Fußball

Frustration statt Euphorie bei BSV-Trainer Christian Rausch

Höhen und Tiefen: Während die C-Jugend-Fußballer des BSV Menden mit ihrem Trainer Christian Rausch zuletzt den Aufstieg bejubelt haben (Szene), ist inzwischen große Ernüchterung eingetreten. Es fehlt die Perspektive für den Nachwuchs.

Höhen und Tiefen: Während die C-Jugend-Fußballer des BSV Menden mit ihrem Trainer Christian Rausch zuletzt den Aufstieg bejubelt haben (Szene), ist inzwischen große Ernüchterung eingetreten. Es fehlt die Perspektive für den Nachwuchs.

Foto: Dietmar Reker

Menden.   Die Aufstiegsrunde wirft ihre Schatten voraus: Doch mit großer Zuversicht geht BSV-Trainer Christian Rausch nicht an die nächste Aufgabe heran.

Eigentlich sollte Christian Rausch bester Dinge sein. Die BI-Fußballjunioren des BSV Menden haben sich recht souverän auf Kreisebene durchgesetzt und für die Aufstiegsrunde zur Bezirksliga qualifiziert. Doch mit großer Zuversicht geht der Trainer des Huckenohl-Nachwuchses nicht an die nächste Aufgabe. Die Aufstiegsrunde beginnt auf Ebene des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen am 16. Juni.

„Der Aufstieg wäre für den Verein sicherlich sehr wichtig“, sagt Rausch, der gleichzeitig auch noch Sportlicher Leiter am Oesberner Weg ist. „Aber wie geht es dann weiter?“, fragt Christian Rausch und macht sich keine Mühe, den aufgestauten Frust zu verschweigen.

Jung-Kicker hören oftmals auf

Der erste Teil seiner Verärgerung betrifft den Verlauf der Saison. „In der ersten Serie haben wir acht Spiele bestritten, in der zweiten Serie gerade mal sechs. Einige Gegner haben es vorgezogen, nicht gegen uns anzutreten, weil wir zu stark wären und man zu hoch verlieren würde. Da nimmt man lieber eine 0:2-Wertung für Nichtantreten in Kauf. Das sieht ja besser aus“, ärgert sich Rausch zum einen über die „sportlichen“ Gegner. Gleichzeitig stieg aber auch der Frust bei seinen Spielern. „Die waren sauer, weil sie nicht spielen konnten. Immer nur trainieren, mag auch keiner“, so Rausch. Der dann auch den Fußballkreis Iserlohn in Frage stellt. Teilweise haben einige junge Kicker mit dem Fußball aufgehört. „Warum ist es in unseren Kreis nicht möglich, aus zwei Ligen im B-Jugend-Jahrgang eine vernünftige Kreisliga mit einer ordentlichen Zahl an Spielen in Hin- und Rückrunde für den Spielbetrieb zu erstellen. Das würde für die Jungs doch weitaus mehr bringen“, machte Rausch deutlich.

Aber das ist nicht das einzige Problem, das den Mendener Offiziellen beschäftigt. Ein anderes ist die Wahrnehmung einzelner Jugendliche für ihren Sport. Viele fühlen sich für höhere Ligen berufen. „Im Moment sind wir sehr viel damit beschäftigt, dass wir Spielern Bescheinigungen ausstellen, dass sie woanders am Probetraining teilnehmen können. Aber auch in der Westfalenliga wird nur mit elf Spielern angefangen“, erzählt Rausch. Dass darunter die aktuelle Mannschaft der zukünftigen Fußballstars leidet, ist eine weitere schmerzvolle Erkenntnis. Kein Wunder, dass Christian Rausch da die Lust am ehrenamtlichen Engagement vergeht. Die Zahl der Mitstreiter ist schon längst übersichtlich geworden.

Abschied deutet sich an

„Aber ich bin mir sicher, dass es in anderen Vereinen ähnliche Geschichten gibt. Leider reden viele die Situation immer noch schön. Es kann nur besser werden, wenn wir alle mal über die Vereinsgrenzen schauen. Ich habe da aber meine Zweifel“, scheint Christian Rausch so langsam aber sicher zu kapitulieren. Zumindest will er in zwei Jahren, wenn seine aktuelle Mannschaft aus der A-Jugend in die Senioren aufrückt, aufhören. Es wäre ein Verlust für den Hönnestädter Jugendfußball.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben