Bezirksliga 5

Stadtderby oder Herrensitzung?

Attendorns Stürmer Vedat Vural (links) setzt sich hier im Hinspiel durch, LWL-Mittelfeldspieler Christian Florath (Mitte) hat das Nachsehen.

Attendorns Stürmer Vedat Vural (links) setzt sich hier im Hinspiel durch, LWL-Mittelfeldspieler Christian Florath (Mitte) hat das Nachsehen.

Foto: Martin droste

Neu-Listernohl.   Wie sich die Zeiten ändern: Nach dem Sieg beim Stadtpokal im Juli 2018, schien der SC LWL die neue Nummer 1 im Attendorner Fußball zu sein.

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Vor dem Derby am Sonntag liegen 14 Punkte zwischen dem Tabellensechsten SV 04 und dem Zwölften LWL. Aber was aus Sicht des Sportclubs viel bedrohlicher ist: Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz ist auf einen Punkt zusammengeschmolzen. Im LWL-Lager dürften vor dem Nachbarschaftsduell sämtliche Alarmglocken Sturm läuten. Man nehme ein ohnehin brisantes Stadtderby, würze es mit einigen pikanten Personalien und fertig ist ein Bezirksligaspiel, das es in sich hat.

Für zusätzliche Schärfe sorgt eine aus Sicht von vielen SV 04-Anhängern höchst unglückliche Anstoßzeit. Denn wenn am Sonntag um 15 Uhr das Duell der Nachbarvereine angepfiffen wird, ist die Herrensitzung in der Stadthalle in vollem Gang. Deshalb dürfte eine Reihe von potenziellen Derbyzuschauern lieber beim Höhepunkt des Attendorner Männerkarnevals schunkeln, als Fußball in Neu-Listernohl zu gucken. Das reicht von B wie Büttenredner Andreas Schäfer bis Z wie der ehemalige Zeremonienmeister Toni Sangermann. Auf die Idee, Gastgeber LWL um eine Vorverlegung zu bitten, sind die SV 04-Verantwortlichen erst gar nicht gekommen.

Letztes Stadderby für Jaworski

Ganz andere Sorgen hat LWL-Trainer Dawid Jaworski. „Bis jetzt haben wir es immer geschafft, über dem Strich zu bleiben. Das soll auch am Sonntag so bleiben.“ Verlieren Jaworski und Co. und punktet die Konkurrenz im Tabellenkeller, könnte der Sportclub zum ersten Mal in dieser Saison auf einem Abstiegsplatz landen.

Trotz dieser Drucksituation freut sich Jaworski auf das Derby gegen den SV 04 Attendorn, das vorerst sein letztes sein dürfte. Denn der 34-Jährige wechselt zur A-Jugend des SC LWL. Auch Dennis Busenius und Maximilian Humberg spielen erst einmal ihr letztes Stadtduell. Beide wechseln im Sommer zum FSV Gerlingen. „Max“ Humberg köpfte LWL im Hinspiel kurz vor Schluss das 1:1.

Und da ist noch die Personalie Nick Heimes. Den Attendorner Jungen zieht es zur neuen Saison zum SV 04. Bis dahin will er alles für den Sportclub geben. „Nick gibt ihm Training 100 Prozent und wird sich auch am Sonntag nicht zurückhalten“, ist Dawid Jaworski überzeugt. Ob der Angreifer von Beginn an gegen seinen künftigen Verein stürmen wird, steht noch nicht fest. „In der Offensive sind wir gut besetzt“, sieht der LWL-Coach einige Alternativen.

„Mit Nick habe ich vor dem Derby nicht gesprochen“, wird SV 04-Spielertrainer Eugen Litter seinen Neuzugang „in Ruhe lassen“. Unterschätzen will Litter den angeschlagenen Gegner auf keinen Fall. „Das ist immer noch eine sehr starke Mannschaft mit super talentierten Spielern“, redet Litter mit Respekt über die Platzherren. „Auch wir brauchen die Punkte, um weiter oben dran zu bleiben.“

Personell sieht es bei den Gästen besser aus als beim 3:0-Sieg gegen Altenhof. Serkan Gürsoy ist aus der Türkei zurück. Jerome König, der beim Warmmachen vor dem Altenhof-Spiel abwinken musste, könnte wieder eine Alternative sein. Auch Dawid Jaworski hat in personeller Hinsicht gute Nachrichten. Sein Kader ist komplett. Alessandro Giamporcaro, der beim verpatzten Jahresauftakt verletzt passen musste, könnte zum Kader stoßen. „In Ottfingen haben wir in den ersten 20 Minuten nicht stattgefunden“, blickte der LWL-Trainer auf das 1:3 am Siepen zurück. Mit der zweiten Halbzeit war Jaworski aber zufrieden.

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