Fußball

Blau-Weiß Hönnetal geht’s nicht um Tönnies

Clemens Tönnies grüßt vom Podium. In den nächsten drei Monaten wird er dies nicht tun.

Clemens Tönnies grüßt vom Podium. In den nächsten drei Monaten wird er dies nicht tun.

Foto: Guido Kirchner

Menden.  Der Vorwurf des Rassismus gegenüber Clemens Tönnies hallt auch beim Schalker Fanclub Blau-Weiß Hönnetal in Menden nach.

Am Ende ist eigentlich nicht viel passiert, dabei war die Entscheidung des Ehrenrats vom Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 zur Causa Tönnies mit Spannung erwartet worden. Der Aufsichtsratvorsitzende des Traditionsvereins äußerte sich abfällig gegenüber Afrikanern, viele ehemalige Schalker Profis und aktuelle Anhänger plädierten für einen Rücktritt von Clemens Tönnies. Dieser zieht sich jetzt für drei Monate von seinen Ämtern zurück – und möchte anschließend weiter machen wie bisher. Dem Schalker Fanclub Blau-Weiß Hönnetal geht es ohnehin nicht um die einzelne Person, ihm geht es einzig um den Verein.

Ein großes Thema waren die Aussagen von Tönnies im Fanclub, der aktuell 235 Mitglieder zählt, bis jetzt noch nicht. „Es ist ja noch Sommerpause, wir sehen uns erst wieder in zwei Wochen zum ersten Heimspiel“, sagt Jörg Schlund. Er ist der erste Vorsitzende des Fanclubs aus Menden, der regelmäßig zu Heim-und Auswärtsspielen der Königsblauen fährt.

Es geht vorrangig um den Sport

„Ich bin nicht wegen Clemens Tönnies Schalker, sondern wegen dem Verein“, sagt Ralf Reich, Geschäftsführer des Fanclubs. Ihm geht es viel mehr um die sportliche Entwicklung der Mannschaft um den neuen Trainer David Wagner, weniger um die handelnden Personen im Hintergrund. „Die Äußerungen, die er getätigt hat, sind ohne Frage sehr unglücklich gewesen“, sagt Reich. Tönnies hatte am Tag der Handwerker in Paderborn gesagt, dass es mehr Werke in Afrika geben sollte, „damit die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen und nachts Kinder zu produzieren“. Äußerungen, die für Aufsehen sorgten, dem Aufsichtsratsvorsitzenden wird Rassismus vorgeworfen.

Schalke-Fans und der Tönnies-Eklat [Video- T. Bucek]

„Unser Verein ist gegen Diskriminierung“, sagt Jörg Schlund eindeutig und drückt damit aus, was nach den Äußerungen von Tönnies von vielen Seiten aus dem Schalker Umfeld zu hören war. Auch Ralf Reich sieht das ähnlich. „Wir haben als Verein schon soviel für eine gelungene Integration getan, das zeigen ja nicht zuletzt die vielen Spieler aus unserer Jugend mit Migrationshintergrund“, sagt er. Joel Matip, Mesut Özil oder Leroy Sané – alles Spieler aus der „Knappenschmiede“, der Nachwuchsabteilung von S04.

Austritte aus dem Verein, wie von anderen Schalker Fanclubs nach der Entscheidung des Ehrenrats bereits angekündigt, befürchtet beim Mendener Fanclub keiner. „Wir werden das aber auf jeden Fall noch diskutieren“, sagt Ralf Reich. Er möchte die Aussagen von Tönnies nicht klein reden, sagt aber auch, dass der Schalker Präsident ohnehin schon lange nicht unumstritten ist. Und mit Höhen sowie Tiefen kenne man sich auf Schalke gut aus. „Schalke kann eben nicht ruhig“, weiß Reich.

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