Fußball-Bezirksliga

Uwe Kipping: „Wir sind noch enger zusammengerückt“

Emotion pur: Uwe Kipping, Trainer und Sportlicher Leiter des SV Ottfingen, bejubelt das 2:1 gegen Freudenberg.

Emotion pur: Uwe Kipping, Trainer und Sportlicher Leiter des SV Ottfingen, bejubelt das 2:1 gegen Freudenberg.

Foto: meinolf Wagner

Ottfingen.  Uwe Kipping, Sportlicher Leiter und Trainer des SV Ottfingen, im Interview.

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Eine turbulente Hinrunde endete für den SV Ottfingen mit der „Wintermeisterschaft“ und dem Gewinn des prestigeträchtigen Hallengemeindepokals Wenden am Sonntag. Auch hat der Klub vom Siepen die Trainerfrage geklärt: Thorsten Seibert kommt zur neuen Saison. Bis dahin übt der sportliche Leiter Uwe Kipping zusätzlich das Amt des Cheftrainers aus. Ihm steht Julian Scheppe als spielender Co-Trainer zur Seite.

Uwe Kipping, wie sieht Ihre Bilanz zur Winterpause aus?

Uwe Kipping: Wir sind insgesamt sehr zufrieden. Mit der Punktausbeute liegen wir komplett im Soll. Trotz der schweren Phase im Herbst, wo uns bis zu sechs Stammspieler ausgefallen sind, haben wir diese gute Punktezahl erreicht.

Eigentlich war das Amt des Trainers in Ihren Planungen nicht mehr vorgesehen. Wie haben Sie die Belastungen gestemmt?

Es fallen natürlich sehr viele Aufgaben an. Die Arbeit macht mir aber großen Spaß und ist dadurch auch zu stemmen.

Im Vorfeld gab es Unruhe im Umfeld nach Trennung von Benjamin Simon. Wie haben Sie diese Irritationen in den Griff bekommen?

Unruhe bekommt man am besten durch Erfolg in den Griff. Es war eine sehr turbulente Zeit. Wir haben aber im Verein die Ruhe behalten und profitieren nun davon.

Konnten Sie den Kader nach ihren Vorstellungen zusammenstellen?

Wir haben einen super Kader mit einer hohen individuellen Qualität und zudem auch gemeinsam sehr viel Spaß. Den Kader haben Karl-Heinz Linke und ich nach unseren Vorstellungen zusammengestellt.

Der SV Ottfingen ist ein Verein, in dem die Erwartungen bei den Fans immer hoch angesiedelt sind...

Die Erwartungen sind auch vollkommen in Ordnung. Die Fans unterstützen uns immer großartig und machen viel für den Verein. Zudem haben wir auch eine Mannschaft, die den hohen Erwartungen gerecht werden kann.

Sie waren nur im Siegerland Spieler und Trainer. Was macht den Unterschied zum Kreis Olpe aus?

Das ist nicht ganz richtig. In Malberg war es ähnlich wie in Ottfingen. Die Leidenschaft um den Verein herum, ist doch deutlich ausgeprägter als im Siegerland.

Was zeichnet sich Ihrer Meinung nach die aktuelle Mannschaft aus?

Dass die Mannschaft eine große fußballerische Qualität hat, steht außer Frage. Die Jungs haben zudem einen tollen Zusammenhalt und unternehmen auch privat gerne etwas miteinander. Das macht es einem natürlich einfacher, wenn eine gute Grundstimmung herrscht.

Wie sind Sie und das Team mit den vielen Verletzungen von Leistungsträgern wie Julian Scheppe, Janis Kipping oder auch Patrick Diehl umgegangen?

Die Ausfälle waren für uns natürlich nicht eins zu eins zu ersetzen. Alle drei Spieler sind extrem wichtig für uns und haben auch eine gewisse Präsenz am Platz. Wir mussten das über die Geschlossenheit lösen. Das ist uns im Großen und Ganzen auch gut gelungen. Jetzt sind wir froh, dass uns alle wieder zur Verfügung stehen.

Am 9. und 10. Spieltag verlor die Mannschaft beim TSV Weißtal deutlich mit 2:5 und anschließend gegen den SC LWL 05 mit 1:3. Waren diese Erlebnisse möglicherweise auch der Schlüssel zur anschließenden Serie mit sieben Siegen und einem Remis?

Möglich. Nach den Spielen sind wir jedenfalls als Team noch enger zusammengerückt. Jeder macht Fehler. Wichtig ist nur, dass wir daraus lernen. Das haben wir alle gemacht und deshalb auch eine gute Serie gestartet.

Themawechsel: Die Gewalt und die Rudelbildungen gegenüber den Schiedsrichtern und verbale Attacken nehmen ständig zu. Welche Möglichkeiten hat man als sportliche Leitung und als Trainer, dies zu unterbinden?

Zunächst einmal ist es schlimm, dass dieses Thema bei unserem liebsten Hobby so präsent ist. Man kann das nur durch drastische Strafen in den Griff bekommen. Gewalt hat auch auf dem Fußballplatz nichts verloren. Als Trainer oder Sportlicher Leiter muss man versuchen, solche Charaktere auszusortieren.

Julian Scheppe wechselt zur neuen Spielzeit zum Westfalen- oder zum zukünftigen Oberligisten SG Finnentrop/Bamenohl. Wie wurde dieser überraschende Wechsel im Ottfinger Umfeld und der Mannschaft aufgenommen?

Der Verein war über die Planungen von Julian stets informiert. Wir bedauern den Abgang natürlich. Allerdings ist dies im Fußball ein ganz normaler Vorgang. Das Thema spielt am Platz überhaupt keine Rolle. Julian ist bis zum Ende der Saison bei uns und wird alles geben.

Kann dem SV Ottfingen nach dem dritten Platz in der Saison 2017/18, dem zweiten Platz in der Spielzeit 2018/19 nun der große Wurf gelingen?

Dazu muss alles stimmen. Um aufzusteigen benötigt man auch das gewisse Quäntchen Glück. Ich hoffe, dass wir nicht nochmal ein so großes Verletzungspech haben. Wir nutzen die Zeit, um uns optimal vorzubereiten und anzugreifen.

Hat der Gewinn des Gemeindepokals in Wenden der Mannschaft einen zusätzlichen Schub für die Vorbereitung gegeben?

Ja klar! Es hat dem Team einen zusätzlichen Schub verpasst. Ich musste auch lernen, welch hohen Stellenwert dieses Turnier für den Verein hat. Meine Mannschaft hat auf jeden Fall Selbstbewusstsein getankt. Auf dem Platz geht es allerdings anders zu. Wir haben eine harte und intensive Vorbereitung vor uns.

Wie sieht Ihr Aufgabenbereich in der kommenden Saison aus?

Ich bin für den sportlichen Bereich zuständig. Im speziellen für die Kader-Planung in Zusammenarbeit mit den Trainern der ersten, zweiten und dritten Mannschaft verantwortlich. Aus dem operativen Geschäft werde ich mich zurückziehen.

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