Balve Optimum

Balve: Jessica von Bredow-Werndl gewinnt DM-Gold vor Werth

Jubel während der Ehrenrunde: Die neue deutsche Meisterin Jessica von Bredow-Werndl freut sich über ihren Sieg beim Grand Prix Special der Dressur in Balve.

Jubel während der Ehrenrunde: Die neue deutsche Meisterin Jessica von Bredow-Werndl freut sich über ihren Sieg beim Grand Prix Special der Dressur in Balve.

Foto: Friso Gentsch / dpa

Balve.  Zum ersten Mal stand Jessica von Bredow-Werndl ganz oben auf dem DM-Podest. In Balve gewann sie den Grand Prix Special – auch dank Moritz.

In diesem Moment dürfte der kleine Moritz kaum gewusst haben, wie ihm geschah. Seine Mutter Jessica von Bredow-Werndl, die ihn kurz zuvor noch ermahnt hatte, leise zu sein, knuddelte und herzte ihn, und trug ihn fröhlich lachend auf dem Arm umher. Der Grund des Jubels der 34-Jährigen, die kurze Zeit später – nachdem Moritz wieder auf eigenen Beinen stand – selbst ihrem Vater in die Arme sprang: Sie gewann den Titel bei der Deutschen Meisterschaft der Dressurreiter im Grand Prix Special. Zum ersten Mal. Vor Isabell Werth. Und der dreijährige Moritz steuerte einen großen Teil dazu bei.

Rang zwei als letzter Hinweis

„Ich wusste, dass es möglich war, den Titel zu gewinnen“, erzählte von Bredow-Werndl später. Bereits zum Auftakt des Longines Balve Optimum am Tag zuvor belegte sie im Grand Prix nur hauchdünn Rang zwei hinter Isabell Werth. Statt sich darüber zu ärgern, nahm sie das Ergebnis als letzten Hinweis: Mit ihrer Stute Dalera, ihrem Top-Pferd, sollte es in diesem Jahr möglich sein, zum ersten Mal in ihrer Karriere den nationalen Titel zu gewinnen.

Die Aussicht auf solche Erfolge steigert bei jedem Sportler die Nervosität. Zum Glück sträubte sich Moritz aber, pünktlich seinen Mittagsschlaf anzutreten. „Ich war morgens mit meinem Youngster beschäftigt und dann bin ich mit Moritz eine Stunde durch den Wald gegangen, weil er nicht einschlafen wollte“, erzählte von Bredow-Werndl. „Ich bin sowieso immer happy, wenn er dabei ist, weil er mir immer zeigt, dass es wichtigere Dinge gibt.“

Eine fast makellose Vorstellung

Derart geerdet gelang „JBW“ eine fast makellose Vorstellung im Sauerland. Lediglich in den Einerwechseln und vor dem Angaloppieren war eine minimale Unsicherheit zu erkennen. Am Ende bedeuteten die 83.549 Punkte einen persönlichen Bestwert im Special für die Reiterin aus dem bayrischen Tuntenhausen. Für die Mannschafts-Welt- und Europameisterin ist das DM-Gold der bisher größte Einzel-Erfolg der Karriere.

Werth, die Rekordreiterin aus Rheinberg, musste sich nach ihrem Ritt mit Weihegold, für den sie 82.569 Prozent erhielt, geschlagen geben. Dritte wurde Dorothee Schneider (51) aus Framersheim mit Faustus (78.706).

Die eitele Weihegold

Kurios klang ein Grund, den Werth für einen kleinen Fehler ihrer Stute Weihegold anführte. „Man mag es glauben oder nicht, aber sie wollte an einer Stelle nicht in ihren eigenen Haufen treten und hat sich etwas verdreht“, sagte die 51-Jährige – und musste selbst schmunzeln. Weihegold hatte zuvor geäppelt. Für die abschließende Kür am Sonntag (14.30 Uhr), in der sie nur noch Weihegold sattelt, kündigte sie bereits an, sich revanchieren zu wollen.

Senta Kirchhoff auf Rang zehn

Fern des wie erwarteten Duells zwischen Werth und „JBW“ um die Titel belegte die in Menden wohnende und für den RV Iserlohn startende Senta Kirchhof mit L’Arbuste den zehnten Platz (74.529), während Carina Bachmann (LRV Kalthof) auf Tarantino Rang elf belegte (73.059). Beide Reiterinnen feiern ihre DM-Premiere.

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