Leichtathletik

Als ein Mendener Deutscher Meister im Olympiastadion wurde

Leichtathlet Volker Welzel bei der Siegerehrung zur deutschen Jugendmeister im Münchner Olympiastadion am 29. Juli 1979.

Leichtathlet Volker Welzel bei der Siegerehrung zur deutschen Jugendmeister im Münchner Olympiastadion am 29. Juli 1979.

Foto: Dietmar Reker

Menden.  Volker Welzel holt sich 1979 die Jugendmeisterschaft über 2000 Meter Hindernis. 40 Jahre später erinnert er sich zurück an diesen besonderen Tag.

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Der 29. Juli 1979, ein Sonntag, war ein besonderer Tag im Leben des Volker Welzel. An diesem Datum wurde der Leichtathlet des VfL Platte Heide im Münchener Olympiastadion Deutscher Jugendmeister über 2000 Meter Hindernis. Fünf Minuten und 52 Sekunden dauerte damals der Triumph-Lauf des Platte Heiders auf den Leichtathletik-Olymp.

Doch für einen der besten Hönnestädter Mittelstreckler aller Zeiten, ist die Erinnerung an jenen Tag kein Grund für Euphorie. Ein realistischer Rückblick ist angesagt – so auch am Samstag - als er sich zusammen mit seinem ehemaligen Trainer Wilfried Wille und der WP-Sportredaktion einen knapp zweiminütigen Film über den Lauf von 1979 ansah. Wille hatte diesen organisiert und für die heutige Zeit noch einmal überarbeiten lassen. „Damals habe ich sicherlich auch davon profitiert, dass bei meinen Gegnern die Kräfte nachließen“, so der 58-jährige Welzel, als er sich die Bilder aus München anschaut. Weitere Erinnerungen an den Tag im Juli hat Welzel vor allem an das Stadion: „Das war natürlich außergewöhnlich, dort zu starten, wo einige Jahre zuvor, 1972, die Olympischen Spiele waren“, betont Volker Welzel. Obwohl ihm dort die Distanz zwischen Zuschauern und Athleten nicht gefallen hatte.

Die wichtigen Dinge im Leben

Volker Welzel lenkt das Gespräch auf einen Tag im Jahr 2011. Als die Ärzte nach einer Erkältung eine Herzerkrankung feststellten und der einstige Ausnahmeathlet einen Herzschrittmacher erhielt. Eine Geschichte, die bei Welzel den Blick für die wichtigen Dinge des Lebens schärfte. „Ich kann deshalb nur jeden bitten, wenn man krank ist, besonders auf sich zu achten“, sagt er. „Ich wollte damals eine Erkältung beim Laufen ausschwitzen“, erinnert sich Welzel nochmals an jene Geschichte vor gut acht Jahren. „Als mir der Arzt dann sagte, ich sollte es doch mit Nordic Walking probieren, sind mir die Tränen gekommen“, hat ihn das Ende seines aktiven Läuferlebens sichtlich getroffen. Mittlerweile hat der in Halingen lebende Welzel seinen Frieden mit den Stöcken der einst so gemiedenen Gehsportart gefunden. Aus dem einstigen Klasse-Mittelstreckler ist ein Walker geworden.

Welzel blickt dann doch noch einmal auf jenen Sonntag im Juli 1979 zurück. „Danach ging es dann für mich so richtig los“, sagt Welzel, für den das Münchener Rennen eine Art „durchstarten“ in seiner Heimat bedeutet. Es kamen zahlreiche Starts im In- und Ausland. Der Crosslauf wurde zu einer weiteren Leidenschaft. Die Teilnahme an der Military-Cross-Weltmeisterschaft führte ihn in die USA nach Pensacola in Florida. Die Trainingsumfänge stiegen natürlich an. „Es waren schon so 130 bis 150 Kilometer in der Woche.“ Für ihn aber auch kein Problem: „Volker war immer ein sehr pflegeleichter Athlet“, berichtet sein langjähriger Coach Wilfried Wille. „Es hat wohl kein Training gegeben, das er versäumt hat. Selbst bei einem halben Meter Schnee konnte man Volker am Platz finden“, merkt man Wille die Begeisterung über seinen einstigen Schützling an. „Wilfried hat es aber auch immer wieder geschafft, Abwechselung in das Training zu bringen“, gibt Welzel das Lob an seinen früheren Coach zurück. Legendär die Steigerungsläufe zum Galbusch-Kreuz. „Da hat man anschließend nichts mehr gehört“, erinnert sich Volker Welzel an diesen speziellen Besuch einer Hönnestädter Sehenswürdigkeit. Nicht zu vergessen die zahlreichen Einsätze für den DLV im Nationaltrikot - Seite an Seite mit deutschen Leichtathletiklegenden, wie Dr. Thomas Wessinghage.

Tempomacher bei Rekordversuch

Das Laufen war immer eine Passion des Hönnestädters. Interessant ist dabei, dass er vielfach auf den Silvesterlauf von Werl nach Soest angesprochen wird. Das Rennen gewann Welzel 1983 und 1990. Ein anderes Rennen, das den Läufer immer begleitet hat: Als er für den Olympiasieger von 1984, den Marokkaner Said Aouita, den Tempomacher bei dessen Weltrekordversuch in Köln machte.

Doch all die Rennen mit ihren Erfolgen sind für Volker Welzel das Ergebnis einer dauerhaften Liebe zum Laufen: „Als Läufer bist du sicherlich allein. Ich habe es aber geliebt, wenn man in den Rennen taktieren musste, um schneller als der Gegner zu sein.“ Die Begeisterung für seinen Sport ist auch nach dem Jahr 2011 und seiner Erkrankung nicht weniger geworden.

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