Fußball

Der Schiedsrichter hat bei Sturm das letzte Wort vor Ort

Absage Ja oder Nein: Schiedsrichter Gökhan Oguz (gelbes Trikot) diskutiert mit den Trainern und Spielern der SG Balve/Garbeck und des SuS Westenfeld über den möglichen Spielabbruch wegen der heftigen Sturmböen. Die Beteiligten einigten sich in der 81. Minute auf das vorzeitige Ende.

Absage Ja oder Nein: Schiedsrichter Gökhan Oguz (gelbes Trikot) diskutiert mit den Trainern und Spielern der SG Balve/Garbeck und des SuS Westenfeld über den möglichen Spielabbruch wegen der heftigen Sturmböen. Die Beteiligten einigten sich in der 81. Minute auf das vorzeitige Ende.

Foto: Dietmar Reker

Menden.   Nach dem Orkan-Sonntag tauchte die Frage auf, ob bei solch einem Unwetter eine generelle Absage nicht sinnvoll wäre. Wir haben nachgefragt.

Es war ein stürmischer Sonntag für die Fußballer in der heimischen Region. Allerdings hatten die Sturm- und Orkanböen am Sonntag nur wenig Einfluss auf die Spielpläne. Im Fußballkreis Iserlohn ging nur auf dem Ernst-Loewen-Sportplatz in Hemer-Deilinghofen nichts, andernorts wurde gespielt.

Kein Wunder, dass nach diesem Sonntagnachmittag die Frage auftauchte, ob bei einem solchen Unwetter nicht eine generelle Absage der Spiele stattfinden sollte. Der in Kaiserau ansässige Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) verneint dies. „Wenn es in Siegen schneit, kann in Lotte die Sonne scheinen“, verweist der FLVW auf das große Verbandsgebiet. Die Entscheidung über eine Absage liegt bei den spielleitenden Stellen (Fußballkreis, Staffelleiter). Letztlich hat der Schiedsrichter das letzte Wort vor Ort.

„Es gab am Sonntag keine genauen Hinweise auf den Umfang des Unwetters. Es wurde ja vom frühen Sonntagabend gesprochen“, sah man beim Fußballkreis Iserlohn keinen Grund für komplettes Eingreifen und überließ die Entscheidung den Unparteiischen. „Da geht es in erster Linie darum, dass die Gesundheit der Beteiligten nicht gefährdet ist. Und dann erst in zweiter Linie, das ein normales Spiel gewährleistet ist“, erklärt Lars Lehmann, der Vorsitzende des Iserlohner Kreisschiedsrichterausschusses.

Nach dieser Vorgabe handelte dann auch Christian Liedtke, der am Sonntag die Partie des BSV Menden gegen den TuS Erndtebrück II im Huckenohlstadion leitete. „Für mich war nicht erkennbar, dass auf dem Huckenohl-Nebenplatz die Spieler und die Zuschauer gefährdet waren. Da sind keine Äste auf den Platz geflogen. Und für das Spiel war wichtig, dass der Ball auch liegenblieb. Es war nicht so, dass aufgrund des Sturmes der Ball nicht liegenblieb“, so der Schiedsrichter-Lehrwart aus dem Kreis Lüdenscheid. Auch bei den Aktiven spielte das Wetter keinen Grund. „Die meisten Diskussionen im Spiel gab es über die Bewertung von Fouls“, berichtet Liedtke. Und dabei kam er nicht auf eine Linie mit dem Erndtebrücker Trainergespann. Das dürfte im Nachklang noch teuer werden.

Nur Wetter in Wetter grenzwertig

Auch Ernst Moos, Staffelleiter der Landesliga 2, sah am Sonntag keinen Grund, mit einer Absage zu arbeiten. „Allein in Wetter muss es noch grenzwertig gewesen sein“, berichtet der Funktionär aus Wilnsdorf, der sich an eine generelle Absage wegen Sturms erinnern konnte. „Das ist aber schon sehr lange her“, so der Siegerländer. Auch den Einwand, dass ein junger Nachwuchs-Schiedsrichter mit der Frage einer Spielabsage überfordert sei, ging man bei den Offiziellen gelassen um. „Unsere Schiedsrichter werden ja auch geschult. Sie wissen, dass sie diesen Ermessensspielraum haben. Und da gibt es auch keinen Ärger, wenn ein Spiel vielleicht früh abgesagt wird“, sieht Lars Lehmann das Alter als kein Problem an. Sein Kollege Christian Liedtke bringt da auch noch die Unterstützung von älteren Schiedsrichtern ins Gespräch. „Ich glaube schon, dass ein älterer Kollege — wenn er vor Ort ist – dem jüngeren helfen wird“, so Liedtke. Zumal ja auch die beiden Mannschaften den Schiedsrichter unterstützen können. „Wenn die meinen, es ist zu gefährlich, zu spielen, kann er die Partie doch absetzen. Die spielleitende Stelle kümmert sich dann“, sehen die Schiedsrichter keinerlei Probleme.

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