Sportgericht

Vorfälle bei Lennestädter Hallenturnier werden aufgearbeitet

Andreas Hesse und das Sportgericht müssen am Donnerstag einen schweren Fall verhandeln.

Andreas Hesse und das Sportgericht müssen am Donnerstag einen schweren Fall verhandeln.

Lennestadt/Olpe.   Emotional ist es bei den Stadtmeisterschaften zwischen Vatanspor Meggen und der SG Kirchveischede/Bonzel nicht nur auf dem Spielfeld zugegangen.

Wenn das Kreissportgericht Olpe am Donnerstag über die Vorfälle beim Lennestadt-Fußballturnier am 13. Januar verhandelt, liegt ein Fall auf dem Tisch, der über die Sportgerichtsbarkeit hinaus geht.

Was ist geschehen? Am zweiten Tag der Hallenstadtmeisterschaften der Lennestadt trafen in der Zwischenrunde die Mannschaften von Vatanspor Meggen und der SG Kirchveischede/Bonzel aufeinander.

Kurz vor dem Ende der Partie wurde ein Vatanspor-Spieler gefoult, der Freistoßpfiff blieb allerdings aus. Es kam zu hitzigen Diskussionen auf dem Spielfeld, die sich später im Kabinengang fortsetzten.

Vorstandsmitglied wurde verletzt

In der Kabine der SG Kirchveischede/Bonzel soll es zu tätlichen Angriffen von Meggener Spielern auf Aktive und Verantwortliche der SG gekommen sein.

Weil vor dem Sportgericht nun nicht „nur“ ein Foul oder eine Tätlichkeit Gegenstand der Sitzung sind, sondern eine Attacke, die sich außerhalb der Sportstätte, nämlich in der Kabine, ereignet hat, ist der Fall besonders brisant.

Das Vorstandsmitglied des Ausrichters SG Kirchveischede/Bonzel soll bei dem Angriff verletzt worden sein, und zwar so sehr, dass der Betroffene im Krankenhaus landete. Der sei inzwischen wieder vollständig auf dem Damm, erfuhr die WP aus Kreisen der SG.

Klein bestätigt Anzeige

Wie wir allerdings auch erfuhren, beschäftigen die Vorfälle ebenfalls die Ermittlungsbehörden.

Michael Klein, Pressesprecher der Kreispolizei Olpe, bestätigte dies: „Es ist definitiv Anzeige erstattet worden, und es sind auch schon Vernehmungen durchgeführt worden,“ sagte Michael Klein am Mittwoch auf Anfrage und fügte hinzu: „Wir sind allerdings noch in den Ermittlungen.“

Die Anzeige sei bereits ein Tag nach dem Vorfall bei der Polizei eingegangen.

Nur noch zwei Beschuldigte

In die gleiche Richtung informierte Andreas Hesse, Vorsitzender des Kreissportgerichts. „Meines Wissens gibt es ein Strafverfahren.“ Was die Sitzung des Kreissportgericht angeht, erwartet Andreas Hesse am Donnerstag ein „ausgedünntes Verfahren“. Ursprünglich habe es sich um „fünf Beschuldigte“ gehandelt, doch jetzt seien nur noch zwei übrig.

Grund: Das Verfahren gegen eine Person wurde eingestellt, und zwei Beschuldigte wurden vom Verein ausgeschlossen. Damit sind diese für die Sportgerichtsbarkeit nicht mehr greifbar.

Andreas Hesse: „Das Sportgericht kann nur gegen Personen verhandeln, die Mitglied in einem Verein des Deutschen Fußballbundes sind.“ Das wäre dann wieder der Fall, wenn die beiden sich wieder einen anderen Verein anschließen würden.

Für Zivilgerichte schwer zu greifen

Aber wie geht die zivile Gerichtsbarkeit mit solchen Dingen um? Es ist immer mal vorgekommen, das Geschehnisse auf dem Fußballplätzen „vor der ordentlichen Gerichtsbarkeit landen“, antwortete Andreas Hesse. Dass beispielsweise schwere Fouls oder Tätlichkeiten Gegenstand von zivilrechtlichen Strafverfahren würden.

Aber zumeist würden diese abgewiesen. „Jeder, der Fußball spielt, willigt ein, dass er gefoult wird“, gab Andreas Hesse die Ansicht der Richter wider, „strafrechtlich ist sowas schwer zu packen.“

Anders verhalte es sich möglicherweise, wenn Übergriffe geschehen sind, was ja in Meggen der Fall gewesen sein könnte.

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