Schach

Ein Spiel und seine Tredezillion Varianten

Olaf Dransfeld ist erster Vorsitzender des Schachvereins Menden 24.

Olaf Dransfeld ist erster Vorsitzender des Schachvereins Menden 24.

Foto: Viktor Dobek

Menden.  Ja, Schach ist ein Sport, dessen Faszination auch in Menden viele Spieler in den Bann zieht.

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„Es gibt mehr Möglichkeiten an Zügen in einer Schachpartie, als Atome im Weltall“, sagt Spieler Olaf Dransfeld. Das ist nicht so ganz ohne, schließlich schwirren im Kosmos ungefähr eine Tredezillion der „Lebensbausteine“ umher. Das ist eine Zahl mit 78 Nullen. Zurück zum irdischen, zurück auf den Boden – oder eher das Brett – der Tatsachen.

Sein erstes Schachduell, im Jahr 1979 als 13-jähriger Bub, verliert Olaf Dransfeld. Ein geglückter Auftakt, um motiviert weiterzuspielen, sieht anders aus.

Er lässt sich aber nicht entmutigen – ganz im Gegenteil. Dransfeld bleibt am Ball, oder besser gesagt „an den Figuren“. Mittlerweile, 40 Jahre später, ist er Vorsitzender des Schachvereins Menden 24. „Seit meinem ersten Zug bin ich fasziniert von diesem Spiel gewesen“, erklärt er seine Anfänge. Apropos Anfänge, das ideale Alter, um mit dem Schachsport anzufangen, liegt laut dem Vorsitzenden bei ungefähr neun Jahren. Es gibt aber auch Ausnahmen: „Bei uns spielen auch einige Erst- und Zweitklässler mit.“

Charakter spielt wichtige Rolle

Abgesehen vom Alter seien vor allem auch die Charaktereigenschaften eines Spielers oder einer Spielerinn wichtig: „Er oder sie muss positiv verrückt sein, sonst wird das nichts“, sagt Dransfeld. Dem Vorurteil, intelligenter als der Durchschnitt sein zu müssen, um erfolgreich zu sein, stimmt er nicht zu: „Wirklich jeder kann Schach spielen.“ Quasi elementar sind hingegen Ruhe und Geduld: „Das ist wichtig, schließlich kann eine Partie bis zu sechseinhalb Stunden dauern“, fügt der mittlerweile 53-Jährige hinzu.

Dazu gehört auch die Bereitschaft dem „Schachkampf“, wie Olaf Dransfeld die Partien nennt, einen ganzen Tag zu widmen. Schließlich wisse man nie, im Gegensatz zu Fußball oder Handball, wie lange ein Spiel dauert: „Es können 30 Minuten aber auch mehrere Stunden sein“, erklärt der Vorsitzender von Menden 24.

Was aber (fast) eindeutig ist, dass die Spieler bei ihren „Kämpfen“ nur wenig bewegen – ausgenommen ihrer Arme natürlich. Sport, zu dem das Schachspiel eben auch zählt, stellt man sich anders vor.

Verletzungsgefahr ist gering

Für Olaf Dransfeld gibt es hingegen aber keine Zweifel daran, dass es sich bei dem „Königsspiel“ um eine Sportart handelt: „Von der Definition her, erfüllt Schach die meisten Voraussetzungen, um als Sportart zu gelten. das Einzige was das Spiel nicht erfüllt sind die Leibesübungen.“ Macht aber nichts, findet Olaf Dransfeld und sieht darin sogar einen Vorteil: „Wenn ich mir andere Sportarten ansehe, sind unsere Verletzenlisten definitiv kürzer“, schmunzelt er und fügt hinzu: „Schach kann man auch mit einem gebrochenen Bein spielen.“

Leibesübungen hin oder her, wie bei jeder anderen Sportart braucht man auch beim Schachspiel Taktiken: „Es gibt die Eröffnung, das Mittel- und das Endspiel“, weiß Olaf Dransfeld.

Jede der drei Phasen steht für sich selbst und hat verschiedene Varianten. „Die italienische Eröffnung lässt sich beispielsweise wunderbar Anfängern erklären“, so der Vorsitzende. Dabei wird der Bauer vor dem König, im Fachjargon auch Königsbauer genannt, zwei Felder nach vorne gesetzt, um „das Zentrum zu besetzen“, fügt der 53-Jährige hinzu.

Mitte im Auge behalten

Die vier Flächen in der Mitte sind beim 64 Quadrate umfassenden Brett die wichtigsten, „um seine Figuren zu entwickeln“, wie es Dransfeld nennt. Das nämlich geschieht beim Mittelspiel. Bauern, Türme, Springer, Läufer, Dame und König greifen an oder müssen geschützt werden.

„Ich kann beispielsweise über den Damenflügel angreifen. Also über die von mir aus gesehen rechte Seite“, spezifiziert der Schachspieler. Je mehr Figuren vom Brett verschwinden, desto näher kommt man dem sogenannten Endspiel: „Da geht es einfach darum den Gegner mit seinen verbleibenden Figuren matt zu setzen beziehungsweise zu besiegen“, sagt Olaf Dransfeld.

Die Besten spielen gegeneinander

Bei den „Mannschaftskämpfen“ des SV Menden 24 passiert dieses Prozedere gleich mehrere Male, denn dort sitzen sich 16 Spieler gegenüber. In jeweils acht Einzelpartien geht es um den Sieg seines Teams. Wer gegen wen antritt, wird schon vor der Saison entschieden, denn jede Mannschaft stellt seine acht Spieler nach Stärke auf: „Beim Mannschaftskampf spielt der beste von Team A gegen den Besten von Team B“, erklärt Dransfeld. Die „Kämpfe“ werden gleichzeitig ausgetragen.

Die Seniorenmannschaft des SV Menden 24 spielt in der Verbandsliga. Im Fußball sei dies mit der Landesliga vergleichbar, so der Vereinsvorsitzende.

Wie beim Balltreten gibt es auch beim Schach Heim- und Auswärtsspiele. Insgesamt neun Stück an der Zahl, da die Liga aus zehn Mannschaften besteht und es nur eine „Hinrunde“ gibt, so der Schachenthusiast. Bei den gemeinsamen Kämpfen erhält die Gewinnermannschaft zwei Punkte. Für ein Unentschieden, das bei acht Spielern pro Team möglich ist, gibt jeweils einen Punkt.

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