Kreissportbund

Rolf Kantelhardt geht an Bord

Große Ehre: Der scheidende KSB-Vorsitzende Wilfried Schauerte (links) erhält vom  LSB-Präsidenten Walter Schneeloch die Goldene Ehrennadel.

Große Ehre: Der scheidende KSB-Vorsitzende Wilfried Schauerte (links) erhält vom  LSB-Präsidenten Walter Schneeloch die Goldene Ehrennadel.

Foto: Lothar Linke

Olpe.   Er ist Wassermann. Sportlich betrachtet.

Doch den Eindruck, ins ein zu kaltes Wasser zu springen, vermittelte Rolf Kantelhardt, neuer Vorsitzender des Kreissportbundes Olpe, bei seinem ersten Auftritt vor diesem Gremium nicht. Lässig streute der frisch Gewählte, der im Segelsport zuhause ist, seine Antrittsrede in den vollen Saal des Kolpinghaus Olpe.

64 Jahre ist Kantelhardt, ein Alter, das ihn zu der Prognose veranlasste: „Ich werde nicht 25 Jahre lang Vorsitzender sein,“ sagte er in Anspielung auf seinen Vorgänger Wilfried Schauerte, der auf diese Spanne zurückblickte, „dann wäre ich fast so alt wie der Herr Winkels vom Landessportbund, ich werde das nicht bis neunzig machen.“

Bei DLRG und WSVB engagiert

Rolf Kantelhardt ist seit einem 13. Lebensjahr in der DLRG und beim Segelsport aktiv. In den letzten neun Jahren war er 1. DLRG-Vorsitzender. Beim Wassersportverein Biggesee (WSVB) übte er seit 1992 mehrere Funktionen aus. Im Deutschen Seglerverband gehört Rolf Kantelhardt dem höchsten Organ an, dem Seglerrat. Er ist nationaler Wettkampfleiter und Schiedsrichter bei großen Regatten, etwa der Kieler Woche oder bei Deutschen Meisterschaften.

Im Kreissportbund Olpe arbeitet Kantelhardt seit 2013 mit und wird noch bis Ende des Monats Geschäftsführer der Kinder im Ganztag (KiG) sein. Als Nachfolger von Karl Hofmeister wurde Kantelhardt 2. Vorsitzender des KSB.

Kantelhardts Wahl war Formsache. Was dem Versammlungsleiter, Landrat Frank Beckehoff, zupass gekommen sein dürfte. „Wir haben 27 Tagesordnungspunkte in anderthalb Stunden durchgebracht,“ berichtete Beckehoff, der frisch von der Kreistagsstitzung zur KSB-Versammlung gestoßen war, „dann sollten wir diesen Punkt 11 hier auch schaffen.“ Kantelhardt bekam das einstimmige Votum bei eigener Enthaltung.

Die Möglichkeit, sich in eigener Sache zu enthalten, hatte Peter Niklas (50), der neue 2. Vorsitzende des KSB, nicht. Sein Wahlprozedere verlief ungewöhnlich. Weil Niklas am gleichen Abend der Mitgliederversammlung des Dorfgemeinschaftsvereins Elben beiwohnen musste, stellte er sich zu Anfang der KSB-Veranstaltung vor, verschwand und wurde in Abwesenheit einstimmig gewählt.

Niklas („ich bin ein Wendscher Junge“) ist Diplomsportlehrer, besitzt mehrere Fachlizenzen und ist bekannter Fußballtrainer. „Ich habe immer Wert darauf gelegt, über den Tellerrand hinauszublicken.“

Wilfried Schauerte bekam einen würdigen Abschied. „Eine solche Lebensleistung können nicht viele vorweisen,“ hob Walter Schneeloch, Präsident des Landessportbundes, hervor. Er überreichte Schauerte eine besondere Auszeichnung: Die Goldene Ehrennadel des LSB.

Landtagsabgeordneter Jochen Ritter, der Siegener KSB-Chef Ottmar Haardt und Landrat Frank Beckehoff stimmten in das Lob ein. Beckehoff: „Garant für die gute Zusammenarbeit von Sport und Politik war Wilfried Schauerte.“ Auf eine Weise schloss sich da ein Kreis: Beckehoff, 1993 noch Stadtdirektor in Attendorn und Schauertes Vorgesetzter, hatte dem Dünscheder seinerzeit „grünes Licht“ für die Ausübung des KSB-Vorsitzes gegeben.

Schauerte nahm den Abend zum Anlass, vielen Mitstreitern zu danken, besonders aber seiner Ehefrau Magdalene. Schauerte: „Ohne sie und ohne ihre Zustimmung wären 26 Jahre Vorsitzender und weitere Ehrenämter nicht möglich gewesen.“ Er hoffe, dass er „zu besonderen Anlässen eine Einladung erhalte, denn der KSB ist mir in den vergangenen Jahren ans Herz gewachsen, und das wird auch so bleiben.“

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