Eishockey

Iserlohn Roosters: Gehalts-Klausel sorgt für Diskussionen

Manager Christian Hommel muss mit den Spielern der Iserlohn Roosters über Gehalts-Klauseln in den Verträgen sprechen.

Manager Christian Hommel muss mit den Spielern der Iserlohn Roosters über Gehalts-Klauseln in den Verträgen sprechen.

Foto: Falk Blesken

Iserlohn.  Kurzarbeit, aller Voraussicht nach auf Gehalt verzichten: Die von der DEL geforderte Klausel sorgt auch bei den Iserlohn Roosters für Debatten.

In der Deutschen Eishockey Liga zeichnet sich zwar grundsätzlich Bereitschaft der Spieler zum Gehaltsverzicht ab, doch ohne Diskussionen wird die von der DEL geforderte Maßnahme nicht über die Bühne gehen. Auch die Akteure der Iserlohn Roosters stimmen nicht einfach so zu.

Um die Existenz der Klubs während und nach der Corona-Krise zu sichern, sollen die Spieler nach Plänen der DEL sogenannte „Corona-Klauseln“, welche die Bereitschaft zur Kurzarbeit und die Stundung von einem Viertel des Jahresgehalts beinhalten, akzeptieren. Die Akzeptanz dieser Klausel ist eine Voraussetzung für die Lizenzerteilung für die nächste Spielzeit, wann immer diese in welcher Form startet.

Frist endet am Sonntag

Da die Klubs ihre Lizenzunterlagen bis spätestens Sonntag einreichen müssen, laufen die Gespräche mit den Spielern auf Hochtouren. Auch wegen dieser Entwicklung forcieren einige von Moritz Müller (Kölner Haie) und Patrick Reimer (Nürnberg Ice Tigers) angeführte Profis die Gründung einer Spielergewerkschaft.

Einen Aufstand wollen Müller, Reimer und Co. nicht proben, ihr Wort soll aber analog zur Spielergewerkschaft NHLPA in Nordamerika künftig deutlich mehr Gewicht bekommen. „Wir möchten in den Lösungsprozess für die aktuelle Situation mit eingebunden werden und mit Liga und Vereinen an einem gemeinsamen Verhandlungstisch sitzen“, sagte Müller der Kölnischen Rundschau. Der Verteidiger betonte, man wolle „nicht gegen die Liga arbeiten“, sondern „eine für alle Beteiligten gute Lösung finden“.

Das sagen die Roosters

So ähnlich äußern sich die Spieler der Iserlohn Roosters. „Wir Spieler wurden informiert und werden jetzt gemeinsam einen Konsens finden“, erklärte zum Beispiel Marko Friedrich auf Nachfrage dieser Zeitung. Ins Detail wollte Friedrich aber ebenso wenig gehen wie Jens Baxmann, der in der vergangenen Saison ebenfalls als Co-Kapitän agierte. „Ich kann mich dazu, wie es in laufenden Verfahren üblich ist, im Moment nicht äußern“, sagte Baxmann, ergänzte aber: „Natürlich besprechen wir uns und das Telefon steht nicht still.“

Wolfgang Brück, geschäftsführender Gesellschafter der Roosters, hatte den Gehalts-Plan vor kurzem gegenüber dieser Zeitung erläutert und zuvor die Spieler informiert. „Ich glaube, die Spieler verstehen die Lage“, sagte Brück. Dass die Maßnahme klaglos hingenommen werden würde, damit rechnete auch Brück nicht. Er sagte aber in Richtung der Spieler: „Es kann auch nicht in ihrem Interesse sein, wenn das System kollabiert.“

Vorschlag von Moritz Müller

Insgesamt besteht reichlich Gesprächs- und Verhandlungsbedarf. Deshalb bringt Köln-Profi Moritz Müller auch eine Verschiebung der Lizenzierung ins Gespräch, „da doch jetzt vollkommen unsicher ist, wann wir wieder Eishockey spielen“.

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