Fußball-Oberliga

SG Finnentrop/Bamenohl bleibt der Mindestlohn verwehrt

Den Elfmeter von Michel Harrer (links) pariert der Finnentrop/Bamenohler Torwart Ingmar Klose, doch bei Harrers Nachschuss aus kürzester Entfernung muss er sich geschlagen geben.

Den Elfmeter von Michel Harrer (links) pariert der Finnentrop/Bamenohler Torwart Ingmar Klose, doch bei Harrers Nachschuss aus kürzester Entfernung muss er sich geschlagen geben.

Foto: Rene Traut

Siegen.  Trotz einer der starken Leistung und einer Aufholjagd mit zehn Mann von 0:2 auf 2:2 verliert Fußball-Oberligist Finnentrop/Bamenohl bei SF Siegen.

Diskussionsstoff gab es reichlich nach dem Südwestfalen-Duell der Fußball-Oberliga im Leimbachstadion Siegen vor 631 Zuschauern. Aber an einer Szene entzündete sich die Debatte besonders bei der unverdienten 2:3 (0:0)-Niederlage der SG Finnentrop/Bamenohl bei den Sportfreunden Siegen.

Doppelte Bestrafung

Es war die in der 66. Minute. Da war der Siegener Satoshi Horie im Begriff, mit Schwung in den Strafraum einzudringen, Innenverteidiger Lasse Strotmann versuchte zu retten was zu retten war, schaffte das allerdings nur noch durch ein Foulspiel. Schiedsrichter Johannes Liedtke zeigte auf den Elfmeterpunkt, gab Strotmann knallrot. Michael Harrer, Kapitän der Gastgeber, verwandelte zum 2:0. Torwart Ingmar Klose hatte noch pariert, aber der Nachschuss saß.

Was Schiedsrichter Liedtke übersah: Das Foul ereignete sich knapp, aber recht gut sichtbar vor dem Sechzehner. „Vom Gefühl her war es außerhalb“, sagte auch Strotmann nachher, „von daher war es eine Rote Karte. Wenn er Elfmeter gibt, ist es eine Gelbe“. So aber war es eine Doppelbestrafung. Die ist de facto abgeschafft. Lasse Strotmann und einige seiner Mannschaftskameraden wiesen den Unparteiischen auch darauf hin. Strotmann: „Aber er meinte nur, dass er die Entscheidung nicht mehr zurücknehmen könne. Man muss es leider so hinnehmen“. Auf der Gegenseite hätte es auch gut zwei Strafstöße für die Gäste sein können. Einer, nachdem Heiko Entrup umgestoßen worden war, dann nach einem Handspiel in der zweiten Halbzeit.

Es schien mindestens die Vorentscheidung gewesen zu sein. Doch dass die Finnentrop/Bamenohler über enorme Aufhol-Qualitäten verfügen, weiß ganz Westfalen seit dem 5:4 gegen den SC Paderborn II - und das zeigten sie, wenn auch nicht wieder so gewaltig, auch gestern. Diesmal, war „nur“ ein 0:2 aufzuholen. Das allerdings zu Zehnt. „Dann wird’s brutal schwer“, weiß Behle nur zu genau.

Entrup elegant

Doch: Die Operation gelang innerhalb von neun Minuten. Joker Robin Entrup zirkelte einen Freistoß zum 1:2 in die Maschen. Diesmal, war’s nicht einer seiner gefürchteten Kanonenschläge, sondern eine Kreation der eleganten Art.

Das 2:2 entsprang einer Art Flanke von Moritz Thöne. Die senkte sich über den Siegener Keeper hinweg auf tückische Weise ins Tornetz - mitsamt einem Siegener Abwehrspieler, der noch zur Rettung hinzugeeilt war. Vergeblich.

Dass es am Ende nicht langte zu wenigstens einem Punkt, und Siegen per Kopfballtor von Michel Harrer in der 83. Minute noch das 3:2 erzielte, war aus Sicht der Gäste ärgerlich, denn die waren über die 90 Minuten gesehen die bessere Mannschaft. Schon eine Halbzeitführung hätte sich die Behle-Elf verdient, allein durch eine tolle Direktabnahme von Phillip Hennes nach Balleroberung von Gordon Meyer auf rechts, und einem Schuss von Caprobin, der sich auf das Netz senkte.

„Wir hatten Dominanz im Spiel, haben Chancen herausgespielt - unterm Strich war es eine Top-Leistung“, lobte SG-Trainer Ralf Behle seine Mannschaft für ihre Riesenmoral, „wenn an mit zehn Leuten noch so anläuft und Druck macht, das 2:2 erzielt, das 2:3 kriegt und dann die Chance zum 3:3 hat - dann ist das eine Leistung, auf die man aufbauen kann“. Pechvogel in der letzten Spielminute war Phillip Hennes, der jagte den von Robin Entrup quer gelegten, aber kurz vor ihm aufgesprungenen Ball aus guter Positions übers Tor.

Mit leeren Händen ging’s auf die kürzeste Heimreise, die die Oberliga für die Finnentrop/Bamenohler bereit hält. Aber auch mit einer Erkenntnis. Ralf Behle: „Wir sehen, dass für uns der Anpassungsprozess in dieser Liga stattfindet, wir wollen Entwicklung, wir wollen vorne drauf gehen, das haben wir heute gemacht gegen einen starken Umschaltgegner. Von daher bin ich heute zufrieden“.

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