Bezirksliga 5

SC Drolshagen feiert größten Erfolg der Vereinsgeschichte

Freudentaumel in lila und weiß: Der SC Drolshagen feiert mit seinen Anhängern den Aufstieg in die Landesliga.

Freudentaumel in lila und weiß: Der SC Drolshagen feiert mit seinen Anhängern den Aufstieg in die Landesliga.

Foto: Lothar Linke

Salchendorf.   Was für eine Saison, was für ein Ende: Mit einem 4:1-Sieg bei Germania Salchendorf gelingt dem SC Drolshagen ein Novum in der Stadtgeschichte.

Der SC Drolshagen hat die Tür in eine neue Zeitrechnung aufgestoßen. Ja, genau: Aufgestoßen, und nicht still geöffnet. Denn mit einem beherzten Sprung nahm die Mannschaft von Trainer Holger Burgmann die Hürde Germania Salchendorf. Eine Hürde, der er im Vorfeld mit gebührendem Respekt entgegen geblickt hatte. Getragen von fast 300 phantastischen Fans, angereist in drei Bussen und zig Privat-Autos, schuf der SC Drolshagen früh klare Verhältnisse. Am Ende feierte er ein 4:1 (2:0) im Wüstefeld. Zweimal traf Johannes Knorn (18., 55.), je einmal Eike Pfeiffer (31.) und Oliver Weuste (79.).

Und damit gelang dem SC Drolshagen die Sensation: Der Aufstieg in die Fußball-Landesliga. Zum ersten Mal spielt eine Mannschaft aus dem Stadtgebiet Drolshagen in dieser Klasse.

„In der ersten Halbzeit hat man uns schon eine Nervosität angemerkt. Selbst bei unseren gestandenen Spielern.“ Auch er selbst sei trotz einiger Aufstiege in seinem Lebenslauf „extrem angespannt“ gewesen, verriet Holger Burgmann. Selbst beim 3:0 sei er sich nie so ganz sicher gewesen. „Wenn da mal einer durchrutscht, und noch einer vielleicht...“ dann kann es eng werden, erinnerte Burgmann an ein Phänomen, das er erst vor einer Woche am eigenen Leibe erfahren hatte. Nämlich was alles möglich ist im Fußball: Gegen Niederschelden hatte seine Elf das Siegtor in der 95. Minute erzielt. Nach dem 4:0 sei die Anspannung dann aber weg gewesen. Burgmann: „Ich dachte, es wird hier eine ganz knappe Kiste. Zum Glück haben sie es früh entschieden - zu Gunsten meiner Nerven.“

Burgmann von Mannschaft beeindruckt

Für Burgmann persönlich war es ein Start-Ziel-Sieg. Erst im letzten Sommer hatte er die Nachfolge von Matthias Würde angetreten. „Das ist schon eine Sensation, was hier passiert ist,“ sagte er, „ich bin sicherlich ein Teil der Kette. Aber wenn sowas gelingt, was uns hier gelungen ist, dann müssen schon viele Zahnräder zusammen passen, vom Vorstand angefangen.“

Was Holger Burgmann sehr beeindruckte: Die Art und Weise, wie die Truppe gravierende Verletzungsausfälle weggesteckt hat. „Als zum Beispiel Sebastian Wasem ausfiel, haben einige wahrscheinlich gedacht: Jetzt brechen sie ein,“ vermutete Holger Burgmann, der gestand, sich auch gefragt zu haben: „Bleiben wir so konstant bis zum Ende der Saison? Es sind ja nicht irgendwelche Spieler ausgefallen. Wenn wir Dritter, Vierter werden hätte keiner was sagen können.“

Aber nun ist man Erster. Weil die Mannschaft diese Ausfälle super kompensiert habe. Christopher Koch (vorderes Kreuzband), Kosta Mergas (Kniescheibe gebrochen), Arber Krasniqi (Bänderriss im Knöchel). Und Torwart Jannis Rothstein.

Ruheposten Tom Gummersbach

Für ihn musste A-Jugendtorwart Tom Gummersbach ins kalte Wasser. „Wahnsinn, was der für eine Serie gespielt hat, was der für eine Ruhe ausgestrahlt hat.“

Und als Wahnsinn sah auch Kapitän Christian Rieder den Werdegang seines Vereins. „Seit Drolshagen Bezirksliga spielt, bin ich dabei. Wir haben Jahre gegen den Abstieg gespielt, und uns dann immer kontinuierlich verbessert. Es ist der Verdienst der Mannschaft, des ganzen Vereins, dass wir jetzt da oben stehen.“

Auf der Hinfahrt sei man angespannt, nervös gewesen. Aber man habe nichts zu verlieren gehabt, und sich bewusst gewesen, in jeder Zeit ein Tor erzielen zu können - wie eben gegen Schelden vor Wochenfrist.

In all der Siegesfreude gingen Holger Burgmanns Gedanken auch zum SV Ottfingen, den er selbst ja schon trainiert hatte. „Benjamin Simon hat da bislang einen Superjob gemacht. Ich weiß, wie er sich jetzt fühlt. Für die Entscheidungsspiele wünsche ich ihnen jetzt viel Glück.“

Für Tobias Stahlhacke war es „wie eine Befreiung nach all der Arbeit, die da beim SC Drolshagen geleistet worden ist“. Der sportliche Leiter des SCD weiß nur zu genau einzuschätzen, was da gestern in Salchendorf vollendet worden ist. „Vor drei Jahren hing unser Klassenerhalt in der Bezirksliga noch am seidenen Faden. Die Entwicklung in diesen drei Jahren ist enorm, unter Matthias Würde und jetzt unter Holger Burgmann.“ Sein Fazit: „Wir haben viele Entscheidungen richtig getroffen.“ Und diesen Aufschwung mit einer Leistung gekrönt, die Stahlhacke als „meisterlich“ einstufte.

Wie Burgmann hebt auch der Sportliche Leiter hervor, wie die Mannschaft mit vielen Widrigkeiten umgegangen war. Die Geschlossenheit im ganzen Verein sei ein wichtiger Faktor gewesen, sagte Stahlhacke und wollte es nicht versäumen, auch Personen zu erwähnen, die nicht mehr dabei sind, aber großen Anteil an dieser Entwicklung haben, „wie Thomas Hilbig, unsren langjährigen Kapitän, um nur einen zu nennen.“

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