Bike-Festival

Saalhausen im Radsport-Rausch

Start der Männer Eliteklasse. Vorn der spätere Sieger Maximilian Brandl (Nummer 37) und der Zweite Ben Zwiehoff (14), die sich auf der Wiese und im Wald einen spannenden Zweikampf liefern.

Start der Männer Eliteklasse. Vorn der spätere Sieger Maximilian Brandl (Nummer 37) und der Zweite Ben Zwiehoff (14), die sich auf der Wiese und im Wald einen spannenden Zweikampf liefern.

Foto: Volkher Pullmann

Saalhausen.   Die Organisationsprofis der Radsportabteilung des TSV Saalhausen hatten ihr Programm abgespeckt.

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„Nach Deutschen Meisterschaften, Marathon und Eliminator in den Vorjahren bieten wir nur noch das olympische Cross-Country-Event an“, so Pressesprecher Gerd Engelbertz und wies darauf hin, dass damit immer noch eine sehr umfangreiche Vorbereitung hinter dem rührigen Verein liegt.

Gefühlt war der halbe 1800-Seelen-Ort im Einsatz. Etwa 150 Helferinnen und Helfer hatten Tage zuvor alles bestens präpariert in dem Wiesen- und Waldgelände oberhalb und rund um das Bike-O-Drom, dem „bestbesuchten Erwachsenenspielplatz weit und breit“, wie Engelbertz es formulierte. Den annähernd 600 Bikern aus vielen Ländern Europas wie Benelux, Schweden, Norwegen, Frankreich und selbst Ungarn konnte wieder einmal ein knackiger Parcours angeboten werden.

Bis zum Krombacher Uphill ging es nur bergauf. „Brutal hart“ so der spätere Sieger der Eliteklasse, Maximilian Brandl. Dann ging es über SKS-Painwall zum Pontax-Track und zum Tracto Downhill, einer extremen Steilabfahrt, an der Stürze fast vorprogrammiert waren oder Biker auch mal aus dem Sattel gingen und die Sicherheit bevorzugten. An der Lenne entlang bis zu den engen überhöhten Kurven im Bike-O-Drom, um dann nach der Lennestädter Schatzkurve das Ziel nach dem langen Auf und Ab vor Augen zu haben.

Es war also alles dabei, was das Bikerherz begehrte. Das galt aber nicht nur für den sportlichen Teil, sondern auch für die äußeren Bedingungen. „Nach Sturm, Hagel und Gewitter in der Vergangenheit wurden wir dieses Jahr vom Schnee überrascht, ein Novum“, so Engelbertz. Zumindest am Samstag, als auch die Kids in Aktion waren, war es stellenweise grenzwertig. Und doch hatte der Nachwuchs seinen Spaß und kämpfte um jede Sekunde.

Internationales Radsport-Flair

Die heimische Region war sparsam vertreten. Gerade in der Bamibini-Klasse (U7) und den Kids (U9) gingen zahlreiche Absagen wegen Krankheit ein. So war es allein Jan Ole Junge (Platz 3) und Konrad Kalski (Platz 5) vom Ausrichter Shark Attack vorbehalten, in dem 13-köpfigen Teilnehmerfeld der U13 in die Top-Sechs zu fahren.

Großen Sport lieferten auch und vor allem die Rennen der Eliteklasse. Sowohl in den Wettbewerben der Frauen wie auch der Männer setzten sich trotz hochkarätiger Konkurrenz mit Nina Benz aus Laichingen/Baden-Württemberg und Maximilian Brandl aus Freiburg zwei junge deutsche Athleten durch. Brandl, der 22-jährige Biologiestudent der Uni Freiburg gab näheren Einblick in seine letztlich erfolgreiche Taktik. „Schon beim ersten brutal harten Anstieg musste ich Ben Zwiehoff ziehen lassen. Der ist sechs, sieben Kilo leichter als ich und hat natürlich am Berg Vorteile, dort machte er Druck.“

Er selbst sei „nur auf Schadensbegrenzung bedacht,“ gewesen. Gegen Ende der fünften Runde, einem Flachstück, konnte Brandl attackieren, legte schnell etwa fünfzehn Meter vor, damit er nicht in den Windschatten kam. Die Kalkulation ging auf. In der Schlussrunde konnte er noch zulegen und hatte am Ende 25 Sekunden Vorsprung.

Nina Benz, die vor der Belgierin Githa Michiels über den Zielstrich fuhr, atmete noch schwer durch: „Puh, das war richtig anstrengend, aber es hat riesigen Spaß gemacht,“ sagte die Dritte der U19-DM von 2016 und Vierte der U23-DM und zeigte sich angetan von der Atmosphäre in Saalhausen.

Das große Radsportflair war überall spürbar. Volle Parkplätze, internationale Kennzeichen an den vielen Wohnmobilen und Wohnwagen, Ersatzteillager an neuralgischen Stellen wie am Ende des Tracto-Downhill und vor der Einfahrt zum Bike-O-Drom vermittelten auch dem Laien: „Hier ist Radsport auf hohem Niveau.“

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