Weltreiterspiele

Eisborner Bernhard Dornsiepen startet bei Weltreiterspielen

Stilecht zu den Weltreiterspielen: In den USA wird „Bekele El Djem“ mit einem Halfter in Deutschlandfarben starten.

Stilecht zu den Weltreiterspielen: In den USA wird „Bekele El Djem“ mit einem Halfter in Deutschlandfarben starten.

Foto: Marc Friedrich

Balve.   Der Eisborner Bernhard Dornsiepen hat sich für die Weltreiterspiele im Distanzreiten in den USA qualifiziert.

Der Balver Distanzreiter Bernhard Dornsiepen ist für die Weltreiterspiele, die in diesem Jahr in der US-amerikanischen Kleinstadt Tryon stattfinden, in den Bundeskader berufen worden. Mit seinem Schimmel „Bekele El Djem“ wird er am 12. September zu dem 160-Kilometer-Ritt im US-Bundesstaat North Carolina aufbrechen.

Als der Vorstand des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) in einer offiziellen Erklärung bekannt hab, wer zu den Weltreiterspielen in die USA reisen darf, fiel auch der Name Bernhard Dornsiepen – wieder. Der Eisborner, der vor kurzem seinen 50. Geburtstag feierte, wird im September gemeinsam mit Rebecca Arnold aus Nürtingen in Baden-Württemberg mit ihrem Pferd „Sepra“ und Ursula Klingbeil aus Buch in Bayern mit „Aid Du Florival“ das deutsche Team im Distanzreiten bilden.

Mit dem E-Bike

Für den heimischen Reiter keine ganz neue Erfahrung: Im schwedischen Stockholm und im spanischen Jerez war er bereits jeweils Teil des deutschen Distanzreiterteams bei den Weltreiterspielen. Deswegen ist er auch nicht so verbissen, wie manch ein Neuling: „Klar träumt jeder bei einer WM von einer Medaille. Aber ich habe kein platzmäßiges Ziel“, sagt Dornsiepen entspannt. Wo er sich realistisch einschätzt? „Unter die ersten 20 könnte ich schon kommen.“ Das Teilnehmerfeld wird etwa 150 Distanzreiter aus der ganzen Welt umfassen.

Vorbereitung sei existenziell für die Disziplin, in der er starte: „Wenn ich vor Ort bin, dann werde ich die Strecke mit dem E-Bike abfahren. Daraufhin mache ich mir einen Plan, lerne ihn auswendig und werde diesen konsequent umsetzen“, erklärt der erfahrene Distanzreiter und führt weiter aus: „Auf die Strecke bin ich gespannt wie ein Fuchs. Es ist immer etwas Besonderes, wenn man mit Köpfchen reiten muss.“ Dabei spielt er vor allem auf die Struktur des Geländes an, denn ein Distanzritt geht keineswegs stur geradeaus auf ebenem Terrain, sondern beinhaltet auch anspruchsvolle Anstiege, bei denen Reiter und Ross sich ihre Kräfte clever einteilen müssen.

Zudem verzichtet der Balver während des Rittes auf technische Hilfsmittel. Ja, der Puls des Tieres könne beim Ritt gemessen werden. Ja, viele Teilnehmer kontrollieren auch die durchschnittliche Geschwindigkeit, mit der sie unterwegs sind. „Aber ich reite komplett ohne diesen technischen Schnickschnack. Ich habe nicht einmal eine Uhr dabei. Ich reite einfach nach Gefühl, und das hat mich bislang noch nie im Stich gelassen“, sagt Dornsiepen.

Doch es gibt auch Neuerungen für den Mann, der dieses Ereignis mit der Abenteuerlust eines Indiana Jones angeht: „Ich war noch nie zum Reiten in den Vereinigten Staaten“, verrät er. Dabei ist er schon in einigen exotischen Ländern geritten wie zum Beispiel in der Wüste Namibias oder in Dubai.

Und für seinen tierischen Partner ist es eine Premiere, denn Dornsiepen startet diesmal mit einem anderen Pferd als bei früheren Weltreiterspielen. „Bekele El Djem“ heißt sein Araber, den er im Gespräch liebevoll „meinen Bekele“ nennt und der sich bei der Fotosession für diesen Artikel auf einer benachbarten Wiese in Eisborn wie bei einem All-you-can-eat-Buffet fühlt.

Mit der Distanz vertraut

Im Alter von vier Jahren hat er das Tier in den Niederlanden gekauft – jetzt ist „Bekele“ zehn Jahre alt. „Alles war er kann, weiß er von mir“, erzählt Bernhard Dornsiepen stolz. Und „Bekele“ kann wirklich eine Menge. Schließlich hat er alle Qualifikationsläufe durchlaufen und seinem Besitzer zur Teilnahme an den Weltreiterspielen verholfen. Auch mit der Distanz ist er vertraut: „Das ist das dritte Mal, dass ,Bekele’ 160 Kilometer geht“, informiert Dornsiepen.

Früher ist der Eisborner auf seinem Araber-Trakehner „Rio“ geritten. „Das ist mein 15-jähriges Erfolgspferd“, lobt Dornsiepen das Tier. Und jeder Pferdesportler, der sich Elitereiter nennen darf, dürfte rein theoretisch auf „Rio“ bei den Weltreiterspielen starten – Weswegen bei Bernhard Dornsiepen auch Anfragen aus einem Nachbarland diesbezüglich reingekommen sind. Doch er blockte direkt ab: „Den ,Rio’ reite nur ich. Der ist mein Liebling. Deswegen verleihe ich den auch nicht an die Holländer.“

Wer sich gefragt hat, wie lange so ein 160-Kilometer-Distanzritt wohl dauert, bekommt jetzt die Antwort: Beim Sichtungsritt benötigten Bernhard Dornsiepen und „Bekele El Djem“ 8:46 Stunden.

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