Kreispokal Olpe

So hat der RSV Listertal die Pokalsensation geschafft

Pokalhelden: C-Kreisligist RSV Listertal hat in der ersten Runde des Kreispokals den Landesligisten SC Drolshagen geschlagen. 

Pokalhelden: C-Kreisligist RSV Listertal hat in der ersten Runde des Kreispokals den Landesligisten SC Drolshagen geschlagen. 

Foto: Verein / WP

Hunswinkel.  250 Zuschauer haben in Hunswinkel ein historisches Pokalspiel gesehen. Trainer Jens Dörscheln erklärt, wie der Coup gelungen ist.

Der Kreispokal ist immer für eine echte Sensation gut. Gelang vor wenigen Wochen noch dem A-Kreisligisten Türk Attendorn ein Sieg gegen die SG Finnentrop/Bamenohl, setzte der RSV Listertal noch einen drauf. Erstmals gelang es einem C-Kreisligisten mit dem SC Drolshagen einen Landesligisten auszuschalten.

„Ich glaube, dass Drolshagen uns ein bisschen unterschätzt hat“, schätzt Jens Dörscheln, Trainer des RSV Listertal. 4:3 gewann seine Mannschaft gegen den vier Klassen höher spielenden Gast. Und das in der regulären Spielzeit, nicht im Elfmeterschießen. Ein Eindruck, den auch Holger Burgmann, Trainer des SC Drolshagen, teilt: „Die Einstellung hat gegen Listertal nicht gestimmt, wir haben uns nicht clever genug angestellt.“

Frühes Pressing überfordert SCD

Die Listertaler, die von Anfang an mutig auftreten wollten, setzten die Drolshagener schnell unter Druck. „Wir haben sie früh angegangen und gepresst, damit sind die nicht zurecht gekommen“, hat Dörscheln offenbar die richtige Taktik gegen den Favoriten gewählt. Hinzu kommt die überragende Fitness seiner Mannschaft.

Anders als in solchen Paarungen üblich, brach der RSV in der Schlussphase nicht ein. „Wir haben eine junge Mannschaft, die konditionell echt gut drauf ist“, bestätigt Dörscheln. So drehten die Listertaler nach einer Drangphase des SC zu Beginn der zweiten Halbzeit in der Schlussphase auf, verwandelten den 1:2-Rückstand in eine 4:2-Führung. Erst in der Nachspielzeit gelang dem Favoriten der Anschlusstreffer. Doppelt bitter für die Burgmann-Elf.

In der Nachspielzeit sah Eike Pfeiffer die Rote Karte. „Eike Pfeiffer ist jetzt auch für die Liga gesperrt. Sowas darf ihm nicht passieren, er ist erfahren genug und muss sich anders verhalten. Eike war gut in Form, jetzt wird er der Mannschaft enorm fehlen“, ärgert sich Burgmann.

Jetzt soll die Meisterschaft her

Auf der anderen Seite wollen die Listertaler, die den großen Erfolg bis tief in die Nacht am Sportplatz in Hunswinkel gefeiert haben, den Schwung mit in die Meisterschaft nehmen- „Unser Ziel ist ganz klar, in diesem Jahr aufzusteigen. Wir haben eine Mannschaft, die ich vom Potenzial her sehe wie einen Mittelfeldverein aus der Kreisliga A. Die Jungs sind sehr talentiert. Sie müssen es nur mal konstant auf den Platz bringen“, lobt der Trainer.

Bereits in der vergangenen Saison sind die Listertaler hauchdünn am Aufstieg gescheitert. „Da hat uns der Coronaabbruch einen Strich durch die Rechnung gemacht“, verrät Jens Dörscheln, der die Mannschaft gemeinsam mit Benjamin Gerth trainiert. Dass soll in diesem Jahr anders werden. Der Start war bereits verheißungsvoll, nach zwei Siegen aus zwei Spielen steht die Mannschaft hinter dem SV Rothemühle II auf dem zweiten Platz.

Schwung mitnehmen

Der Überraschungscoup im Pokal soll der Mannschaft zusätzliche Motivation geben. „Das ist zwar ein großes Kontrastprogramm, wenn du erst gegen den SC Drolshagen spielst, dann spielfrei hast und eine Woche später kommt Hünsborn III. Aber das müssen die Jungs hinbekommen“, fordert Dröscheln von der Mannschaft, die neben zahlreichen Eigengewächsen auch Spielern aus Meinerzhagen und Halver eine fußballerische Heimat bietet.

Nicht lange aufhalten mit dem Pokal-Aus will sich Holger Burgmann. „Die Zeit kann nicht mehr zurückgedreht werden, wir müssen das Ergebnis hinnehmen. Die Mannschaft muss jetzt nach vorne blicken und Spiel abhaken“, weiß der SC-Trainer.

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