Jugendfußball

„Alles für die Kinder – das ist die Motivation“

Der Hönne-Cup 2019: Hier merken die Kinder, dass sie nicht nur auf der PlayStation gegen Bundesliga-Teams kicken können – das ist zumindest Matthias Luigs Gedanke zu dem Wettbewerb.

Der Hönne-Cup 2019: Hier merken die Kinder, dass sie nicht nur auf der PlayStation gegen Bundesliga-Teams kicken können – das ist zumindest Matthias Luigs Gedanke zu dem Wettbewerb.

Foto: Dietmar Reker

Menden.  Matthias Luig, Jugendleiter des VfL Platte Heide Fußball, zieht sich aus der Organisation des Hönne-Cups Menden zurück. Der WP erklärt er, wieso.

Matthias Luig ist im Mendener Fußball ein bekannter Name. Jahrelang war er Hauptansprechpartner im Thema „Hönne-Cup“; jetzt möchte er sich langsam aus der Organisation zurückziehen. Jugendleiter beim VfL Platte Heide Fußball wird er aber bleiben.

Im Gespräch erklärt der Sportler seinen Rückzug und wie es jetzt mit dem Cup weitergeht. Auch die Entwicklung des Jugendfußballs ist Thema: Wie hat sich der Stellenwert des Sports im Verein im vergangenen Jahrzehnt verändert? – Luig hat eine klare Meinung.

Herr Luig, jahrelang haben Sie den Hönne-Cup zum größten Teil organisiert. Jetzt haben Sie sich zurückgezogen. Wie kam’s dazu?

Matthias Luig: Das Turnier bedeutet immer ein Jahr lang Arbeit. Früher war das in Ordnung, da hatten wir vier Jugendmannschaften, für die ich als Jugendleiter zuständig war. Seit drei Jahren, also seit wir den Kunstrasen haben, hat sich die Anzahl verdreifacht. Aktuell haben wir elf. Dazu kommt noch mein normaler Beruf – 40 Stunden. Plus Turnier ist mir das einfach zu viel geworden. Ich werde erstmal weiter im neuen Orga-Team bleiben und mich nur langsam zurückziehen.

Wird Ihnen diese Arbeit fehlen?

Da ich immer noch zum Orga-Kreis gehöre – und statt 100 Prozent vielleicht noch 50 gebe – wird mir das in diesem Jahr nicht fehlen. Ansonsten denke ich, solang ich Jugendleiter bin, bin ich da nie ganz raus, sondern immer auch noch mit in der Halle. Aber ich will meine Arbeit reduzieren. Deshalb bin ich froh, dass sich Leute aus anderen Kreisen für’s Orga-Team gemeldet haben.

Wie geht’s jetzt weiter mit dem Cup? Gibt es da schon neue Pläne, wird sich etwas ändern?

Ändern wird sich im ersten Jahr wohl eher nichts. Da wird erstmal das, was wir aufgebaut haben, weitergeführt. Das neue Team guckt sich das dann in Ruhe an und überlegt sich, ob im nächsten Jahr vielleicht etwas anders gemacht wird. Erstmal läuft es wie letztes Jahr. Für 2020 haben wir ja auch schon das Teilnehmerfeld zusammen. Das passiert immer früh im Jahr.

Sie tun also doch noch so Einiges?

Ja (lacht). Dieses Jahr musste ich die Einladungen schreiben. Aber es gibt schon die eine oder andere Sache, die ich nicht mehr mache.

Als Jugendleiter beim VfL machen Sie aber weiter. Woher nehmen Sie die Motivation für diese Arbeit?

Alles für die Kinder – das ist die Motivation. Ich habe selber viele Jahre Fußball gespielt, war Schiedsrichter und Jugendtrainer. Meine ganze Familie spielte Fußball. Von Kind auf bin ich am Sportplatz gewesen. Irgendwann konnte ich dann nicht mehr selbst spielen – da hab ich dann quasi die Seite gewechselt. Erstmal war ich dann Trainer. Man sah meine gute Arbeit und dann kam irgendwann die Frage, ob ich nicht in den Jugendvorstand will. Tja, und so bin ich da Stück für Stück reingerutscht – und dann auch in den Hönne-Cup (lacht).

Wie beeinflusst denn der Schulalltag heutzutage die Jugend – bleibt da überhaupt Zeit für den Sport?

Tatsächlich deutlich weniger als früher. Das liegt ja zum einen daran, dass sich der Schulalltag geändert hat. Viele Kinder sind erst um Vier zuhause; und das Training beginnt um viertel vor Fünf. Die fallen ja von der OGS direkt auf den Sportplatz. Und teils können sie dann nicht zum Training kommen, weil Hausaufgaben eben vorgehen.

Zu Hausaufgaben kommen dann auch noch PlayStation und Co. Wie gewinnen Sie da die Kinder überhaupt für den Sport?

Wir versuchen eben, gute Arbeit zu leisten, und den Sport auch in den Stadtteil zu tragen. Zum Beispiel gehen wir in der Sportwoche in die Schulen, verteilen Flyer und bieten Training an. Und natürlich hoffen wir auch nach wie vor auf den Hönne-Cup als Aushängeschild. Da können die Kids sehen, dass man nicht nur auf der PlayStation gegen Bundesliga-Vereine spielen kann, sondern auch im echten Leben.

Hat sich da im Gegensatz zu früher viel geändert?

Früher gab es viel mehr A-, B- und C-Jugenden. Heute ist den Jugendlichen eben die Freundin wichtiger. Ich habe das Gefühl, früher stand Fußball einfach „mehr“ an erster Stelle. Das hat sich auch bei den Eltern geändert. Die Kinder von damals sind die Eltern von heute – und bei denen verliert der Verein an Stellenwert. Wir sind mittlerweile mehr Dienstleister für sie, als Verein. Dabei ist es doch so: Der Verein lebt davon, dass alle was tun!

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben