Aktion

Sportlerehrung: Der Abend der Asse in Rüblinghausen

Wilfried Schauerte, das Ass des Jahres, umrahmt von den Erstplatzierten unserer Sportlerwahl; von rechts Melina Schöttes (Sportlerin des Jahres), die Startgemeinschaft Olpe/Fretter (Mannschaft des Jahres) sowie Jörg Heiner (Sportler des Jahres).

Wilfried Schauerte, das Ass des Jahres, umrahmt von den Erstplatzierten unserer Sportlerwahl; von rechts Melina Schöttes (Sportlerin des Jahres), die Startgemeinschaft Olpe/Fretter (Mannschaft des Jahres) sowie Jörg Heiner (Sportler des Jahres).

Foto: mewa

Rüblinghausen.  In einer Feierstunde ehrte die Westfalenpost ihre Sportler des Jahres in Rüblinghausen.

Noch ein Höhepunkt zum Schluss der WP-Sportlerehrung in Rüblinghausen: das Ass des Jahres. Und wer hätte es mehr verdient als der langjährige Vorsitzende des Kreissportbundes Olpe, Wilfried Schauerte?

Körperlich derzeit außer Gefecht gesetzt, hievten starke Turner des TV Langenei-Kickenbach den verdutzten Ex-KSB-Chef aufs Podium. Wilfried Schauerte, der ein Vierteljahrhundert die verwaltungstechnischen und auch organisatorischen Geschicke aller sporttreibenden Vereine im Kreis Olpe lenkte.

Ein Mann zu Recht im Mittelpunkt, wurde geehrt für sein Lebenswerk, das allen Sportlern zugutekam. Lang anhaltender Beifall ließ die Wertschätzung für den Dünscheder deutlich erkennen.

Vergleiche schier unmöglich

Vorangegangen waren an einem stimmungsvollen Abend die Ehrungen. Sind die Platzierungen gerecht? Aber das hieße Äpfel mit Birnen vergleichen. Jan Philipp Springob, ein motorsportliches Super-Talent, war der wohl schnellste Athlet aller WP-Ehrungen. Wie aber soll man seine Erfolge im Mercedes vergleichen mit der der Leichtathletin, der Sprinterin Emma Rehse?

Wer will Liv Heites Platz 4 bei der U16-DM über 300 Meter Hürden vergleichen mit dem deutschen Meistertitel von René Springob im Minigolf? Uli Selter, Vater und Trainer des Zweitplatzierten Benjamin Selter: „Bei der Wahl der Sieger habt ihr genau richtig gelegen.“ Aber: Die Wahl trafen die Leser.

Nicht alle konnten kommen. So mussten Jan Philipp Springob oder Fabian Brune, der Para-Schwimmer, wegen sportlicher Verpflichtungen fernbleiben. Vertreten wurden sie von ihren Eltern. Von den überraschenden Deutschen Meistern im Berglauf fehlte Fabian Jenne (beruflich in den USA). Wenn irgendwie möglich, wurde es möglich gemacht. Die Langlauf-Enthusiasten Melina Schöttes und Benjamin Selter verschoben ihre Reise zum 50-Kilometer-Event in Tschechien.

Eine schöne Geste lieferte die Laudatio für die Fußballer des SC Drolshagen. Neben Meister- und Aufstiegstrainer Holger Burgmann. wurde auch auf Vorgänger Matthias Würde verwiesen, der einen nicht geringen Anteil an der Entwicklung der Mannschaft hatte. „Keine Frage, Matthias Würde hat viel Vorarbeit geleistet,“ sagte Burgmann.

Seltenheitswert hat auch das Auf und Ab bei den Turnern des TV Langenei-Kickenbach/Gleidorf, die im Frühjahr 2019 den Sprung in die Oberliga schafften – und im Herbst wieder ‘runter mussten. Doch das Credo der Mannschaft ist einhellig: „Wir steigen nicht ab, wir packen das.“ Die Ehrung hatten sich die wackeren Turner verdient. Allein schon wegen ihres Chefs Burkhard Krämer, der seit Jahrzehnten die Geschicke der Turner leitet.

Klasse, dass sich die Rhönradturnerinnen vom ESV Finnentrop fast schon zum Ehrungsinventar entwickeln. Mit Nele Sophie Altmann ist eine junge Frau auf dem Sprung zur WM, oder?

Heiner plant wieder Großes

„Ich bin kaputter als nach einem 12-Stunden-Lauf,“ pustete Jörg Heiner, als er, mit Urkunde und Preisen beladen, von der Bühne zu seinem Tisch zurückkehrte. Er wusste, wovon er sprach, denn Extremläufe sind für den 46-jährigen Ausnahme-Athleten der SG Wenden seit vielen Jahren sportliche Gewohnheit.

Zum zweiten Mal in Folge wurde Jörg Heiner von tausenden Lesern unserer Zeitung zum Sportler des Jahres gewählt. „Ich dachte, dieses Jahr gibt’s nix,“ gab der Olper, der als Titelverteidiger zum Ehrungsabend nach Rüblinghausen angereist war, Einblick in seine Erwartungen im Vorfeld. Weit gefehlt.

Vor ihm auf dem Tisch stand die Trophäe mit seinem Namen. Er schaute sie an, „klar freue ich mich darüber,“ sagte er, auch wenn es die x-te Ehrung ist. Heiner hat reichlich Pokale, Urkunden und Medaillen gesammelt. „Ich habe eine Vitrine zuhause, da bewahre ich alles auf,“ verriet er. Neben Jörg Heiner saß Wilfried Schauerte, unser Ass des Jahres, und stimmte zu: „Egal wie viel man gewonnen hat; ein Sportler freut sich immer, wenn er geehrt wird.“

Lang anhaltender Applaus

Jörg Heiner hängte nicht nur sämtliche Mitbewerber in der Kategorie „Sportler“ ab, sondern er bekam, als er von seinem Ehrungspaten Jochen Ritter die Urkunde überreicht bekam, sehr lang anhaltenden Applaus von den gut 100 Gästen und Sportlern im Saal. Ein klares Zeichen dafür, wie viel Respekt und Hochachtung diesem Sportler, der zudem noch total sympathisch auftritt, entgegengebracht wird. Sportartübergreifend.

Jörg Heiner fehlt so ganz die Verbissenheit, die man hinter einem derart intensiv sporttreibenden Menschen vermuten würde. Ganz im Gegenteil. „Ein bisschen bescheuert bin ich schon,“ lachte er, auf sein Laufpensum anspielend, und seine Lockerheit ist ansteckend.

2020 plant Jörg Heiner wieder ein Überding. Er will den „Spartathlon“ laufen. Der geht zurück auf einen Boten, der der Überlieferung nach im Jahre 490 vor Christus auf die Strecke von Athen nach Sparta geschickt wurde, um dort Hilfe im Perserkrieg zu erbitten.

246 Kilometer hat Jörg Heiner da vor sich im September. „Da ist es in Griechenland noch ganz schön heiß, aber auf den Bergen auch schon kalt,“ sagte er über den etwa 24 bis 26 Stunden langen Schlauch. Wie übersteht man so was? Heiner weiß, dass seine überragende Kondition allein nicht reichen wird. „Das wird ein Mentallauf. Eine Kopfsache.“

Jörg Heiner - unser Sportler des Jahres. Der bringt es sogar fertig, dass sich ein Attendorner lobend über einen Olper äußert. Wie Uli Selter. Als „absolut verdient“ bezeichnete der stellvertretende Bürgermeister von Attendorn und Vater des Zweitplatzierten Benjamin Selter die Wahl Heiners. Uli Selter, selbst ein Top-Sportler im Langlauf, hat als Moderator des Biggesee-Marathons im Zieleinlauf Jörg Heiners Klasse aus nächster Nähe erlebt. Für Selter ist Heiners Platz eins bei unserer Sportlerwahl auch ein wunderbares Signal: „Da sieht man, dass nicht nur Jugendliche großartige Leistungen vollbringen können, sondern dass das in allen Altersklassen möglich ist. Jörg erfüllt da eine richtige Vorbildfunktion.“

Melina Schöttes’ Sieg im 7. Anlauf

Aller guten Dinge sind… sieben! Das gilt für Melina Schöttes. Nach zwei zweiten (2013 und 2018) und vier dritten Plätzen (2014, 2015, 2016 und 2017) wurde die 21-jährige Skilangläuferin vom Skiclub Oberhundem im siebten Anlauf zum ersten Mal zur WP-Sportlerehrung des Jahres gekürt. Gleichzeitig ist Melina Schöttes die erste Sportlerin des Jahres, die aus der Gemeinde Kirchhundem dabei war.

„Es war auf jeden Fall ein sein sehr gutes Gefühl, als ich beim zweiten Platz immer noch nicht aufgerufen wurde. Ich hatte schon gehofft, dass es endlich mal klappt, aber sicher kann man ja nie sein. Die anderen haben ja auch super Leistungen gebracht“, beschreibt Melina Schöttes jenen Augenblick, als sie realisierte, dass sie diesmal ganz oben auf dem Treppchen stehen würde.

Melina Schöttes freute sich riesig über den Sieg und sie bedankte sich: „Es ist schon cool, dass meine Leistungen anerkannt wurden, dass sie honoriert werden und so viele Leute für mich abgestimmt haben. Und auch die anderen Sportler, mit denen ich gesprochen habe, haben sich mit mir gefreut.“ Und Melina Schöttes versprach: „Die Urkunde und der Pokal werden einen besonderen Platz bekommen.“

Erfolg auch für die Sportart Langlauf

Insgesamt habe ihr der Abend sehr gut gefallen. „Die Stimmung war super. Es ist toll, so viele Sportler aus verschiedenen Sportarten zu treffen.“ Und neben ihrem Sieg freute sich Melina Schöttes sehr mit einem anderen Sportsmann: „Wilfried Schauerte hat die Ehrung als Ass des Jahres auf jeden Fall verdient“. Und ihr Vater Andreas, der auch Vorsitzender des Skiclubs Oberhundem ist, fügte hinzu: „Für Wilfried Schauerte freut es mich sehr. Er hat sich in den letzten Jahren viel für uns eingesetzt.“

Andreas Schöttes sah die Wahl seiner Tochter als „super Erfolg.“ Gerade für die Sportart Skilanglauf, die ja „bei uns fast eine Randsportart und durch die schlechten Schneeverhältnisse nicht mehr alltäglich ist,“ fügte der SCO-Vorsitzende hinzu. Auch für ihn sei die Sportlerehrung eine runde Sache gewesen: „Es war wieder ein sehr gelungener Abend. Es ist eine tolle Atmosphäre, so viele Sportler aus unterschiedlichen Sportarten zu treffen, die man sonst nur aus der Zeitung oder dem Internet kennt.“

Freude über den ersten Triumph einer Sportlerin aus der Gemeinde Kirchhundem herrschte auch bei Bürgermeister Andreas Reinéry. „Es ist einfach klasse. Der Sieg hier bei der Sportlerwahl ist sicher die Krönung und ein Höhepunkt in der Karriere von Melina Schöttes. Vom ersten Tag an, seit ich in der Gemeinde Kirchhundem bin, habe ich die Melina Schöttes‘ Karriere verfolgt. Ich bewundere ihren Kampfgeist und dass sie sich trotz vieler Verletzungen nie aufgeben hat.“

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