Interview

Oliver Prinz über Corona: „Ausgangssperre? Das wäre bitter“

Oliver Prinz.

Oliver Prinz.

Foto: Michael Meckel / WP

Drolshagen.  Oliver Prinz, langjähriger Geschäftsführer des SC Drolshagen, ist begeisterter Hobbyläufer.

Er kann seinen Sport auch in der Corona-Krise ohne Beschränkungen ausüben. Noch.

Sind Läufer wie Sie, die allein durch die Natur rennen, zurzeit die glücklichsten Sportler der Welt?

Oliver Prinz: Wahrscheinlich. Ich bin Dienstag Abend noch allein durch den Wald bei Drolshagen gelaufen. Da kann ich niemanden anstecken und mich auch niemand. In 45 oder 60 Minuten begegnet man vielleicht mal einem Spaziergänger mit dem Hund. Da wird kurz gewunken und schon sind beide aneinander vorbei. Also null Kontakt. Was allerdings wegfällt, ist das Fitnessstudio, in das ich ab und zu gehe. Und Fußballspielen allein macht auch wenig Sinn.

Was wird, wenn eine Ausgangssperre kommt. Keine Angst davor?

Ich hätte in dem Fall auch die Möglichkeit, zuhause was zu machen. Ich habe bei mir ein kleines Fitnessstudio und trainiere da. Aber es wäre schon ziemlich bitter, vor allem, weil wie das Wetter jetzt gerade so schön ist. Außerdem: In einem kleinen Örtchen wie Drolshagen, was brächte da eine Ausgangssperre? Aber wenn sie kommt, muss ich mich natürlich danach richten, sonst ist wohl eine Strafe fällig. Bei einer solchen Entscheidung fragt keiner, ob der kleine Olli Prinz aus Drolshagen gern draußen laufen möchte.

Gibt es Laufveranstaltungen, die Sie schon fest eingeplant haben?

Wir laufen mit einer Firmenmannschaft regelmäßig beim Olper Teamcup mit (der ist normalerweise im Juni, d. Red.). Eigentlich fange ich jetzt so langsam an, in der Firma rum zu fragen, wer da mitmachen würde. Aber in diesem Jahr habe ich das noch nicht gemacht. Ich habe das Gefühl, im Moment brauche ich auch dazu niemanden zu fragen.

Was würden Sie, abgesehen von fehlenden Laufwegen in der Natur, von einer Ausgangssperre halten?

Es ist leider so, dass sich einige Leute nicht an bestimmte Dinge halten, die jetzt wichtig sind. Dann muss der Staat nun mal eingreifen.

Wie sehen Sie das aktuelle Coronavirus-Problem, abgesehen von den sportlichen Auswirkungen?

Keine Ahnung, wie es damit weiter geht. Ich arbeite im Büro, habe also keine Außentermine. Aber ich habe die Sorge, dass einige Menschen bald keinen Arbeitsplatz mehr haben, weil etliche Firmen gar nicht mehr planen können.

Bangen Sie auch um Ihren? Sie sind bei Polygonvatro beschäftigt.

Denke, nicht. Wasserschäden wird es immer geben.

Mit Oliver Prinz sprach Lothar Linke

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