Balve Optimum

Der Mann für den Sand

Karsten Koch ist der Herr des Bodens: Er sorgt für perfekte Bedingungen im Spring- und Dressurstadion auf der Anlage auf Schloss Wocklum.

Karsten Koch ist der Herr des Bodens: Er sorgt für perfekte Bedingungen im Spring- und Dressurstadion auf der Anlage auf Schloss Wocklum.

Foto: Dietmar Reker

Balve.   Karsten Koch ist weltweit gefragt: Er kümmert sich auch beim Balve Optimum um die perfekte Bodenbeschaffenheit im Spring- und Dressurstadion.

Immer wichtiger wird bei großen Reitturnieren die Bodenbeschaffenheit. Die Plätze im In- und Ausland müssen optimal für die Spring- oder Dressurpferde vorbereitet sein. In Balve ist Karsten Koch für die Stadien zuständig.

Seit Montag kümmert er sich um optimale Bedingungen auf Schloss Wocklum, nachdem er gerade erst vom Nationenpreis-Turnier aus St. Gallen zurückgekehrt ist.

„Alles hat 1994 angefangen“ erinnert sich der gebürtige Balver. Mit 16 Jahren war er zunächst als Parkeinweiser auf dem Turnier tätig. Später fragte ihn Graf Landsberg-Velen, ob er nicht die Plätze schleppen und bewässern könne.

Von Hermann Duckek gelernt

„Das war bei den Deutschen Jugendmeisterschaften. Zusammen mit Dietmar Gugler habe ich auf dem Turnier den Boden gepflegt“, erzählt Koch. Ein Jahr später engagierte der Graf den damaligen „Bodenpapst“ Hermann Duckek. Bei ihm lernte er das Einmaleins der Bodenpflege und -beschaffenheit. Und von da an drehte sich alles nur noch um den sandigen Beleg.

Mittlerweile ist Karsten Koch weltweit gefragt. Ob die Global Champions-Tour in Miami Beach, Shanghai oder die EM in Göteborg – überall sitzt er auf dem Trecker und bereitet im Vorfeld die Plätze für Dressur-, Springreiter oder Fahrer vor. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Kurz und knapp zieht Karsten Koch sein (trockenes) Fazit: „Ich bin im Sand tätig.“

Nicht nur das Planieren ist wichtig, auch die Zusammensetzung der Sandschicht ist von großer Bedeutung. Besonders stolz ist Karsten Koch auf seine Arbeit in Bangkok. In Thailand baute er einen Reitplatz für die Armee. Hier werden die Pferde für die Garde ausgebildet. Allerdings räumt er sofort ein: „Reich wird man von dieser Tätigkeit nicht. Ich habe aber das Glück, dass ich Beruf und Hobby kombinieren kann.“

Mittlerweile lebt er in Thedinghausen. 1997 zog er zusammen mit Markus Beerbaum vom beschaulichen Sauerland in die Bremer Gegend. Noch heute betreut er bei den Beerbaums die Logistik und ist für den Pferdetransport zuständig. Gelernt hat er Industriemechaniker und diesen Beruf mit dem Meistertitel abgeschlossen.

Zusätzlich betreut er seit 2006 mit der Universität Uppsala (Schweden) eine Arbeit, die die Bodenbeschaffenheit der Turnierplätze weltweit analysiert. „Wir haben einen Forschungsauftrag und Ziel ist es, eine Norm für Sandplätze zu schaffen“, berichtet Koch. Dafür wurde extra ein Pferdehuf entwickelt, der durch Messung die Bodenqualität untersucht.

Ende Juli nach Berlin

Am Ende des Interviews musste der 48-Jährige wieder fix auf den Traktor, um den Boden für die bevorstehende Prüfung optimal vorzubereiten. Der nächste Turniertermin steht auch schon in seinem Kalender: das Global Champions-Turnier in Berlin Ende Juli.

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