Blutkrebs

SC Drolshagen ist bereit zur DKMS-Registrierungsaktion

Sportlerinnen und Sportler des SC Drolshagen werben für die Typisierungsaktion (von links): Christian Beekhuis, Jana Grebe, Nils Marschall, Marie Schröder, Christopher Bock und Lea Ringsdorf. 

Sportlerinnen und Sportler des SC Drolshagen werben für die Typisierungsaktion (von links): Christian Beekhuis, Jana Grebe, Nils Marschall, Marie Schröder, Christopher Bock und Lea Ringsdorf. 

Foto: Stefanie Libera

Drolshagen.  Ein kurzer Wisch durch den Mund mit einem Wattestäbchen kann Menschenleben retten. Genau das will der SC Drolshagen am Samstag erreichen.

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Diese Statistik schockiert: Alle 15 Minuten erhält ein Mensch in Deutschland die Diagnose Blutkrebs. Helfen können den Betroffenen nur Stammzellenspenden. Der SC Drolshagen möchte Betroffenen helfen- mit einer Registrierungsaktion am Samstag im SC-Treff.

Die Vorbereitungen gehen in die heiße Phase. 500 Registrierungsstäbchen hat Christopher Bock geordert. „Ich weiß nicht, ob das ausreichen wird, wir haben ja noch überhaupt keine Erfahrungswerte mit solchen Registrierungsaktionen“, erklärt der Initiator, der mit seiner Idee beim SC Drolshagen offene Türen einlief. „Der Verein und auch mein Arbeitgeber, die Hellersen-Kliniken, haben sofort ihre Unterstützung zugesagt“, bedankt sich Bock für die unkomplizierte Umsetzung. Durch den Fall des kleinen Leonard aus Meinerzhagen, der im Juni an Blutkrebs erkrankte, hat die Aktion am Samstag noch eine besondere Nähe bekommen. Der sechsjährige Junge benötigt dringend Hilfe. Insofern sind viele potenzielle Spender gefordert, um nicht nur Leonard, sondern auch für alle anderen Betroffenen Hoffnung auf Heilung zu geben.

Einfaches Prozedere

Das Prozedere ist denkbar einfach und absolut schmerzfrei: „Am Samstag werden allen gewillten Spendern jeweils Wattestäbchen ausgehändigt um die Wangenabstriche selbstständig durchführen zu können. Diese benutzten Stäbchen werden dem Labor der DKMS zu gesendet um die Gewebemerkmale zu analysieren. Anhand der Gewebemerkmale kann ermittelt werden, ob unter den Freiwilligen passende Spender sind“, sagt Bock, der selbst seit 2013 registriert ist und im vergangenen Jahr einmal zum erweiterten Spenderkreis gehörte.

„Ich wurde angeschrieben, dass ich zur Grobauswahl gehören würde. Zwei Tests mussten noch gemacht werden, aber danach habe ich leider nie wieder was gehört“, erinnert sich der Drolshagener. Doch dann stieß er im sozialen Netzwerk Instagram auf eine Anzeige der DKMS. „Dort wurden Spender gesucht und die Idee für die Registrierungsaktion entstand“, sagt Bock.

Zwei Verfahren zur Entnahme

Sollte ein Spender ausgewählt werden, gibt es zwei Verfahren, um die Stammzellen zu entnehmen. Die häufigste Variante ist die periphere Stammzellenentnahme, die in gut 80 Prozent aller Fälle angewendet wird. Das Prozedere ist ähnlich wie bei einer Blutspende mit dem Unterschied, dass dem Spender vorher der Wachstumsfaktor G-CSF verabreicht wird. Zweite Möglichkeit ist die Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm. Ein Verfahren, das unter Vollnarkose durchgeführt wird und einige Tage stationären Krankenhausaufenthalt bedarf.

Die Registrierung ist kostenlos, allerdings hoffen die Drolshagener auf einige Spenden. „Die Auswertung eines Stäbchens kostet die DKMS 35 Euro. Geld, das sie komplett über Spenden erwirtschaften müssen“, weiß der Drolshagener. Aus diesem Grund gibt es neben der eigentlichen Registrierungsaktion auch die Möglichkeit Kaffee und Kuchen zu kaufen, bzw. Geld zu spenden. „Wir prüfen gerade noch die Möglichkeit, ob wir Spendenquittungen ausstellen können“, erklärt Bock.

Hohe Reichweite erzielt

Mehrere Helfer sind während der Registrierungsaktion im Einsatz, um die Daten der Spender aufzunehmen und die Typisierung durchzuführen. „Wir planen erstmal mit zwei Helfern pro Bereich und hoffen, dass wir damit klarkommen“, betont das Drolshagener Vorstandsmitglied. Wie viele Leute kommen werden? Davon haben die Initiatoren keine Vorstellung. „Die Aktion ist auf jeden Fall schon viral gegangen“, verrät Bock. Allein über die sozialen Netzwerke sind tausende Menschen erreicht worden.

„Das Echo war bereits sehr positiv. Aber wie viele von den erreichten Leuten überhaupt kommen werden, kann ich überhaupt nicht einschätzen“, lässt sich Bock gerne überraschen. Laut DKMS kommen zu Sportvereinen, die Typisierungsaktionen durchführen, im Schnitt 150 Spender. Doch die Zahl relativiert sich schnell, weiß Bock. „Die machen meistens keine Werbung für die Aktionen. Wir hoffen, dass wir am Ende des Tages alle Stäbchen verbraucht haben.“

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