Fußball-Kreisliga A

RW Lennestadt: Hier Spitze, da Schlusslicht

Wolfram Wienand, RW Lennestadt

Wolfram Wienand, RW Lennestadt

Foto: wp / WP

Grevenbrück.  Was war das bisher eine Saison für RW Lennestadt! Die Mannschaft winkt von Platz 1 auf die Konkurrenz der Fußball-Kreisliga A herab.

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Zwar habe man sich im Windschatten des SV Rothemühle nicht unwohl gefühlt. Der stand zwischen dem 10. und 17. Spieltag durchgehend ganz oben. Aber am letzten Sonntag setzten die Rot-Weißen den Blinker und wechselten auf die Überholspur. Sie selbst gewannen das Derby mit 3:0 gegen Elspe, während Rothemühle beim 0:0 in Möllmicke zwei Punkte liegen ließ.

„Die Euphorie ist riesengroß,“ sagt dann auch Wolfram Wienand und macht dies nicht nur an den hohen Zuschauerzahlen an der Habuche, den vielen mitreisenden Fans, sondern auch am Herzblut fest, mit dem die Vorstandsmitglieder und Helfer ihre Aufgaben verrichten. „Wer hat schon vier Hausmeister für sein Klubheim,“ spielt er auf die Rentner an, die das schmucke Gebäude an der Habuche regelmäßig in Schuss halten. Kürzlich, auf der Weihnachtsfeier bei Borns, sei nahezu die gesamte Mannschaft anwesend gewesen. Wienand: „Da haben wir richtig gezaubert.“

Aber der nähere Blick auf das Sportliche offenbart eine statistische Kuriosität. Denn während RWL in der offiziellen Tabelle Erster ist, bekleidet die Mannschaft im Fairness-Ranking der Kreisliga A den letzten Platz. Wie passt das zusammen?

Auch Wolfram Wienand ist dies natürlich aufgefallen, und er hat sich seine Gedanken darüber gemacht. So viel steht fest: Auffallend unfair ist seine Mannschaft nicht. Denn auch das zeigt die Fairnesstabelle (Quelle fussball.de): Die Vorplatzierten sind nur Nuancen weit weg. RWL hat den Quotienten von 3,11. Dann kommt schon der TuS Lenhausen mit 3,0. Da können ein, zwei gelbe Karten den Unterschied ausmachen. Und die hat man sich schnell eingehandelt. Viele der 45 Verwarnungen seien aus Situationen entstanden, die „eigentlich Pille-Palle“ waren, resümierte Wolfram Wienand. Viele seien dem niedrigen Alter, der Impulsivität, geschuldet. Aber ärgerlich sei die Blanz dennoch, klar.

Zwei Gründe hat er herausgefunden. „Wie gesagt: Wir haben viele junge Spieler,“ sagt Wienand, „es ist schon passiert, dass einer Gelb bekommen hat, weil er den Ball aus Frust über die Tartanbahn geschossen hat. Und das ist nicht einmal passiert, sondern drei Mal. Dieser Spieler hatte schnell fünf Gelbe zusammen, danach ist es nicht mehr vorgekommen.“

Ein weiterer Grund ist nach Wolfram Wienands Ansicht der Tabellenstand. „Wir kriegen schon zu spüren, dass wir da oben stehen.“ Da gibt es eher mal „was auf die Socken“, fügt der erfahrene RWL-Coach hinzu. Erst recht, wenn man, wie RWL, einige „Wirbelwinde“ in der Mannschaft hat. Quirlige, schnelle Spieler, die den Gegner irre machen. Die stecken ordentlich ein, teilen irgendwann dann aber auch mal aus.

Was einen Verein in der Wertung wie Blei herunter zieht, sind die Roten Karten. Drei an der Zahl hat RW Lennestadt in seinen bisherigen 18 Spielen kassiert, keiner hat mehr, nur Heggen hat gleich viele.

Fast wie Slapstick mutet da die erste Rote der Saison an. Die kassierte ein RWL-Spieler, der spät eingewechselt wurde und die kurze Spielzeit zu nutzen gedachte, sich die fünfte Gelbe „abzuholen“.

Er griff dann auch zu einem rustikalen Foulspiel, sah seinen Wunsch schon so gut wie erfüllt - und sah Rot. Das Ende vom Lied: Vier Wochen Sperre. Die zweite Rote der Saison, gegen Heggen, stand dem nicht in vielem nach. Sie ergab sich aus einem Zusammenprall. Wienand: „Der Heggener Torwart war 30 Meter aus seinem Kasten gestürmt, bei dem Zweikampf bekamen beide gleichzeitig die Rote.“

Platzverweis Nummer drei war erst am Montag ein Thema vor der Spruchkammer. Angeblich hatte der RWL-Torwart einen Akteur des SC LWL II, der eilends den Ball aus dem Netz wollte, geschlagen. Was sich am Ende als falsch herausstellte und sich harmlose Szene erwies. Denn der Keeper, der Sekunden zuvor vom LWL-Mann geschubst worden war, hatte lediglich aus Erregung die Versöhnungshand ausgeschlagen.

Wie sagte Wolfram Wienand so treffend: „Pille-Palle“.

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