American Football

OC Wolves suchen ein neues Revier

Die Trainer Paco Benitez (links), Stefan Martin (rechts) und die Spieler der Wolves beim Training in der Grundschulhalle der Gräfin-Sayn-Schule. 

Die Trainer Paco Benitez (links), Stefan Martin (rechts) und die Spieler der Wolves beim Training in der Grundschulhalle der Gräfin-Sayn-Schule. 

Foto: Tim Cordes

Drolshagen.   Endlich gibt es auch im Kreis Olpe eine Möglichkeit, um American Football zu spielen. Die OC Wolves suchen noch Mitstreiter.

American Football boomt in Deutschland. Seitdem die Stars der amerikanischen Profiliga NFL (National Football League) regelmäßig im TV zu sehen sind, erlebt die Sportart hierzulande einen großen Aufschwung. Auch im Kreis Olpe.

Dort hat sich mit den OC Wolves die erste Mannschaft gegründet. Bald wollen die jungen Sportler am Ligabetrieb teilnehmen. Damit das funktioniert, bekommen sie Entwicklungshilfe von zwei erfahrenen Footballcracks.

Alles begann mit einer Nachricht. „Hast du Lust Football zu spielen im Kries Olpe?“, fragte Samuel Dergic seinen Kumpel Leon Fischbach. „Daraufhin habe ich geguckt, wo das im Kreis möglich ist und habe nichts gefunden. Einen Tag später habe ich ihn dann gefragt, wo es eine Mannschaft gäbe. Daraufhin hat er gesagt, dass wir selbst eine Mannschaft gründen würden“, erinnert sich Fischbach an die Entstehungsgeschichte.

„In Olpe gibt es nicht viel außer Fußball. Und da wollten wir etwas anderes machen“, erklärt Samuel Dergic die Beweggründe. Gemeinsam mit ihrem Freund Tom Selzer gründeten sie die OC Wolves.

Es begann im Freundeskreis

Anfangs war der Kreis der aktiven Spieler noch überschaubar. „Da haben wir eigentlich nur mit ein paar Freunden gespielt“, erklärt Leon Fischbach. Doch nachdem sich die Nachricht verbreitete, dass sich eine Footballmannschaft gegründet hat, wurden es immer mehr. 22 angemeldete Spieler sind es inzwischen.

Schnell wurde den Initiatoren klar, dass sie Hilfe brauchen, um das Training sinnvoll zu gestalten. Diese Hilfe fanden die jungen Gründer in Stefan Martin und Paco Benitez. „Die Jungs sind auf uns zugekommen und haben gefragt, ob wir ihnen helfen können. Wir haben uns das angeguckt und dann gesehen, dass da durchaus Potenzial vorhanden ist“, erklärt Paco Benitez, der gemeinsam mit Stefan Martin im Trainerstab der Iserlohn Titans aktiv war und sich nun voll auf den Aufbau des Teams in Drolshagen kümmert.

Dafür nehmen die Beiden auch große Distanzen in Kauf. Benitez kommt aus Iserlohn, Martin aus Werdohl, um das Training zu leiten. Und das Training ist derzeit noch schwierig. Da es noch keinen Platz gibt, auf dem die Wolves trainieren können, weichen sie einmal wöchentlich in die Turnhalle der Gräfin-von-Sayn-Grundschule in Hützemert aus.

Platzsuche hat Priorität

„Die Platzsuche hat oberste Priorität für uns, aber das ist nicht so einfach“, klagt Benitez. Einzelne Trainingseinheiten haben die Wolves bereits in Hillmicke absolviert, einmal in Kleusheim.

Nun wurde dem Team die Möglichkeit gegeben, in Iseringhausen zu trainieren. Doch bei dem kleinen Platz haben die Trainer Bauchschmerzen. „Für Football ist der Platz zu klein. Es fehlt an der Auslaufzone an den Spielfeldrändern. Da ist die Verletzungsgefahr sehr groß“, weiß Martin.

Perfekt war der Platz in Hillmicke. „Der war von der Größe her optimal für uns“, lobt Benitez. Doch die Belegung dort ist hoch. In vielen Kommunen herrscht auch eine gewisse Skepsis, wenn es um American Football geht. „Die haben Angst, dass wir denen den Kunstrasen kaputt machen. Aber das ist nicht der Fall. Die Beanspruchung ist nicht höher als beim Fußball auch“, weiß Benitez, der bereits 1989 seine erste Footballmannschaft in Hohenlimburg gründete.

Sponsoren werden dringend gesucht

Abgesehen von der Platzproblematik, ist auch die notwendige Ausrüstung ein großes Thema. „Wir suchen dringend Sponsoren, damit wir den Spielern auch die nötige Ausrüstung zur Verfügung stellen können. Die ist leider recht teuer, aber dringend notwendig, wenn man vernünftig trainieren und spielen möchte“, betont Martin.

Auch der Kader kann noch Neuzugänge vertragen. Dabei hat der Football einen großen Vorteil. „Football kann jeder spielen, egal ob klein und wendig oder groß und schwer. Wir suchen gerade noch für unsere Defense Line ein paar Schwergewichte. Das sind die wichtigsten Positionen. Jeder kann gerne zu uns kommen, um es einmal auszuprobieren. Wir freuen uns über jeden neuen Spieler“, verspricht Martin, der selbst lange Zeit als Spieler bei den Iserlohn Titans aktiv war.

Was macht die Faszination am Spiel aus? Benitez muss da nicht lange überlegen. „Viele Leute haben keine Vorstellung davon, was es bedeutet, zum Football zu gehen. Das ist ja nicht nur das Spiel selbst, sondern auch die ganze Show drum herum. Von der Hüpfburg über kleine Spiele, Popcorn, Hot Dogs und vieles mehr. Das ist ein großes Erlebnis für alle Besucher.“

Potenzial ist im Kreis vorhanden

Das zeigen auch die Zuschauerzahlen. Die Iserlohn Titans spielen regelmäßig vor 600 bis 900 Zuschauern. Vor drei Jahren haben sich in Lippstadt die Eagles gegründet und ziehen dort im Schnitt fast 2000 Zuschauer an. Zahlen, von denen Fußballvereine träumen.

Die Wolves sind optimistisch, dass auch sie bald am Spielbetrieb teilnehmen werden. „Das Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden. Unser Einzugsgebiet mit dem Kreis Olpe, sowie dem Märkischen und Oberbergischen Kreis riesig. Da sollten wir eine gute Basis haben“, ist Martin sicher.

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