Patrick Bettig

Karriere-Ende mit nur 25 Jahren

Patrick Bettig hat seine Karriere beendet – mit nur 25 Jahren.

Patrick Bettig hat seine Karriere beendet – mit nur 25 Jahren.

Foto: Reinhold Becher

Attendorn/Ferndorf.  Der Rückraumspieler des TuS Ferndorf aus Attendorn konzentriert sich ab sofort voll auf seinen Beruf.

Der Spagat zwischen Studium in Siegen, fast täglichem Training und den Spielen mit zum Teil weiten Anreisen war schon schwierig genug. Das Studium hat der linke Rückraumspieler in Diensten des TuS Ferndorf längst beendet, ist wieder nach Attendorn gezogen und arbeitet im Betrieb seines Vaters.

„Die Verantwortung in der Firma wird immer mehr. Und das passt einfach nicht mehr mit Handball überein“, hat Patrick Bettig feststellen müssen und die Konsequenzen gezogen. Mit gerade 25 Jahren verabschiedet sich der Attendorner vom Handballsport, der ihn mit dem TuS Ferndorf bis in die 2. Bundesliga geführt hat.

„Froh und erleichtert“

Der Entschluss, ganz aufzuhören, stand für Patrick Bettig länger fest und hat auch mit der Rückkehr des TuS in die 2. Liga zu tun. „Ferndorf will sich professioneller aufstellen und deutlich mehr trainieren“, weiß der Attendorner. Seine Entscheidung, das Trikot an den berühmten Nagel zu hängen, hat der Handballer mit dem Gardemaß von 1.94 Metern noch nicht bereut. Im Gegenteil: „Ich bin sehr froh und erleichtert.“

Das Ferndorfer Angebot, in der 2. Mannschaft zu spielen, hat Bettig abgelehnt. Bei ihm haben sich auch viele Vereine „von der Verbandsliga bis zur 2. Liga“ gemeldet - vergeblich. Natürlich nahm sein Heimatverein SG Attendorn/Ennest Kontakt auf. Aber mehr als nur ein lockeres Gespräch mit dem SG-Vorsitzenden Rudolf Möller, zufällig Nachbarn von Patrick Bettig in Attendorn, gab es nicht.

Offiziell verabschiedet wurde der 25-Jährige, der seit der A-Jugend für den TuS Ferndorf spielt, beim letzten Drittliga-Heimspiel gegen die SG Schalksmühle/Halver vor 900 Zuschauern in der Sporthalle Stählerwiese. Darunter war auch eine Abordnung des Stadtsportverbandes Attendorn, angeführt vom Vorsitzenden Rüdiger König. Mit einem 18:18 verpasste der Meister die perfekte Saison und kassierte den ersten und einzigen Minuspunkt in einer ansonsten tollen Spielrunde in der 3. Liga. „Patrick hat sich hier zu einem überdurchschnittlichen Rückraumspieler und Abwehrspieler im Deckungszentrum entwickelt“, schreibt der TuS auf seiner Homepage.

Der Handball ist Patrick Bettig in die Wiege gelegt worden. Vater Arnold, Mutter Heike und Onkel Jürgen Rengel waren aktiv. Seine Karriere begann der junge Patrick bei der SG Attendorn/Ennest. Zu seinen Trainern gehörten Monika Feldmann, Ute Hommerich und Michael Langer. Mit 15 wechselte er in die Jugendabteilung der SG Schalksmühle-Halver und spielte dort bis Oberliga. In seinem letzten Jugendjahr schloss sich Bettig dem TuS Ferndorf an und warf seine Tore in der A-Jugend-Regionalliga.

In seiner ersten Zweitligasaison 2012/13 mit den Siegerländern wurde der Attendorner nur sporadisch eingesetzt. Das änderte sich nach dem sofortigen Abstieg in die 3. Liga. 2014 kehrte Patrick Bettig mit dem TuS in die 2. Bundesliga zurück. Und weil aller guten Dinge drei sind, gehörte der 25-Jährige auch in diesem Jahr zur Aufstiegsmannschaft.

Von Rückschlägen blieb der BWL-Student nicht verschont. So war seine Karriere wegen einer hartnäckigen Verletzung am Ellenbogen in großer Gefahr. „Die Diagnose Knorpelschaden am Wurfarm war die schlimmste Diagnose, die ich als Handballer bekommen konnte“, erinnert sich Patrick Bettig. „Danach bin ich in ein tiefes Loch gefallen.“ Jetzt hat der Hansestädter im Alter von nur 25 Jahren mit dem Handball aufgehört. Mit Tennis und Radfahren will sich der 1.94-Meter-Mann fit halten. Ins Fittness-Studio geht er ohnehin fast täglich.

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