SG Attendorn/Ennest

Reicht das Vier-Tore-Polster zum Aufstieg?

Der Attendorner Trainer Ivo Milos mit seiner Mannschaft.

Der Attendorner Trainer Ivo Milos mit seiner Mannschaft.

Foto: Meinolf Wagner

Herdecke.   Kaum zu glauben aber wahr: Es sind zwei Aufsteiger, die in der Handball-Bezirksliga Südwestfalen an die Tür zur Landesliga klopfen.

Die SG Attendorn/Ennest und die HSG Herdecke/Ende. Am Donnerstag um 19.30 Uhr treffen sie zum dritten Mal innerhalb von fünf Tagen aufeinander. Diesmal in Herdecke. Dort ist das Rückspiel um Platz zwei. Das Hinspiel hatten die Attendorn/Ennester mit 35:31 gewonnen. Wer sich heute durchsetzt, ist direkt aufgestiegen, der Verlierer muss in eine Relegation.

Nervosität im Hinspiel

Beide Mannschaften waren bei der ersten Begegnung am Dienstag mehr als nervös; es wurde ohne Abwehr gespielt, beide Torhüter (Marcel Selter, Attendorn) und Noah Seuthe) bekamen kaum einen Ball an die Hand. SGA-Trainer Ivo Milos: „Jetzt wird Herdecke sicher nachdenken, ich bin auf die taktische Einstellung gespannt, dann wird auch die mannschaftliche Disziplin, sprich: so gut wie keine Zeitstrafen, entscheidend sein”.

Die Herdecker Maßnahme den Attendorner Spielmacher Marko Domjanic im Hinspiel von Beginn an in Manndeckung zu nehmen, funktionierte nur bedingt. So bekamen die Aufbauspieler Lars Müller und Jonas Springob mehr Räume, die im Zusammenspiel mit den Kreisläufern Marc Kedzierski und Johannes Köster optimal genutzt wurden.

Überraschend feierte Tim Kopperberg nach langer Verletzungspause ein Comeback, so hat Trainer Ivo Milos weitere personelle Möglichkeiten, um entsprechend auf einen Spielstand zu reagieren. Nils Berkenhagen der am Dienstag noch geschont wurde, gilt als zusätzliche Option im Rückraum.

Ob man die Manndeckung gegen den Attendorner Regisseur Marko Domjanic auch im zweiten Entscheidungsspiel aufrecht erhalten kann, ist mehr als fraglich. Luft nach oben ist in der Defensivarbeit der Hansestädter, denn es wurden keine guten Lösungen gegen die Herdecker Offensive gefunden. Ein Vier-Tore-Polster vor dem Rückspiel ist eine gute Basis - nicht mehr und nicht weniger. „Ärgerlich war das letzte Tor der HSG Herdecke. Ich will nicht hoffen, dass dieser Treffer entscheidend wird,“ sagt Lars Müller, Pressesprecher der SG Attendorn/Ennest.

Zurücklehnen können sich die Schützlinge des Attendorner Trainers Ivo Milos also auf keinen Fall. „Es wird kein Handballspiel der normalen Art werden, denn es ist Arbeit auf ganz hohen Niveau angesagt. Wir müssen versuchen, Herdecke mit einem engen Spiel unter Stress zu setzen“, so Lars Müller und vermeldet: „Unsere Mannschaft ist top fit. Wir haben im zweiten Durchgang Moral bewiesen sowie das Spiel über Tempo im Angriff entschieden.“

Co-Trainer Janik Müller schätzt: „Herdecke reicht aller Voraussicht nach ein Sieg mit vier Toren, denn mehr als 31 Auswärtstore werden wir bestimmt nicht werfen”. In den Entscheidungsspielen werden bei Punkt- und Torgleichheit die mehr erzielten Auswärtstore herangezogen. „Aber darüber wollen wir gar nicht reden”, so Janik Müller, „wir hatten am Dienstag nur zwanzig gute Minuten und es hat trotzdem gereicht. Trainer Milos muss man hoch anrechnen: Auch in schlechteren Phasen brachte er den Aufsteiger im Saisonendspurt mit einem hohen Niveau auf die Platte. Wir werden in jedem Fall alles dafür tun, nicht noch in der Relegation zu spielen“.

Der Herdecke Trainer Stephan Hellwig nach dem Spiel in Attendorn: „Es wird schwierig, aber dennoch machbar. Auch die hohe Quote an Auswärtstoren könnte das Pendel zu unseren Gunsten schlagen lassen“.

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