David Ohm

„Nicht zufriedenstellend“

David Ohm: Bald nicht mehr im Olper Trikot.

David Ohm: Bald nicht mehr im Olper Trikot.

Foto: MM

Olpe.   David Ohm wird, wie berichtet, zum Saisonende den Fußball-Westfalenligisten SpVg Olpe verlassen.

Wir sprachen mit dem 29-jährigen Außenstürmer.

Die Nachricht, dass Sie in Olpe aufhören, wird viele Fußballfreunde überrascht haben. Dürfen wir die Gründe erfahren?

David Ohm: Gründe hat sowas immer, klar. Aber das sollte so weit wie möglich intern bleiben. Der Vorstand weiß, dass ich gehe, jeder weiß, dass meine Anteile an den Spielen nicht zufriedenstellend waren. Dann muss man halt gucken, ob man sich sportlich verändert.

Sie gelten als einer, der einem Spiel neuen Schwung geben kann, ja sogar eine Wende. Haben Sie sich mehr Spielminuten gewünscht?

Ohne dass jetzt eine reißerische Schlagzeile dabei herauskommt - ja, ich hätte mir schon gewünscht, mehr zu spielen. Das ist sicherlich einer der Gründe.

Zur neuen Saison kommt mit Thomas Hütte ein anderer Trainer. Oft ist es so: Neuer Trainer, neue Perspektiven für einen Spieler, der nicht so oft zum Zuge gekommen ist. Haben Sie diese Hoffnung nicht?

Klar, kann man jetzt sagen, im Sommer kommt ein neuer Trainer. Aber die Versäumnisse liegen für mich eher in der Vergangenheit. Da muss ich klar sagen, dass das auch für mich den Ausschlag gegeben hat zu sagen: Okay, man hat vielleicht nicht mehr die Wertschätzung, man kann sich nicht mehr so einbringen. Dann sucht man sich eine andere Wirkungsstätte.

Also kein Gedanke ans Aufhören. Das wäre mit 29 Jahren auch arg früh. Sie werden sich einem anderen Verein anschließen...

Aufhören wäre eine Option gewesen, das gebe ich zu. Aber ich denke, dass ich noch drei, vier Jahre auf diesem Niveau spielen kann. Wenn sich gar nichts ergeben hätte, was mir zusagt, dann hätte ich mit dem Gedanken gespielt, die Schuhe an den Nagel zu hängen. Aber ich bin ganz positiv gestimmt, dass sich da noch was ergeben wird.

Es steht noch nichts fest?

Nein, bisher nicht.

Da Sie beruflich eingespannt sind, wird es ein Verein in der Nähe. Oder liegen wir da ganz falsch?

Das steht völlig außer Frage. Mein Berufseinstieg liegt unmittelbar hinter mir, meine Arbeitsstelle ist in Remscheid. Ich schaffe es auf jeden Fall, ohne größere Probleme dreimal pro die Woche am Training teilzunehmen. Dass das nicht völlig außerhalb von Olpe liegt, ist klar. Auf fünf oder zehn Minuten kommt es da nicht an. Aber ich werde nicht noch eine halbe Stunde in eine andere Richtung pendeln nach dem Training, das wär’ Wahnsinn, da würde man sich auch privat zu sehr einschränken.

Aber ein tieferklassiger Verein in der Nähe kommt nicht infrage?

Aktuell sicherlich noch nicht. Das kann möglicherweise mal aufkommen. Wenn mich vor einem Jahr einer gefragt hätte, hätte ich auch nie gesagt: Ich verlasse die Spielvereinigung Olpe. Aber so ändern sich die Dinge nun mal eben.

Die Nachricht, das Sie 2018/19 nicht mehr für Olpe spielen, dürfte inzwischen auch bis China vorgedrungen sein, sprich zum künftigen Olper Trainer Thomas Hütte. Der wird wenig amüsiert sein...

Er wird’s bestimmt erfahren haben. Es besteht ja enger Kontakt zwischen Björn Schneider und ihm. Aber ich kann in der Situation, in der ich jetzt war, keine Rücksicht auf Befindlichkeiten von Trainern nehmen. Ich muss sehen, dass ich für mich selbst das Beste finde. Wenn ich mich dreimal die Woche abhetze, um zum Training zu kommen, dann am Wochenende ins Ruhrgebiet fahre und dann auf der Bank sitze, dann geht einem auch der Spaß verloren. Das war in letzter Zeit so und es war kein Zustand, den ich länger erleben möchte.

Ihre überragenden Hereingaben werden den Olpern fehlen...

Der Außenspieler David Ohm ist ja nicht tot, anderswo geht es halt weiter. Es ist ja nicht so, dass ich aus der Welt bin. Ganz im Gegenteil. Ich werde mich irgendwo noch aktiv einbringen.

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