Rehasport

Rehasport in Menden läuft weiter – aber mit Mundschutz

Physiotherapeut Dennis Thiele zeigt, wie’s geht: Mit Mundschutz und Handschuhen therapiert er seine Patienten. Maßnahmen, auf die das Physio Zentrum Menden in der Coronakrise großen Wert legt.

Physiotherapeut Dennis Thiele zeigt, wie’s geht: Mit Mundschutz und Handschuhen therapiert er seine Patienten. Maßnahmen, auf die das Physio Zentrum Menden in der Coronakrise großen Wert legt.

Foto: Privat

Menden.  Das Physio Zentrum Menden behandelt Patienten weiterhin. Für Risikogruppen gibt’s Spezialangebote. Hygienemaßnahmen sind das A und O.

Die Zeiten sind nicht einfach: Ein Virus regiert die Welt, in Deutschland herrscht eine Kontaktsperre, der gesamte Vereinssportbetrieb ist erstmal eingestellt. Nein – verboten.

Handballer und Tänzer trainieren zuhause – Onlinekurse und Workouttipps helfen. Eine schwierige Situation für jeden, aber alles kein Riesenproblem für diejenigen, die Sport als ihr Hobby betrachten.

Wie läuft’s im PZM?

Doch wie sieht es eigentlich mit denjenigen aus, die Sport machen müssen? Also den Reha-Sportlern? Die den Sport medizinisch verordnet bekommen haben? Dürfen Physio-Patienten jetzt auch kein Sportstudio mehr betreten? Und was ist mit Risikogruppen?

Annabell Eckstein, Geschäftsführerin des Physio Zentrum Mendens, erklärt, wie der Betrieb bei ihr und ihrem Team trotz der Coronakrise – so gut es geht – weiterläuft.

Eigenverantwortung beeindruckt

„Alles medizinisch verordnete läuft bei uns weiter“, erklärt Eckstein. Damit meint sie den rehabilitativen Betrieb, den Betrieb nach Rezept. Wichtig sei ihr, dass zwischen den zwei Unternehmen unterschieden wird. „Der Sportbereich ist komplett auf Eis gelegt, die Physio läuft weiter“, schildert sie.

Eine andere Möglichkeit gibt es auch kaum: „Die Leute brauchen nach Operationen schließlich ihre Reha.“ Auch in der momentanen Situation könne ja nicht komplett auf OPs verzichtet werden – und damit auch nicht auf die Physiotherapie und Rehabilitation danach. „Es kann ja immer was passieren.“

Annabell Eckstein betont, gerade in dieser Zeit stolz auf ihre Patienten zu sein. „Die Eigenverantwortung der Leute ist wirklich gut. Alles nicht Notwendige bleibt zuhause – und die, die es brauchen, kommen auch!“

Abstand und Handschuhe

Und für genau die hat sich das PZM daher einen Notfallplan ausgedacht. Was genau bedeutet das? „Es ist immer nur ein Patient im Studio, maximal zwei – dann mit einem Riesenabstand“, erklärt Eckstein. Und außerdem würde ungemein auf die Hygienevorschriften geachtet.

So trägt jeder Physiotherapeut Handschuhe. Und auch um Atemschutzmasken bemühen sich die Physiotherapeuten – nur sind die zur Zeit ja bekanntlich schnell vergriffen.

„Wir versuchen auch immer Masken zu tragen – wenn wir halt gerade welche haben. Und an die ganzen Hygienevorschriften halten wir uns natürlich so oder so!“

Wortlose Behandlung

Vor der Behandlung gebe es ein Gespräch zwischen Therapeut und Patient – aber eben mit viel Sicherheitsabstand. „Wir achten darauf, dass es unkritisch bleibt“, erklärt Eckstein. „Während der Behandlung wird gar nicht gesprochen.“

Und auch an der Rezeption des PZMs gibt es Abstandsregelungen. „Es ist eine interessante Erfahrung. Wir kennen sowas ja nicht.“

Für Infos zu Eins-zu-eins-Betreuung dürfen Patienten einfach im PZM anrufen – dort gibt es Auskunft über die Notwendigkeit der Behandlung vor Ort und mögliche Alternativen.

Lob ans Team

Und auch ihr Team vergisst Annabell Eckstein nicht. „Natürlich ist es momentan viel, das wir auffangen müssen. Aber ich mache mir keine Sorge um die Arbeit“, erklärt sie. Sie sei wirklich stolz auf ihr Team von Therapeuten, das trotz der angespannten Situation für seine Patienten da sein will.

„Bisher gab’s niemanden, der wirklich meinte, er wolle nicht mehr zur Arbeit kommen“, freut sie sich. Momentan sei es Eckstein und ihrem Team einfach wichtig, auch jetzt nach den Operationen für Patienten da zu sein. Und das schaffen sie – momentan sogar mit einer stolzen Anzahl von 14 Mitarbeitern.

Freude auf die Zeit danach

„Das ist eine ernstzunehmende Geschichte – und es war eine wichtige Maßnahme, alles so runterzufahren“, findet Eckstein. Ob sie sich um abspringende Patienten oder Mitglieder sorgt? „Ehrlich gesagt nicht.“ Denn auch in dieser Zeit versuche das Physio Zentrum ja so viel wie möglich, um für seine Kunden da zu sein.

Am liebsten wären Eckstein verkleinerte Gruppen. „Mein Wunsch wäre es, dass zumindest freigegeben wird, dass in Sechsergruppen oder so weiterhin Sport gemacht werden kann“, erklärt die Geschäftsführerin. Schließlich könne ja auch dabei auf den nötigen Sicherheitsabstand geachtet werden.

„Ich glaube auch, wenn das Thema durch ist, freuen sich die Leute, wiederkommen zu dürfen“, erklärt sie. Schließlich habe das PZM dann ja auch einiges vor, unterstreicht sie – und verbreitet Spannung auf kommende Projekte. „Die Zeit danach wird toll. Es gibt ja auch so viele, die sich dann danach sehnen, wieder an die Geräte zu kommen.“

Und bis dahin gibt es: Onlinekurse.

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