Eishockey

Jenikes große Lust aufs Nationalteam

Lesedauer: 4 Minuten
Nach einem relativ ruhigen ersten Drittel bekam Andreas Jenike noch reichlich zu tun. Trotz der fünf Gegentore zeigte er ein gutes Spiel.

Nach einem relativ ruhigen ersten Drittel bekam Andreas Jenike noch reichlich zu tun. Trotz der fünf Gegentore zeigte er ein gutes Spiel.

Foto: Thomas Hahn

Iserlohn.  Der Torwart der Iserlohn Roosters zeigt trotz der fünf Gegentreffer eine gute Leistung gegen Tschechien.

Die Fernsehkameras fingen Andreas Jenike leider nicht ein, als die Spieler der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft am Samstag vor dem Test-Länderspiel gegen Tschechien die Nationalhymne sangen. „Aber natürlich habe ich auch mitgesungen, da bin ich textsicher.“

Sechs Jahre vergingen seit seinem letzten Länderspieleinsatz, damals im April 2015 beim 0:4 gegen die finnische Auswahl, dabei spielt er mindestens so gerne für Deutschland wie für die Iserlohn Roosters. Das klang im Vorfeld der Partie in einem Interview an, und das unterstrich er am Sonntag. Da war er längst zurück in Iserlohn und drehte am Seilersee seine Runden. „Ich denke, es ist für jeden Sportler das Größte, für sein Land zu spielen. Das ist es doch, wo man hin möchte, wenn man als Kind die Spiele sieht, zumal ich auch ein eher patriotischer Mensch bin.“

Und lange sah es so aus, als würde mit dem Schwerstarbeiter der Liga, der unübertroffene 1943 Minuten in der Hauptrunde auf dem Eis stand, der Erfolg ins DEB-Team zurückkehren. Hinten blockten die Verteidiger zahlreiche Schüsse und gewannen wichtige Zweikämpfe, vorne schlugen die Stürmer zu. 2:0, 3:1 sowie 4:3 führte Deutschland und stand am Ende doch mit leeren Händen da. 4:5 lautete der Endstand – kein Ergebnis, mit dem ein Keeper prahlen kann. „Als Torwart wünscht man sich eher die langweiligen Spiele, bei denen nicht viel passiert. Aber die Tschechen haben eine brutale Kaltschnäuzigkeit an den Tag gelegt, trotzdem haben wir das insgesamt gut gemacht.“

Die Besonderheit einer Nationalmannschaft ist, dass Spieler, die sich sonst nur als Gegner kennen, weil sie für unterschiedliche Vereine spielen, an einem Strang ziehen. „Es ist tatsächlich interessant zu erfahren, was die anderen wirklich für Typen sind, die man zum Teil seit vielen Jahren aus der Liga kennt.“

Die DEB-Kameraden haben durchweg einen guten Eindruck bei ihm hinterlassen, ganz besonders darf sich Simon Sezemsky angesprochen fühlen. Der torgefährliche Verteidiger hält bekanntlich von der neuen Saison an seine Knochen für die Roosters hin. „Er ist schon sehr neugierig auf Iserlohn, er hatte dazu viele Fragen, bei einigen organisatorischen Dingen konnte ich ihm bereits helfen. Simon ist ein positiver, aufgeschlossener Typ. Wir können uns definitiv alle freuen, dass er zu uns kommt.“

Gefreut hat sich auch Jenike selbst, denn noch am Samstag erreichten ihn Anrufe von Christian Hommel und Torwarttrainer Cameron MacDonald. „Dadurch spürt man, dass es der ganzen Organisation viel bedeutet, wenn sie einen Nationalspieler stellt. Ich empfinde es so, dass ich auch Iserlohn und die Region repräsentiere.“

Auch in den letzten beiden Tests gehört Jenike zum Kader

Daran wird Andreas Jenike wahrscheinlich anknüpfen können. Der Aufenthalt bei seiner Familie im Anschluss an das Spiel von Samstag darf als Abstecher verstanden werden. Schon am Dienstag stößt er wieder zur Nationalmannschaft, denn die bestreitet am Freitag (17 Uhr) und am Samstag, 15.45 Uhr die letzten beiden WM-Vorbereitungsspiele, Gegner ist dann erneut in Nürnberg Belarus. Selbstverständlich ist das nicht, denn der Kader wurde im Vergleich zu den Tschechien-Spielen auch auf der Torhüterposition nochmals verändert. Anstelle des Düsseldorfers Mirko Pantkowski ist Felix Brückmann (Adler Mannheim) neu dabei. Als dritter Goalie gehört Niklas Treutle (Nürnberg) zur Mannschaft. Mit Spannung wird danach die Bekanntgabe des Kaders für die WM in Lettland (21. Mai bis 6. Juni in Riga) erwartet. „Sicherlich hat der Bundestrainer einen Plan im Kopf, aber ob ich dabei bin oder nicht, weiß ich wirklich noch nicht.“

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Menden

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben