Westfalenliga

SC Neheim verlangt Finnentrop/Bamenohl alles ab

Tobias Kleppel (2. von links) erzielt beide Tore für Finnentrop/Bamenohl. Hier das 2:1-Siegtor

Tobias Kleppel (2. von links) erzielt beide Tore für Finnentrop/Bamenohl. Hier das 2:1-Siegtor

Foto: Lothar Linke

Finnentrop/Bamenohl.   Fußball-Westfalenligist SG Finnentrop/Bamenohl gewann gegen den SC Neheim nach hartem Kampf mit 2:1.

Schon als das Spiel seine ersten Umdrehungen gemacht hatte, kristallisierte sich heraus: Mit dem SC Neheim würde die SG Finnentrop/Bamenohl einen äußerst zähen Brocken auf dem Teller liegen haben. Entsprechend erleichtert, und gleichermaßen abgekämpft registrierten die Spieler im grünen Trikot nach 95 Minuten den Schlusspfiff, der den 2:1 (1:1)-Sieg der Finnentrop/Bamenohler amtlich machte.

Klose verhindert das sichere 2:2

Erleichtert auch deshalb, weil Sekunden vorher das 2:2 hätte fallen müssen. „Den hatte ich drin gesehen,“ kommentierte SCN-Trainer Alex Bruchhage den Kopfball von Burak Yavuz, den SG-Torwart Ingmar Klose mit einem tollen Reflex irgendwie noch entschärfte. „Unterm Strich wäre das 2:2 vielleicht auch das gerechtere Ergebnis gewesen,“ gab Ralf Behle, Trainer der Sieger, fair zu, „auf der anderen Seite war es nicht unverdient, weil wir wirklich alles rausgehauen haben an Kampfbereitschaft und Einsatzbereitschaft.“

Behle hatte gewusst, was seiner Elf da bevor stand. „Der Trainer hat uns eingeimpft, dass mit Neheim ein sehr kampfstarker Gegner“ kommen würde, verriet Mike Schrage nachher.

Der Coach hatte nicht zu viel versprochen. Neheim stand kompakt, ließ gegen das bis dahin torgefährlichste Team der Liga sehr wenig zu und schaltete ungeheuer schnell um. Bruchhage: „Wir wollten uns nicht verstecken und nicht in Ehrfurcht erstarren vor einem Gegner, der um den Titel mitspielt. Ich denke, es war, wie schon im Hinspiel, ein Duell auf Augenhöhe.“

Für die SG barg das Ganze ein Risiko. „Wenn du offensives Pressing spielst, dann musst du aufpassen, das du hinten keine Kirsche reinkriegst,“ fasste Ralf Behle das Knifflige an dieser Aufgabe zusammen. Das Vorhaben, die Neheimer Außen zu doppeln, sei anfangs nicht voll aufgegangen.

Es schien trotzdem wiederum gut zu gehen, wie in den meisten Spielen zuvor, Erst recht, als die Finnentrop/Bamenohler in der 29. Minute die Führung hin bekamen: Heiko Entrup schickte Hasan Dogrusöz auf rechts, der legte präzise in die Mitte, wo Tobias Kleppel wuchtig abzog und traf.

Was keiner für möglich hielt, trat dann ein: Aus dem Mittelanstoß nach dem 0:1 heraus erzielte Neheim den Ausgleich. Johannes Thiemann war Cristopher Hennes entwischt, hatte quer gelegt, wo Mahmut Yavuzaslan nur noch einschieben brauchte. Behle: „Da bist du vielleicht nicht so konzentriert. Das darf nicht passieren, aber ist passiert. Anderseits spricht das für die Klasse von Neheim.“

Freistoß an die Torlatte

Dennoch wäre unmittelbar vor der Pause fast noch das 2:1 für die Gastgeber gefallen. Tobas Kleppel hatte gestern sein Visier gut eingestellt - nicht nur wegen seiner zwei Tore, sondern vor allem beim Freistoß in der 45. Minute, der, so kunstvoll er gezirkelt war, nur an die Latte klatschte.

Aus der Pause kamen die Finnentrop/Bamenohler verbessert heraus, es gelang ihnen, fortan mehr Druck zu erzeugen. Und sie schienen mit Tobias Kleppels 2:1 in der 54. Minute auch auf Siegkurs zu steuern. Behle: „Wenn du die Konter in den letzten fünf, zehn Minuten vernünftig zu Ende spielst, machst du den Sack zu mit dem 3:1. Das haben wir nicht, und das war unclever.“

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