am Vorwärtskommen, sprich Überholen, hindern. „Leider konnte man auf den schmalen Singletrail-Passagen oft nicht die eigene Geschwindigkeit laufen, man hing hinter langsameren Läufern der auch Wanderern fest. Überholen war unmöglich, wenn einem das Leben lieb war. Zeiteinbußen von etwa 15 Minuten gab es beispielsweise am Verpflegungsstand auf dem Faulhorn in knapp 3000 Meter Höhe, auch wenn man sich nicht am Verpflegungsstand bedienen wollte.

Vor dem großen Regen im Ziel

„Eile war angesagt. Aber das war Kristina Tille beim Zieleinlauf nach 8:46:29 Stunden und 3100 Höhenmetern noch nicht bewusst. Die Witterung war auch in der Höhe warm, aber „nicht schlimm heiß“, drückte sie die äußeren Bedingungen aus. „Es gab keine der angekündigten Gewitter. Wer etwas später als ich ins Ziel kam, musste durch einen argen Regen. Der blieb mir erspart.“

Wer zu spät kommt, den bestraft – in diesem Fall – eben Petrus. Und es kamen viele Ultras zu spät. Allein die Letzte der Frauen erreichte das Ziel in Grindelwald etwa fünf Stunden nach Kristina Tille. Die Neu-Attendornerin hat sich schon entschieden: „Im nächsten Jahr steht Grindelwald wieder auf dem Plan. Vielleicht werden es dann die 101 Kilometer.“ So gesehen waren die 51 Kilometer nicht mehr als ein Schnupperkurs.

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