Eishockey

Dieses Zeichen setzen die Fans der Iserlohn Roosters

Rund 1400 Fans sorgen beim ersten öffentlichen Training der Iserlohn Roosters in der Saison 2019/2020 für eine Rekordkulisse.

Rund 1400 Fans sorgen beim ersten öffentlichen Training der Iserlohn Roosters in der Saison 2019/2020 für eine Rekordkulisse.

Foto: Dennis Echtermann

Iserlohn.  Rekordkulisse beim öffentlichen Training der Iserlohn Roosters: Verein und Anhänger wachsen nach Zwist in der vergangenen Saison wieder zusammen.

Dieter Orendorz lässt sich bei den Iserlohn Roosters durch nichts mehr überraschen – eigentlich. Schließlich ist der 27-jährige Verteidiger das Urgestein im aktuellen Kader des Klubs aus der Deutschen Eishockey Liga. Doch das, was sich am Samstagvormittag in der Eishalle am Seilersee abspielte, versetzte auch Orendorz ins Staunen. „Es war viel voller als in den vergangenen Jahren“, sagte er.

Viel voller – ist leicht untertrieben. Rund 1400 Fans besuchten das erste öffentliche Training der Roosters.

Iserlohn Roosters zurück auf dem Eis

„Die Fans hier sind eben positiv verrückt“, erzählte im Anschluss auch Roosters-Torwart Andreas Jenike. Im Gegensatz zu Orendorz erlebte er zum ersten Mal ein öffentliches Training am Seilersee, schließlich kam Jenike erst im Sommer vom Ligakonkurrenten Nürnberg Ice Tigers (zurück) ins Sauerland. Von den Fans gefeiert zu werden, die ihn früher als Gegner ausbuhten, gefiehl ihm aber: „Die Einheit hat mir richtig Spaß gemacht und ich glaube, dass die Fans einen guten Einblick ins Training bekommen haben.“

Denn anders als in vergangenen Jahren präsentierten sich die Roosters kommunikativer, offener für die Anhängerschaft. Iserlohns Trainer Jason O’Leary kommentierte via Headset immer wieder die Übungen auf dem Eis und wurde dabei von den Kommentatoren Rudi Müllenbach und Mirko Heintz sowie von Roosters-Rekordspieler Collin Danielsmeier unterstützt. „Es waren schon ziemlich viele Fans – das hat viel Spaß gemacht“, sagte der gut gelaunte Coach später.

Ein neues Miteinander

Er geht als in der DEL unbeschriebenes Blatt in seine erste Saison in Iserlohn. Zudem ist der Deutsch sprechende Kanadier mit seinen 40 Jahren nur unwesentlich älter als zum Beispiel der 31-jährige und ziemlich DEL-erfahrene Jenike. Ein Problem stellt dies für den Goalie allerdings nicht dar.

„Jason ist sehr kommunikativ. Das gefällt mir“, sagte Jenike zurückblickend auf die ersten Trainingseinheiten am Seilersee. „Er versucht, alles sehr transparent und klar zu gestalten, damit keine Missverständnisse aufkommen“, ergänzte er. Der Torwart sieht in der DEL außerdem einen Trend, der auch im Bundesliga-Fußball zu verzeichnen ist. „Man holt nicht mehr blind irgendwelche Trainer, die über so und so viele Jahre Erfahrung verfügen, sondern man schaut auf ihre Qualifikationen und darauf, welches Konzept sie vertreten“, sagte Jenike.

Gemeinsam mit Manager Christian Hommel sorgt O’Leary bei den Roosters wieder dafür, dass Mannschaft, Klub und Fans zu einer Einheit werden. Diese war in der zurückliegenden Saison nicht nur auf Grund des sportlichen Misserfolgs zerbrochen. Unter anderem hatten Fanklubs in der Schlussphase der Hauptrunde zu einem Stimmungsboykott aufgerufen.

Aktion beim ersten Saisonspiel

Der Rekordbesuch beim öffentlichen Training ist ein Zeichen, dass die Sauerländer über den Sommer in ihrer Kommunikation und auch bei der Zusammenstellung des Kaders vieles richtig gemacht haben. Dazu passt, dass Roosters-Fanclubs für das erste Saisonspiel am 13. September bei den Kölner Haien bereits zu einer Aktion aufgerufen haben: „Gemeinsam für Iserlohn – Alle in weiß nach Köln“, heißt es.

„Die Vorfreude auf die Saison steigt auf beiden Seiten“, sagte Andreas Jenike. Das wird sich fortsetzen, wenn die Roosters nicht nur in einer öffentlichen Trainingseinheit vor rund 1400 Zuschauern, sondern auch in Testspielen eine gute Figur machen. Das erste absolvieren sie am 23. August gegen den Westrivalen Düsseldorfer EG.

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