Reitsport

Kathrin Müller kommt mit mehreren Pferden zum Balve Optimum

Das sieht bestens aus: Kathrin Müller und Felitia meistern das Hindernis souverän. Im Balve hofft das Paar ebenfalls auf glänzende Sprünge.

Das sieht bestens aus: Kathrin Müller und Felitia meistern das Hindernis souverän. Im Balve hofft das Paar ebenfalls auf glänzende Sprünge.

Foto: Privat

Wimbern/Balve.  Die Reiterin des RV Voßwinkel hat sich in Spanien auf die Deutsche Meisterschaft vorbereitet. Sie hofft zudem auf einen Nationenpreiseinsatz.

Der Turnierplatz im Orletal ist ihr bestens bekannt, denn seit einigen Jahren nimmt Kathrin Müller vom Reiterverein Voßwinkel regelmäßig bei den Deutschen Meisterschaften der Damen in Balve-Wocklum teil. In ihrem Stall in Wickede-Wimbern an der Stadtgrenze zu Menden ist es praktisch ein Katzensprung nach Balve.

Mit drei Pferden wird sie an den Start gehen. „Ich werde Conan und Felitia in den Meisterschaftsprüfungen an den Start bringen und mit dem elfjährigen Wallach For Kash die internationale Tour bestreiten“, erläutert sie ihre Pläne und weiter: „Große Hoffnungen setze ich auf Conan.“ Den hat Kathrin Müller erst seit Dezember 2018 im Stall. „Ich habe ihn ausprobiert und die Chemie stimmte von Anfang an“, schwärmt sie von dem elfjährigen Wallach.

Bereits in diesem Jahr können beide auf einige wichtige Platzierungen zurückblicken. Zusammen holten sie den sechsten Platz beim Großen Bardenia Preis in Mannheim. Da war sie besonders stolz auf ihn: „Wir hatten keinen Fehler im Stechen.“ Gewonnen hatte übrigens die amtierende Weltmeisterin Simone Blum auf ihrem Ausnahmepferd Alice. Auch sonst waren viele starke internationale Reiter in diesem Feld. Mit Conan konnte sich Kathrin Müller außerdem vor zwei Wochen in Nörten-Hardenberg, einem Klassiker im Springsport, mit einem dritten Rang in der Großen Tour in Szene setzen.

Arbeitstag beginnt um acht Uhr

Damit sie in dieser Saison wieder vorn mitreiten kann, hat sie sich im Frühjahr drei Wochen lang im spanischen Oliva vorbereitet. Dort wird ein großes Turnier unter optimalen Wetter- und Bodenbedingungen ausgetragen. „Ich war mit all meinen Pferden immer platziert“, freut sich die Ausnahmereiterin.

Ihr Arbeitstag beginnt morgens um acht Uhr im heimischen Stall auf Gut Beringhof. „Dann reite ich fünf bis sechs Pferde. Nach der Mittagspause wird nochmal mit zwei bis drei Pferden gearbeitet“, berichtet Kathrin Müller. Und dann ist Büroarbeit angesagt. Denn solch ein Profileben muss gut durchorganisiert sein. Turniere werden geplant, Trainingspläne aufgestellt. „Seit meinem Karrierebeginn hilft mir der ehemalige Springreiter Thomas Schepers als Berater und Trainer“, fügt sie hinzu.

Natürlich ist ihre Familie bis heute auch der große Rückhalt in diesem harten Geschäft. „Mein Vater hat einfach einen Blick für gute Pferde“, weiß Kathrin Müller. Er kümmert sich um die Nachwuchspferde und knüpft Kontakte. Im Übrigen ist das „Reitsportgen“ in der ganzen Familie vorhanden. Ihre Mutter hat früher Dressuren geritten. Ihr Bruder Philip bestreitet die Reiterei in seiner Freizeit. Aber auch er wird in Balve in den Amateurprüfungen an den Start gehen. Im letzten Jahr errang er den Titel „Deutscher Amateurspringreiter“.

In ihrem Stall befinden sich zurzeit 25 Pferde, davon stellt Kathrin Müller zehn auf Turnieren vor. „Wir kaufen die Pferde jung. Bilden sie aus und verkaufen sie dann“, erläutert sie. Neben der Reiterei züchtet die Familie mit drei Stuten. „In diesem Jahr haben wir aus meinem DM-Pferd von 2017 Cornetta ein Fohlen gezogen“, berichtet die Expertin. Ihr einstiges Erfolgspferd Marius, der mittlerweile 24 Jahre alt ist, „kümmert“ sich um die Herde und genießt sein Rentnerdasein. Mit ihm hat sie auch ihre ersten Nationenpreisritte absolviert.

Ihre bisher größten Erfolge waren ein Deutscher Vizetitel 2012 in Balve auf Shakespeare und im selben Jahr der Nationenpreis im polnischen Sopot. Ein weiterer toller Erfolg war ein zweiter Rang 2016 im Großen Preis in Bratislava auf Felitia. „Sie ist ein nicht ganz einfaches Pferd“, weiß Kathrin Müller und weiter: „Sie ist sehr sensibel und achtet auf jede feine Hilfe. Aber das ist das Gute bei mir. Ich kann mich relativ schnell auf andere Pferdetypen einstellen.“

Im Augenblick hat sie drei wirklich gute Pferde im Stall. „Das war eine Zeit lang nicht immer so. Toppferde fallen nun einmal nicht vom Baum“, sagt Kathrin Müller und fügt hinzu: „Wir wollen schließlich unsere Pferde selber ausbilden und dann erfolgreich auf Turnieren vorstellen“.

Und das Talent hat sie. Bereits mit zehn Jahren ging sie in der mittelschweren Klasse Springen. „Eigentlich hatte ich immer Spaß an der Dressur“, sagt Müller. Zwischen ihrem sechsten und siebten Lebensjahr bestritt sie Springen mit Ponys. Der Erfolg blieb aber aus: „Ich hatte immer Ponys, die mal stehen blieben oder am Hindernis vorbeiliefen“, erinnert sich die Reiterin. Und dann passierte es einmal auf der Edelburg: „Ich bin direkt vor den Zuschauern vom Pferd gefallen und habe auf dem Boden Mayday, Mayday gerufen.“ So hatte es einmal ein damaliger Bekannter zu ihr gesagt: „Wenn es nicht klappt, einfach das internationale Zeichen rufen.“

Im Fokus des Bundestrainers

Der Erfolg stellt sich dann später mit Cutty Sark ein. „Mein Vater ritt ihn in M-Springen und ging mit ihm dann in E-Springen“, führt Kathrin Müller aus. Und so begann die Karriere von Kathrin Müller. Später ging es zum Stützpunkttraining. Dann wurde auf Westfälischen- und Deutschen Meisterschaften im Nachwuchsbereich geritten.

Zwischendurch hat sich noch ihrem Bachelor an der Iserlohner BITS in „Sport und Event Management“ absolviert, bevor sie sich ganz auf die Reiterei konzentrierte.

In diesem Jahr möchte sie die Deutschen Meisterschaften optimal bestreiten und im August bei dem Turnier der Sieger in Münster starten. „Ich glaube, Bundestrainer Otto Becker hat mich im Augenblick wieder mehr im Fokus. Vielleicht klappt es dann auch noch mit einem Nationenpreiseinsatz“, wünscht sich Kathrin Müller. Aber: „Der Sport lässt einen nicht abheben.“ Recht hat sie. Jetzt heißt es, die Daumen drücken, damit die kleinen Wünsche in Erfüllung gehen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben