Schiedsrichter

Marco Cremer soll KSA-Vorsitzender bleiben

Joachim Schlüter (links) gratuliert Marco Cremer zum einstimmigen Votum auf dem Kreisschiedsrichtertag.

Joachim Schlüter (links) gratuliert Marco Cremer zum einstimmigen Votum auf dem Kreisschiedsrichtertag.

Foto: Linke

Kirchveischede.   Der alte soll auch der neue Vorsitzende bleiben. Mit großer Mehrheit sprechen sich die Unparteiischen des Kreises für Marco Cremer aus.

Marco Cremer wurde in Kirchveischede von der Schiedsrichtervereinigung des Kreises Olpe zur Wiederwahl als Schiedsrichterobmann vorgeschlagen. Bestätigt werden muss dieses Votum dann auf dem ordentlichen FLVW-Kreistag am 4. April. Im Falle einer Wiederwahl dort würde Cremer für weitere drei Jahre im Amt bleiben. Cremer hatte den Vorsitz des Kreisschiedsrichter-Ausschusses (KSA) 2016 übernommen.

Versammlungsleiter war FLVW-Kreisvorsitzender Joachim Schlüter. Er lobte die Arbeit des Ausschusses ausdrücklich. In Anspielung auf die voraufgegangenen Berichte des KSA, die mit heiteren oder betrübten Smileys dekoriert waren, vergab er an die sechs KSA-Mitglieder „sechs lachende Smileys“.

Bevor die Schiedsrichter am Montag zu dieser Formalität schritten, der am 4. April eine weitere Formalität, nämlich die Wahl Cremers folgen wird, hatten sie sich das zurzeit wohl kniffligste Thema der Fußballwelt vorgenommen: Das Handspiel. „Das ist ja zurzeit in aller Munde. Ich bilde mir eigentlich ein, was von der Sache zu verstehen. Ich bin aber jetzt raus,“ gab selbst Cremer zu.

Handauslegung „seit 80 Jahren nicht verändert“

Auch Thorben Siewer, ranghöchster Schiedsrichter im Kreis Olpe und in der Bundesliga an der Linie, registrierte in den letzten Wochen „Diskussionen ohne Ende“. Siewer: „Die Regel hat sich seit 80 Jahren nicht geändert.“ Aber die Auslegung scheint eine Herkulesaufgabe zu sein. Welche Grenzfälle es gibt, verdeutlichte Siewer anhand von acht Video-Ausschnitten aus der Fußball-Bundesliga.

Um dann die anwesenden Kameraden darüber abstimmen zu lassen, war es Hand, oder nicht. Immerhin: Das Plenum war sich bei allen Fällen nahezu einig. Eine knappe Abstimmung gab es nie.

Und weil die Schulung am Montagabend exakt die dreijährige Amtsperiode von Marco Cremer markierte, war es an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Die offenbarte Licht und Schatten. Stabil geblieben ist die Zahl der Schiedsrichter.

Zahl der Schiedsrichtere bleibt konstant

Ende 2016 waren es 139, heute sind es 138. „Der Ist-Stand ist positiv,“ resümierte Cremer.. Zwar habe er die Zahl von 150 in Aussicht gestellt, und Cremer hatte sich daran auch messen lassen wollen, aber er betonte auch, von langfristigen Ergebnissen zu sprechen. „Wir sehen die Dinge schon sehr selbstkritisch.“

Das Ziel, Hürden zu reduzieren, um Schiedsrichter zu werden, wurden in jedem Falle erreicht. Auch setzt man mehr auf die Individualität im Umgang mit den Schiedsrichtern, die Toleranzgrenze ist höher geworden. So wurde in den vergangenen drei Jahren nur ein Schiedsrichter ausgeschlossen. Zufrieden ist der Ausschuss mit dem Ansetzungs-Geschäft, wie er es ausdrückte.

Cremer kündigte die konsequente Fortsetzung des eingeschlagenen Kurses an. „Wir wollen ernten, was wir gesät haben.“ Er sieht insgesamt die Vereinigung gut aufgestellt. Das gelte vor allem für die Schiedsrichter zwischen 12 und 18 und über 50 Jahren. Dazwischen gebe es „eine Delle“, räumte er ein.

Tandem-Modell hat sich bewährt

Ein Erfolg war die Aktion „Schiedsrichter aus Leidenschaft“, sie sollte der Gewinnung neuer Schiedsrichter dienen und wurde in Westfalen zu Schiedsrichter-Kampagne des Jahres ausgezeichnet.

Im Zeitraum der letzten drei Jahre wurden fünf Anwärterkurse abgehalten, insgesamt nahmen 57 Personen teil, 54 bestanden die Prüfung. Von ihnen sind aktuell noch 43 aktiv.

Auch das Tandem-Modell hat sich bewährt. Stand heute wurden 100 Tandemspiele ausgetragen mit 27 unterschiedlichen Tandempartnern.

Welche Arbeit der Schiedsrichteransetzer verrichtet, verdeutlichte Mario Gerigk mit beeindruckenden Zahlen. So wurden in den vergangenen drei Jahren 5870 Ansetzungen im Seniorenbereich vorgenommen, 875 bei der Altliga und den Frauen, hinzu kommen 2670 Juniorenspiele.

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