Eishockey

Iserlohn Roosters: So rettet MacQueen in Auszeit den Sieg

Gute Laune bei den Iserlohn Roosters: Die Spieler (hier Brody Sutter) feiern den nächsten Heimsieg mit den Fans.

Gute Laune bei den Iserlohn Roosters: Die Spieler (hier Brody Sutter) feiern den nächsten Heimsieg mit den Fans.

Foto: Falk Blesken

Iserlohn.  Mit 5:4 gewannen die Iserlohn Roosters ihr Heimspiel gegen Nürnberg in der Overtime und boten ein Spektakel. Jamie MacQueen traf mit Ankündigung.

Wer genau hinschaute, rieb sich verwundert die Augen. Denn Jim Midgley, der Co-Trainer der Iserlohn Roosters, wurde in diesem spielentscheidenden Moment zum Statisten degradiert, zu dem Mann, der zwar die Taktiktafel halten durfte, der aber wie die restlichen Spieler nur zuschaute und zuhörte, was Jamie MacQueen zu zeigen und zu sagen hatte. 32 Sekunden später sagte MacQueen nichts mehr, sondern riss jubelnd die Arme hoch.

Roosters: MacQueen trifft in Überzahl

Mit seinem Tor in Überzahl zum 5:4 in der Verlängerung beendete der Top-Scorer der Roosters in der 62. Minute das Heimspiel in der Deutschen Eishockey Liga gegen die Nürnberg Ice Tigers und sicherte den Sauerländern zwei Punkte. Zudem feierten die Roosters nach zuletzt vier Niederlagen in Folge einen spektakulären Sieg vor der Länderspielpause.

„Wir spielen ein gutes Spiel hier“, sagte Julian Lautenschlager in der zweiten Drittelpause und ergänzte: „Wir haben schon in einigen Spielen Rückstände aufgeholt.“ Mit 1:3 lagen die Roosters zu diesem Zeitpunkt zurück.

Joachim Ramoser traf in der 19. Minute zur 1:0-Führung der Gäste. Doch die Roosters erhöhten mit Wiederbeginn der Partie den Druck und glichen durch Lautenschlager in der 26. Minute zum 1:1 aus. „Eine unglückliche Aktion bringt uns zwei Gegentore“, sagte Julian Lautenschlager noch und meinte damit die Szene in der 32. Minute. Jack Skille fuhr auf das Roosters-Tor zu, zog ab, traf zum 2:1 und wurde unmittelbar nach seinem Schuss von Chris Rumble so unglücklich von hinten gecheckt, dass er mit dem Gesicht gegen die Torlatte prallte.

Für Rumble war das Spiel beendet und seine Mannschaft musste die nächsten fünf Minuten in Unterzahl agieren. Es dauerte aber nur 55 Sekunden, ehe Daniel Fischbuch das Powerplay ausnutzte und auf 3:1 für Nürnberg erhöhte.

Orendorz trifft zum ersten Mal

Allerdings behielt Lautenschlager mit seiner Ankündigung Recht und die Roosters starteten eine Aufholjagd. Dieter Orendorz verkürzte mit seinem ersten Saisontor in der 43. Minute auf 2:3, Alexandre Grenier traf kurios mit einem weiten Weitschuss, bei dem der Puck zweimal, dreimal tückisch vor Niklas Treutle auf das Eis hopste, zum 3:3-Ausgleich (46.). Michael Halmo brachte die Sauerländer mit dem 4:3 (50.) sogar in Führung.

Doch mit einem Spieler mehr auf dem Eis agierten die Roosters in der Schlussphase nicht clever und kassierten den Ausgleich zum 4:4 von Andreas Eder (58.). Bange Blicke gab es deswegen auf den Tribünen, als Nürnberg in der Overtime erneut eine Zeitstrafe bekam – doch in der unverzüglich genommenen Auszeit gab Jamie MacQueen die Erfolgstaktik vor.

Das sagen die Trainer

„Das war ein komisches Spiel“, sagte Roosters-Trainer Jason O’Leary später: „Die ersten zwei Drittel waren nicht schlecht, aber die Strafe hatte Einfluss auf unser Spiel. Trotzdem haben wir das Vertrauen nicht verloren, hinzu kamen etwas Glück und Charakter.“ Zum Foul von Chris Rumble erklärte er: „Der Check war nicht schön. Ich hoffe, dass es Jack Skille gut geht.“ Sein Gegenüber Manuel Kofler ärgerte sich über die Niederlage und sagte zudem: „Aus meiner persönlichen Sicht war der Check gegen Skille dreckig.“

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