Fußball Bundesliga

Mendener Massimo Mariotti vom BVB zum VfB Stuttgart

Immer an der Seite der Stars und daher oftmals auch live vor Millionen im Fernsehen zu sehen: Massimo Mariotti (links), hier mit Michy Batshuayi, diente den BVB-Stars nicht nur als Übersetzer, er kümmerte sich auch um viele Alltagsprobleme. Mit Ousmane Dembélé ging’s auch zum Zahnarzt.

Immer an der Seite der Stars und daher oftmals auch live vor Millionen im Fernsehen zu sehen: Massimo Mariotti (links), hier mit Michy Batshuayi, diente den BVB-Stars nicht nur als Übersetzer, er kümmerte sich auch um viele Alltagsprobleme. Mit Ousmane Dembélé ging’s auch zum Zahnarzt.

Foto: Kirchner/David Inderlied Imago

Menden.   Massimo Mariotti, bei Borussia Dortmund früher Dolmetscher für Spieler wie Michy Batshuayi, wird Integrationsbeauftragter beim VfB Stuttgart.

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Wenn es sein enger Terminplan erlaubte, schaute Massimo Mariotti gern bei den Spielen der Oberliga-Handballerinnen der SG Menden Sauerland vorbei. Zumal bei den „Wölfinnen“ seine Tochter Alessia am Kreis spielt. Doch diese Begegnungen dürften in Zukunft seltener werden, denn den Mendener BVB-Betreuer zieht es jetzt beruflich nach Stuttgart.

Seit 2003 war Massimo Mariotti bei Borussia Dortmund der Mann für alle Fälle. Sei es als Trainer im Jugendbereich oder später als Dolmetscher und Betreuer bei den Profis. Da kümmerte er sich vor allem um die Belange der ausländischen Spieler wie Henrikh Mikhitaryan, Pierre-Emerick Aubameyang, Sokratis oder zuletzt Michy Batshuayi. Mariotti war aufgrund seiner Sprachkenntnisse (Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch) ein wichtiger Ansprechpartner für die BVB-Stars. Oft war er bei den Interviews dabei, übersetzte die Fragen der Journalisten. Legendär seine Mithilfe, als er beim Derby gegen Schalke Aubameyang die Spiderman-Maske zuwarf.

„Meistens im Hintergrund, aber immer mit dabei: Unser Dolmetscher und Betreuer Massimo Mariotti. Massimo verlässt den BVB auf eigenen Wunsch, wir haben dem entsprochen“, lautete vor kurzem die offizielle Mitteilung des BVB über den Abschied des gebürtigen Schweizers, der jetzt in ähnlicher Funktion für den Bundesligisten VfB Stuttgart arbeiten wird.

Doch auch in der Stunde des Abschieds bleibt sich Massimo Mariotti treu und bleibt bescheiden. „Ich muss mich nach so vielen Jahren einfach bei Borussia Dortmund bedanken. Egal ob als Jugendtrainer, als U23-Co-Trainer, als Scout oder bei den Profis. Ich habe unglaublich viel erlebt und bin da sehr dankbar. Es war eine absolut unvergleichliche Zeit.“

Welchen Eindruck Massimo Mariotti bei seinen ehemaligen Schützlingen hinterließ, machen die Zeilen deutlich, die zuletzt Michy Batshuayi in den sozialen Netzwerken schrieb. „Hinter dem ganzen Scheinwerferlicht und dem Erfolg meiner ersten Monate hier gibt es einen Mann, der im Schatten eine ganz wichtige Rolle spielt. Danke, Massimo Mariotti“, so der belgischen Nationalspieler.

Batshuayi bedankt sich persönlich

Eine Aussage, die den Wert von Massimo Mariotti im knallharten Profi-Geschäft dringend beschreibt. Der Belgier bedankte sich übrigens noch vor einigen Tagen von der WM in Russland aus bei dem Mendener.

Kein Wunder, dass auch andere Vereine nach solchen Mitarbeitern suchen. In Stuttgart wird sein Job als „Integrationsbeauftragter“ beschrieben. Da wird er nicht mehr so nah am Bundesliga-Team sein wie in Dortmund. „Ich muss nicht mehr mit der Mannschaft mit. Ich habe praktisch eine Fünf-Tage-Woche“, berichtet Mariotti. Sein Arbeitsplatz liegt im Stuttgarter Nachwuchsleistungszentrum, und die ersten Arbeitstage in Stuttgart hat er schon hinter sich: Mit einem Spieler musste ein Bankkonto eröffnet werden, bei einem anderen ging es darum, einen Mietvertrag abzuschließen. Die normalen Dinge des Lebens halt.

Der Wechsel nach Stuttgart sei ihm nicht leicht gefallen, sagt er. „Ich denke, das ist nach 15 Jahren bei Borussia auch nicht außergewöhnlich. Aber es ist nun mal im Leben so, dass es Veränderungen gibt“, ist der Arbeitsplatzwechsel wohl bald abgehakt. „Stuttgart hat sich sehr um mich bemüht“, erzählt Mariotti. Ein weiterer Beleg dafür, dass auch im heutigen Profifußball noch Platz ist für sympathische Menschen wie ihn.

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