Leichtathletik

Lea Wiethoff, LC Attendorn, schafft ein Novum

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Lea Wiethoff vom LC Attendorn erfüllt die Siebenkampf-Norm für die U20-DM. 

Lea Wiethoff vom LC Attendorn erfüllt die Siebenkampf-Norm für die U20-DM. 

Foto: volkher pullmann

Attendorn/Düsseldorf.  Lea Wiethoff vom LC Attendorn hat ein neues Kapitel der Leichtathletik-Geschichte für den Kreis Olpe aufgeschlagen.

Mit 4688 Punkten hat sie als erste Athletin deutlich die U20-Qualifikation im Siebenkampf übertroffen und wird am 27./28. August an den Deutschen Meisterschaften in Bernhausen-Filderstadt den kräftezehrenden Wettbewerb in Angriff nehmen.

Für Heimtrainer und Betreuer Christoph Quinke keine Überraschung: „Bei Leas Vorleistungen habe ich damit gerechnet.“ Derweil freute sich die Athletin: „Ich hatte in den letzten Wochen im Training einen Crash-Kurs für den Siebenkampf hingelegt und alle Disziplinen im Programm. Jetzt noch einmal zwei Wochen mit jeweils drei Trainingseinheiten, dann geht für mich die Saison zu Ende.“

Überraschung im Hochsprung

Als größte Überraschung bezeichnete sie ihre 1,63 Meter im Hochsprung. Sie egalisierte ihre persönliche Bestleistung. „Ich hatte in den letzten Monaten vor allem Sprint und Hürden im Visier“, erzählt sie, schließlich war sie bei drei Deutschen Meisterschaften am Start. Die Zeiten von Ulm und Wattenscheid konnte sie über 200 Meter und 100 Meter Hürden nicht ganz bestätigen, aber Mehrkampf an zwei Tagen ist doch etwas anderes.

Leistungsmindernd wirkten sich vor allem die Temperaturen aus. „36 Grad am Samstag war schon heftig, das ist nicht so mein Ding.“ Zudem bemängelte sie die Organisation, teilweise gab es nicht unerhebliche Verzögerungen. Umso höher sind die Leistungen aller Mehrkämpferinnen zu bewerten.

Die Norm der 4000 Punkte hatte die Abiturientin bereits vor dem abschließenden 800-Meter-Lauf erreicht. „Ich habe ihr empfohlen, nicht alle Körner zu verbrauchen“, so ihr Coach vor Ort. Mit 2:42,02 Minuten erfüllte sie die Pflicht, betonte aber, dass es dennoch ein „zügiger Lauf“ war, ohne an die Reserven gehen zu müssen.

Das Ziel von 5000 Punkten in Filderstadt ist laut Christoph Quinke drin, während es Lea Wiethoff als etwas hoch einstuft – um dann nachzulegen „theoretisch“. Mit ihren aktuell erzielten 4688 Punkten hat sie nicht nur einen neuen Kreisrekord aufgestellt, sondern nimmt bundesweit Platz 16 in der DLV-Bestenliste ein. Zur DM-Norm von 4800 Punkten bei den Frauen fehlen auch nur wenige Punkte.

Landestrainer Dieter Rotter, der für Lea Wiethoff während des Sommers vor allem in Sachen Sprint, Sprung und Hürden zuständig war, attestierte ihr einen „guten, aber nicht sehr guten“ Wettkampf. Hintergrund dieser Einschätzung ist vor allem, dass die Athletin in einigen Disziplinen erst im letzten Durchgang ihren besten Versuch hatte. „Da muss man auch mal im ersten Versuch einen raushauen“, so Dieter Rotter aus der Distanz zum Speerwurf, als nach ungültigem ersten und dem mit 24,39 Meter mäßigen zweiten Versuch erst mit dem dritten Wurf ein zufriedenstellendes Resultat folgte. Mit 33,42 blieb sie nur knapp unter ihrer Bestweite.

5000 Punkte für die DM machbar

Das gilt auch für den Kugelstoß, als sie mit dem dritten Versuch nah an ihre Bestleistung kam. Schließlich der Weitsprung, als sie mit 5,44 Meter ihre Tagesbestweite, ebenfalls im letzten Versuch, erzielte.

Es spricht aber auch für ihre mentale Stärke, dass sie auch im letzten Durchgang „noch einen raushauen“ kann. Verbunden mit ihrer relativen Schonung über 800 Meter bedeutet das, dass die 5000 Punkte für die DM machbar sind. „Lea hat noch Potenzial nach oben, da ist mehr drin“, ist auch Rotter überzeugt, dass diese magische Grenze in Filderstadt erreicht wird.

Sieben Disziplinen an zwei Tagen erfordern ein permanentes Höchstmaß an Konzentration. Dem Spannungsaufbau muss immer wieder eine Ruhephase, ein Spannungsabbau folgen. Das glänzende Resultat von Lea Wiethoff sollte auch Ansporn sein für jüngere Nachwuchskräfte. Sie ist schon jetzt ein Vorbild.

Ein Traum ging allerdings nicht in Erfüllung: Mit einer U20-Mehrkampfmannschaft bei den „Deutschen“ anzutreten. Nachdem Lina Reiche schon recht frühzeitig absagen musste, kam auch von Hürdenspezialistin Liv Heite aus gesundheitlichen Gründen eine Absage.

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