Hallenmasters

Ulrich Keine: „Sorgen bereitet mir der Seniorenbereich“

Glücksfee Jens Selter (Mitte) mit Pokalspielleiter Ulrich Keine (l.) und Franz Josef Rotter (Vorsitzender Stadtsportverband Lennestadt, rechts) bei der Auslosung des Hallenmasters.

Glücksfee Jens Selter (Mitte) mit Pokalspielleiter Ulrich Keine (l.) und Franz Josef Rotter (Vorsitzender Stadtsportverband Lennestadt, rechts) bei der Auslosung des Hallenmasters.

Foto: Michael Meckel

Lennestadt.  Noch drei Tage. Dann steigt in der Halle „auf’m Ohl“ in Meggen das 32. Kreishallenmasters.

Zum siebten Mal ist Ulrich Keine als Pokalspielleiter für die Organisation des Masters-Turniers verantwortlich. Wir sprachen kurz vor dem Masters-Turnier mit ihm.

Frage: Es ist mal wieder so weit: Das Masters-Turnier, das Finale und Highlight der Hallensaison steht bevor. Kribbelt es schon?

Ulrich Keine: Natürlich herrscht eine Vorfreude. Jetzt, wo mit dem SV Heggen auch der letzte Teilnehmer feststeht, kann es endlich losgehen.

Sind Sie mit der „Zusammenstellung“ der beiden Masters-Gruppen zufrieden?

In diesem Jahr ergab die Auslosung durch Losfee Jens Selter zwei sehr ausgewogene Gruppen. Dadurch haben auch die klassentieferen Mannschaften durchaus die Chance auf das Halbfinale und die vermeintlich „Großen“ gehen sich zudem zunächst aus dem Weg. Ich freue mich auf faire und spannende Gruppenspiele mit der ein oder anderen Überraschung. Davon leben die Hallenturniere ja schließlich auch.

Es gibt „Dauer-Teilnehmer“, aber mit dem SV Heggen und dem SV Rahrbachtal auch Mannschaften, die seit Jahrzehnten erstmals wieder teilnehmen. Auch Hützemert/Schreibershof schaffte nach sieben Jahren wieder die Masters-Qualifikation. Freut Sie diese Entwicklung und was sagt das über die Qualität der Qualifikationsturniere aus?

Es ist immer schön zu sehen, dass sich auch unterklassige Vereine durchsetzen, die noch nie oder zumindest gefühlt eine Ewigkeit nicht mehr am Masters teilgenommen haben. Diese sind sicherlich eine Bereicherung und Belebung des Turniers. Denn gerade diese Vereine bringen in der Regel die stimmgewaltigsten Fans mit. Grundsätzlich muss man aber schon feststellen, dass die sportliche Qualität, das Niveau bei dem ein oder anderen Turnier in den vergangenen Jahren nachgelassen hat, wie auch in Attendorn.

Wer zählt zum Favoritenkreis?

Finnentrop/Bamenohl ist für mich der klare Favorit. Sie haben sicherlich die große Möglichkeit, den Titel zum fünften Mal in Folge zu gewinnen. Aber natürlich ist auch der FC Lennestadt zum engeren Kreis zu zählen. Hier könnte der Heimvorteil am Ende den Ausschlag geben. Die SpVg Olpe als Landesligist könnte am Ende lachender Dritter sein. Außenseiterchancen besitzen sicherlich die Bezirksligisten Ottfingen und SC LWL 05.

Sie sind seit April 2013 Pokalspielleiter. Seit 2014 sind Sie also für das Masters-Turnier verantwortlich. Welches der letzten sechs Turniere ist Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?

Da fällt mir ganz spontan das Masters-Turnier 2016 in Finnentrop ein. Das Endspiel zwischen dem damaligen Titelverteidiger FC Lennestadt und der SG Finnentrop/Bamenohl hatte wirklich alles zu bieten, was das Fußballherz begehrt und war an Dramatik wohl kaum zu überbieten. Am Ende siegte die SG Finnentrop/Bamenohl mit 10:9 nach Neunmeterschießen.

Seit zehn Jahren sind Sie stellvertretender Kreisvorsitzender. Was hat sich in diesen zehn Jahren im Kreis Olpe verändert?

Für mich persönlich eigentlich nicht wirklich viel. Sportlich hat sich der Kreis weiterentwickelt. Er stellt drei Mannschaften in der Verbandsliga und auch in der Landesliga und Bezirksliga sind wir aktuell noch gut aufgestellt. Sorgen bereitet mir die allgemeine Situation im Seniorenbereich. Für die Vereine wird es immer schwieriger, den Spielbetrieb aufrecht zu halten. Besonders gilt dies für 2. Mannschaften. Die Folge wird eine Zunahme von Spielgemeinschaften sein. So wie wir es im Jugendbereich ja schon seit Jahren kennen. Auch auf dem Spielfeld stelle ich in den vergangenen Jahren eine Zunahme von Gewalt und Aggressionen fest. Dem müssen wir unbedingt entgegenwirken. Da sind alle Beteiligten gefragt.

Beim Masters 2021 droht Termin-Ungemach. Am letzten Sonntag im Januar, dem traditionellen Masters-Termin, stehen bereits die ersten Rückrundenspiele der Westfalen- und Oberliga auf dem Programm, falls diese Ligen wie in den letzten beiden Jahren wieder mit 17 Mannschaften besetzt sind. Haben Sie sich da schon Gedanken gemacht, wie das „Problem“ lösen können?

Der Rahmenterminplan ist ja gerade erst eine Woche im Umlauf. Warten wir einmal ab, wie sich die Zusammensetzung der Ligen nach Ende der laufenden Serie darstellt. Fakt ist, der Termin des Hallenmasters lässt sich nicht so ohne Weiteres ändern. Die Reservierung der Halle für das Masters erfolgt schon weit im Voraus und zudem muss man natürlich auch die vorgeschalteten Qualifikationsturniere in den Kommunen beachten.

2021 findet das Masters in Kirchhundem, der kleinsten aller Hallen statt. Nach Meinung vieler „Experten“ ist die Halle viel zu klein. Müsste man da nicht mal über einen Umzug nach Meggen nachdenken. So wird es doch auch im Fall von Drolshagen gemacht. Da findet das Turnier in der Realschulhalle in Olpe statt?

Der Vergleich mit Drolshagen hinkt ein wenig. In Drolshagen gehen maximal 200 Besucher in die Halle, in Kirchhundem annähernd 400. Hinzu kommt, dass in Kirchhundem das Umfeld um die Tribüne größer ist und somit Möglichkeiten bestehen, mittels einer Live -Übertragung auf einer großen Leinwand den Zuschauern das Geschehen in der Halle zu zeigen.

Was eigentlich schade ist: Nach der Siegerehrung leert sich mit einem Schlag die Halle. Warum tauscht man nicht mit den A- und B-Junioren und spielt am Samstag. Dann könnte man doch nach dem Finale zum Beispiel noch eine schöne Abschlussfeier machen?

Ich halte den Sonntag nach wie vor für einen guten Termin, der sich auch bewährt hat. Der Samstag birgt meines Erachtens nach keinen wirklichen Vorteil. Die Erfahrung zeigt doch, egal welches Turnier man besucht, dass schon zur Siegerehrung kaum noch Mannschaften geschweige denn Besucher anwesend sind. Ob eine Abschlussfeier da ein probates Mittel darstellt, wage ich zu bezweifeln.

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