Fußball

SV 04 Attendorn: Landesliga-Trio zählt 146 Jahre

Die Golden Oldies des SV 04 Attendorn, hier nach dem 7:2-Sieg bei der FSV Werdohl, von links: Matthias Bock, Ralf Sonnenberg und Markus Prawitt.

Die Golden Oldies des SV 04 Attendorn, hier nach dem 7:2-Sieg bei der FSV Werdohl, von links: Matthias Bock, Ralf Sonnenberg und Markus Prawitt.

Foto: Albert Hasenau / SV 04

Attendorn.  Die älteste Achse im Amateurfußball Westfalens spielt nicht in einer Ü-Mannschaft, sondern in der Fußball-Landesliga.

Genau gesagt: In der ersten Mannschaft des SV 04 Attendorn. Dort sind ein Abwehrspieler, ein Mittelfeldmann und ein Angreifer zusammen 146 Jahre alt.

Beim 7:2-Sieg der Hansestädter in Werdohl hatten alle drei ihre mehr oder weniger kurzen Einsätze. Einer aus diesem Trio ist Trainer Ralf Sonnenberg selbst. Er ist 51 Jahre, war in seinen besten Jahren ein Top-Fußballer, der es bis hinauf zur Oberliga gebracht hat.

Vor ein paar Wochen hat er sich einen Muskelfaserriss zugezogen. „Der ist auskuriert“, konnte „Sonne“ vermelden. Dazu kommt Matthias Bock mit 49 Jahren, ein Abwehrrecke. Und das Nesthäkchen innerhalb dieses Trios: Markus Prawitt, 46 Jahre, offensiv unterwegs.

Ralf Sonnenberg hat in seiner Karriere schon in jeder Liga gespielt. Auch in der Landesliga. „Die Schnelligkeit, das Läuferische, beides ist mehr in den Vordergrund gerückt“, vergleicht er die heutige Zeit mit der vor etwa 30 Jahren. „Eigentlich hatte ich nicht vor, mit über 50 noch in der Landesliga zu spielen. Aber nun ist es so“. Er wechselt sich, wenn, als letztes ein. „Wenn wirklich sonst nichts mehr geht. Als Backup. Viele sagen: Du bist bekloppt. Aber wenn die Knochen halten - warum nicht?“ Dennoch: Die drei Jungs, nennen wir sie so, halten prima mit. Trotz ihrer 146 Jahre. Sonnenberg: „Wenn sie zum Einsatz kommen, verkaufen sie sich sehr gut. Ich kenne ihre Qualität“.

Der Jüngste ist 46 Jahre

Logisch sei, dass er von Matthias Bock nicht verlangen könne, „dass der neunzig Minuten rauf und runter marschiert“, so der Trainer. Genau so wenig erwarte er Gewaltmärsche von Markus Prawitt oder von sich selbst. „Aber die individuelle Klasse der beiden, ihre Erfahrung und die Tatsache, dass sie körperlich fit sind - all das zusammen genommen ist eine Option, von der wir Gebrauch machen“, lobt Sonnenberg seine Mitstreiter.

Geplant war dies vor der Saison nicht. Aber es wurde auch nicht ausgeschlossen. „Wir gingen mit 16 Feldspielern ins Rennen und wussten: Da darf nicht viel passieren“, erinnerte sich Sonnenberg. Aber es passierte dann doch was. Wie die Verletzung von Picazio Munto Leo. Der wird morgen am Knie operiert. Martin Mucha war angeschlagen, und es waren immer wieder Spieler im Urlaub oder privat verhindert.

Dann wird es bei einer dünnen Personaldecke schnell eng. „Letztlich ist das alles dem kleinen Kader geschuldet. Das wussten wir von Anfang an. Wir haben alle diese Entscheidung mitgetragen und gucken, wie es funktioniert“. Sprich, ob der SV 04 von größeren Verletzungen verschont bleibt. Falls nicht, könne man halt auf diese älteren, aber fitten Spieler zurückgreifen.

Dabei ist gar nicht gesagt, dass es bei diesen dreien bleiben muss. Mit Mauro Cervellino und Thomas Breidebach hat Ralf Sonnenberg noch zwei weitere, einst hochklassig aktive Spieler in der Hinterhand, sprich in der Ü40. Man weiß ja nie, was in dieser Saison noch passiert.

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