Landesliga

Manuel Fernholz sieht noch Luft nach oben beim VSV Wenden

Nach seinem Supertor zum 2:2, einer Direktabnahme unter die Torlatte, wird Drolshagener Philipp van Gerven (ganz rechts) von seinen Mannschaftskameraden "gejagt". 

Nach seinem Supertor zum 2:2, einer Direktabnahme unter die Torlatte, wird Drolshagener Philipp van Gerven (ganz rechts) von seinen Mannschaftskameraden "gejagt". 

Foto: Lothar Linke

Drolshagen.  Manuel Fernholz, Trainer des VSV Wenden, schaute nach dem 3:3 beim SC Drolshagen nicht begeistert drein.

Und das, obwohl es seine Mannschaft war, die in diesem Auftaktduell der Fußball-Landesliga das letzte Wort hatte. Sprich, durch den eingewechselten Michel Alfes und dessen Ausgleichstor in der 76. Minute den einen Punkt noch mitnahm. Dennoch sah Fernholz bei seinem Trainer-Einstand auf Meisterschaftsebene Ansätze zur Kritik.

Aber zugleich lieferte das Spiel ihm auch einen Anlass, die Vorschusslorbeeren, die dem VSV Wenden zugeteilt wurden, zurückzuweisen. „Gar nichts,“ antwortete Manuel Fernholz kurz und knapp auf die Frage, was er davon halte, dass seine Elf in dieser Saison recht hoch gehandelt wird. „Am Freitag haben wir ja gesehen, wie schwer die Liga ist. Wenn man wie Drolshagen sauber gegen eine Mannschaft arbeitet, dann kriegt die Probleme. Und ich bin sicher, das wird noch einigen am Buscheid passieren.“

Früher Ärger

Nicht zuletzt muss man „für ganz oben einen breiteren Kader“ haben, weiß Manuel Fernholz. „Wenn jetzt Flo und Schila für nächste Woche ausfallen, fehlen mir schon wieder zwei von meinen hoch gehandelten Neuzugängen,“ spielte er auf die verletzungsbedingten Auswechslungen von Florian Bublitz (44. Minute) und Andre Schilamow (63.) an, „aber dann müssen andere in die Bresche springen.“

Kaum war das Spiel im Gange, musste sich Manuel Fernholz erstmalig ärgern, lag doch seine Elf nach nur vier Minuten durch Yannik Biekers Kopfballtor hinten. „Die Zuordnung war gegeben, warum der trotzdem frei zum Kopfball gehen kann, ist mir völlig unverständlich. Da haben wir zum ersten Mal gepennt.“

Zwar drehten Alexander Horst und Christian Runkel das Ergebnis noch vor der Pause innerhalb von sieben Minuten zugunsten des VSV Wenden, dennoch zollte Manuel Fernholz der Mannschaft seines Trainerkollegen Holger Burgmann Lob: „Drolshagen hat uns mit seinem Pressing dazu gezwungen, dass wir hinten lang rausspielen. Es war zu wenig Bewegung aus unserer Zentrale heraus. Das lag auch daran, dass jeder Spieler von uns markiert war. Das haben die Drolshagener schon richtig gut gemacht. Sie haben fast auf allen Positionen komplett Manndeckung gespielt. Bei Ballbesitz sind sie ausgeschwärmt. Wenn wir den Ball hatten, hatte jeder seine Zuteilung.“ Auf der anderen Seite habe es ihn „schon ein bisschen erschrocken, dass uns doch viele Bälle weggesprungen sind.“

Taktische Umstellung

Dass es sich bei allen vier ausgewechselten Spielern des VSV Wenden um Neuzugänge handelte, ist Zufall. Florian Bublitz hatte sich noch vor der Pause bei einem Zweikampf im hinteren Eck des Sportplatzes verletzt, war lange behandelt worden. Manuel Fernholz: „Da müssen wir gucken, was das ist. Er wird Anfang der Woche untersucht. Wir hoffen, dass es keine Bänderverletzung ist; ihm war ein bisschen die Kniescheibe rausgesprungen. Da musste ich ihn direkt rausnehmen.“

Andre Schilamow hatte nach der Halbzeit bei einem Sprint etwas im Oberschenkel gemerkt, „er hat sofort angezeigt, dass er runter will, weil er da nicht mehr helfen konnte, aber es ist jetzt nicht ganz so tragisch,“ berichtete der VSV-Trainer.

Für Redouane El Alami war das Spiel nach 73 Minuten um. Manuel Fernholz: „Er hatte nicht seinen besten Tag, sag ich mal so. Ich musste nach der 3:2-Führung von Drolshagen sowieso was machen, habe auf Raute umgestellt, mit Michel Alfes und Sebastian Henne zwei Stürmer gebracht. Das war taktisch bedingt, weil ich nicht mehr die Impulse gesehen habe.“ Aber man kennt El Alamis Klasse und über kurz oder lang wird sich diese Klasse auch durchsetzen.

3:3. Damit kann man eigentlich leben. Fernholz: „Wir wussten alle, wie schwer es wird. Beim Aufsteiger, dann am Buscheid, da muss man erstmal bestehen. Wir hatten in den letzten Jahren sowieso nicht immer gut ausgesehen dort. Drolshagen hat das clever gespielt, für uns war es ein glücklicher Punkt. Das muss man neidlos anerkennen.“

Vor allem, wenn man „90 Minuten so gasen kann wie Drolshagen und so nah an den Leuten ist, und keinen Raum bietet,“ fügte Manuel Fernholz hinzu. Man habe den Gastgeber allerdings auch eingeladen, als man selbst in der Vorwärtsbewegung war. Fernholz: „Einen Fehlpass nutzen sie gnadenlos aus, mit Pfeiffer oder Schwarz vorne drin. Hätte unser Torwart Eick-Barghorn nicht noch einige Bälle rausgeholt, dann wäre das vorher schon klarer gewesen.“

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