Beachvolleyball

Verhalten der FIVB verärgert Isabel Schneider

Wann Isabel Schneider wieder ihrem Sport nachgehen darf, ist noch völlig unklar.

Wann Isabel Schneider wieder ihrem Sport nachgehen darf, ist noch völlig unklar.

Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Peter Webervia

Olpe/Hamburg.  Nicht nur das Coronavirus, auch die Art und Weise wie der Volleyball-Weltverband FIVB damit umgeht, ist Isabel Schneider ein Dorn im Auge.

Corona macht natürlich auch nicht Halt vor den Qualifikationsturnieren der Beach-Volleyballerinnen. Olympia hin, Olympia her. Es ist weniger das Virus, das den Athletinnen Verdruss, um nicht zu sagen: Ärger, bereitet. „Der Sport muss in dem Moment in den Hintergrund treten. Wir alle haben eine große Verantwortung“, so Isabel Schneider, die Deutsche Meisterin von 2018, „die Gesundheit hat immer Priorität.“

Es ist vielmehr der Internationale Volleyball-Verband (FIVB), der bei den deutschen Spielerinnen für Aufregung sorgte. Und Isabel Schneider unterstützt die Aussage ihrer Kollegin – und Konkurrentin – Karla Borger, die am Sonntag im Deutschlandfunk zitiert wurde: „Wir finden es unverantwortlich, dass der Weltverband noch nicht reagiert hatte.“

Unkenntnis über DVV-Empfehlung

Der DVV habe den deutschen Sportlerinnen empfohlen, an dem Ende März geplanten Turnier in Cancun (Mexiko) nicht teilzunehmen. „Wir haben während unseres letzten Trainingslagers auf Teneriffa kaum etwas davon mitbekommen“, blickt Isabel Schneider auf die gezielte Vorbereitung auf den Kanaren zurück, „unser Fokus lag ganz klar auf dem Training, mit der Olympiaqualifikation im Hinterkopf. Erst in der vergangenen Woche wurde richtig spekuliert, ob Cancun stattfindet oder nicht. Der FIVB hat sich lange zurückgehalten. Die Initiative ist von uns, den Spielerinnen, ausgegangen.“

Keine Frage, sie sind alle nicht glücklich mit der Entwicklung. Doch wer ist das schon? „Wir haben uns in diesem Winter lange vorbereitet.“ Das heißt im Klartext: drei, teilweise auch längere externe Trainingslager haben Bieneck/Schneider in diesem Jahr absolviert. Mal aus Hamburg raus- und vom Olympiastützpunkt wegzukommen, war ihnen schon wichtig. Tapetenwechsel eben.

Bereits drei Trainingslager im Winter

Es begann Mitte Januar in Bern. „Die Teams aus der Schweiz sind stark, das sind richtig gute Mädels mit sehr hohem Niveau. Wir kamen mal raus aus Hamburg.“ Ende Januar, Anfang Februar ging es in die Sonne: Fuerteventura. Zwölf Tage. „Techniken standen im Vordergrund. Und, besonders wichtig, endlich mal wieder draußen.“

Den Abschluss dieser Trilogie der Vorbereitungen auf das erste Vier-Sterne-Turnier 2020 in Cancun bildete Teneriffa. „Wir waren, je näher der Termin von Cancun rückte, voll fokussiert. Es waren zwei intensive Wochen mit Teams aus der Schweiz, den Niederlanden, Norwegen und Finnland. Erst langsam sickerten die Probleme wegen Corona durch.“

Zuvor wurde schon bekannt, dass Italien zum Turnier in Doha, das nur den Männern vorbehalten war, nicht einreisen durfte. „Das traf aber für die Italienerinnen in Cancun nicht zu“, wusste Isabel Schneider. „Die Männer kamen von zu Hause, und die hatten Einreiseverbot. Die italienischen Frauen dagegen wären direkt aus Brasilien nach Mexiko gekommen.“ Egal. Cancun ist jetzt gecancelt – und Bieneck/Schneider konnten die Kanarischen Inseln noch verlassen.

Gegneranalyse per Video

Zurück in Hamburg. Doch da ist auch nichts mehr so, wie es zuvor war. „In Hamburg sind alle Sportanlagen geschlossen, auch der Olympiastützpunkt. In den Niederlanden ist es ebenfalls nicht anders. In Teneriffa konnten wir spielnah trainieren und unsere Gegner beobachten, deren taktische Feinheiten aufnehmen.“Das können Bieneck/Schneider auch jetzt noch – per Video.

„Wir schauen uns unsere eigenen Trainingseinheiten an, analysieren diese. Aber auch unsere potenziellen Gegner nehmen wir ins Visier. Und so ganz nebenbei halten wir uns natürlich auch fit. Mit unseren Trainern stehen wir regelmäßig in Kontakt. Aber bis Ende April ist erst einmal alles abgesagt.“ Wie es weitergehe? „Wir warten auf Infos vom FIVB.“ Und Olympia? „Darüber brauchen wir uns im Moment keinen Kopf zu machen.“

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