Landesliga

Zehn Jahre Warten sind genug: VSV Wenden ist heiß

Der sitzt! Stefen Scheppe trifft beim Gemeindepokal gegen Hünsborn. Der FSV Gerlingen gewinnt alle beiden Turniere, an denen er teilnimmt.

Der sitzt! Stefen Scheppe trifft beim Gemeindepokal gegen Hünsborn. Der FSV Gerlingen gewinnt alle beiden Turniere, an denen er teilnimmt.

Foto: Lothar Linke

Schönau/Gerlingen.  Aufsteiger VSV Wenden ist heiß auf die Fußball-Landesliga.

Schließlich musste der Verein vom Nocken zehn Jahre auf ein Meisterschaftsspiel in dieser Liga warten. Als Bonbon hat Staffelleiter Ernst Moos dem VSV zum Auftakt der Saison 2018/19 ein Nachbarschaftsduell gegen den FSV Gerlingen beschert. „Ich könnte mir vorstellen, dass bei uns ganz schön was los sein wird“, freut sich Aufstiegstrainer Jörg Rokitte auf das Derby am Sonntag, 15 Uhr.

Letztmals Landesliga im Juni 2008

Dabei ist Rokitte, der Wenden in seinem zweiten Jahr zurück in die Landesliga gebracht hat, eigentlich gar kein Freund von Lokalduellen zu einem so frühen Zeitpunkt. „Ich habe diese Spiele lieber, wenn die Saison schon ein paar Wochen läuft“, verrät der VSV-Trainer. Aber natürlich kann und will sich Jörg Rokitte dem Reiz dieses Derbys nicht entziehen. „Der VSV Wenden hat zehn Jahre auf die Landesliga gewartet“, kennt der Coach die Geschichte seines Vereins.

Wer es ganz genau wissen will: Das letzte Meisterschaftsspiel in der Landesliga bestritt der VSV Wenden am 1. Juni 2008 zu Hause gegen den Hasper SV. Trotz des 2:1-Sieges war der bittere Bezirksliga-Abstieg für den langjährigen Verbandsligisten besiegelt. Der Trainer damals hieß Uwe Neuser, der einige Monate zuvor Werner „Mollo“ Schumacher abgelöst hatte. Sportlicher Leiter war das VSV-Urgestein Otmar Becker.

Zurück zur Gegenwart. „Gerlingen ist eine Mannschaft mit Ambitionen, die in der Liga oben mitspielen wird“, hat Jörg Rokitte eine hohe Meinung von den Gästen, die sich unter anderem mit dem neuen spielenden Co-Trainer und ehemaligen Ottfinger Michel Schöler sowie dem Olper Trio David Ohm, Philipp Breidebach und Christoph Sauermann verstärkt haben. Bei den Gastgebern fehlt Muharrem Shabanaj aus einem guten Grund: Hochzeitsreise.

Henneckes realistische Einschätzung

Beim Vorschaugespräch war Gerlingens neuer Cheftrainer Dirk Hennecke gerade auf der Rückfahrt aus dem Familienurlaub. Deshalb fehlte der Nachfolger von „Pauli“ Brüser auch bei den Erfolgen beim Gemeindepokal Wenden und Hunold-Cup des SV Ottfingen. Aber dank seiner Vertreter Michel Schöler, Stefan Büdenbender oder Stefan Keseberg war Hennecke jederzeit bestens informiert und weiß die beiden Turniersiege realistisch einzuschätzen. Dazu gehört auch die 1:7-Heimpleite im Krombacher Pokal gegen Finnentrop/Bamenohl. „Wir sind auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden“, ist Hennecke dieser „Warnschuss“ vielleicht gar nicht so unrecht gekommen.

Wie das gesamte Gerlinger Umfeld freut sich Trainer Hennecke auf den Derby-Auftakt in Schönau. „So etwas wünscht sich doch jeder Fußballer. Etwas Besseres gibt es nicht.“ Zumal es für den FSV nächsten Freitag am Bieberg mit dem Derby gegen RW Hünsborn weiter geht. Aber erst einmal steht das schwere Auswärtsspiel in Schönau an.

Hier erwartet Dirk Hennecke „eine große Aufgabe“ und begründet das so: „Wenden verfügt über eine eingespielte Mannschaft und hat sich mit Michel Alfes und Jens Solbach sehr gut verstärkt.“ Großen Respekt hat Hennecke, der das Spielertrikot mit dem Trainingsanzug getauscht hat, vor der VSV-Offensive mit Moritz Schweitzer, Christian Runkel und Sascha Rokitte. „Da kommt einiges auf uns zu“, macht sich der Brüser-Nachfolger nichts vor. Neuzugang Dominik Zimmermann fällt wegen einer komplizierten Sprunggelenkverletzung länger aus. Rückkehrer Lukas Rademacher hat muskuläre Probleme.

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