Handball

Reiners glaubt an Klassenerhalt der SG Menden Sauerland

Trainer Micky Reiners kann den Anwurf zur neuen Saison kaum erwarten.

Trainer Micky Reiners kann den Anwurf zur neuen Saison kaum erwarten.

Foto: Dietmar Reker

Menden.  Mit einem Heimspiel gegen HandbALL Lippe II starten die Wölfe in die neue Saison der Dritten Liga. Es wird keine leichte Spielzeit werden.

Die Handballsaison der Drittliga-Herren der SG Menden Sauerland startet Freitag, Grund genug mit „Wölfe“-Trainer Micky Reiners über Vorsätze, Vorfreude und Auswärtsschwäche zu sprechen.


Viele Menschen pflegen den Brauch, sich für das neue Jahr Vorsätze zu nehmen. Hat der Trainer solche für die neue Saison?
Ich mache so etwas zu Silvester schon nicht, weil die meisten Vorsätze im Januar wieder vergessen sind. Ich habe mit der Mannschaft Ziele. Auf diesen Begriff kann ich mich einlassen. Und unser Ziel ist natürlich der Klassenerhalt. Dieses Ziel ist das wichtigste und dafür werden wir eine ganze Menge investieren müssen. Es wird diese Saison um einiges schwieriger als in der vergangenen.


Zum Anfang noch ein Blick zurück auf das vergangene Spieljahr. Was war für Micky Reiners der wichtigste Moment der Saison?
Da muss ich sagen, dass es nicht diesen einen, den wichtigsten Moment gab, sondern eine ganze Reihe von wichtigen Momenten. Die haben in der Summe dann dazu geführt, dass wir bereits am 23. Spieltag die Zugehörigkeit zur 3. Liga sichern konnten. Extrem wichtig war der gute Saisonstart, der uns Selbstvertrauen gegeben hat. Wichtig war auch, wie wir mit der Negativserie im November und Dezember 2018 umgegangen sind, dass wir ruhig geblieben sind. Und dann haben wir im Januar/Februar die richtige Reaktion darauf gezeigt und die direkten Duelle gegen Mit-Kandidaten um den Klassenerhalt erfolgreich bestreiten konnten. Alles wichtige Abschnitte in der vergangenen Saison.


Und was soll sich nicht wiederholen?

In der Vorbereitung reißt bei Matze Kohl die Achillessehne, am vierten Spieltag ist Felix Thier mit einem Kreuzbandriss für den Rest der Saison ausgefallen und früh in der Rückrunde Josh Krechel mit einem Mittelfußbruch. Jonas Schulte und Moritz Eigenbrodt fehlten einige Wochen mit Mittelhandbrüchen. Ich kann also gut auf schwerwiegende Verletzungen verzichten, auch wenn ich weiß, das Verletzungen in diesem Sport leider dazugehören.


Gibt es eigentlich das perfekte Handballspiel für einen Handballtrainer?

Nein, ein perfektes Spiel gibt es im Handball - so wie in fast allen Ballsportarten - für mich nicht. Dafür ist unser Sport zu fehleranfällig. Man hat es immer noch mit einer gegnerischen Mannschaft zu tun, so dass es nicht ausreicht selbst alles richtig zu machen. In unserem Sport gilt es die eigenen Fehler zu minimieren und die Fehler des Gegners mehrheitlich auszunutzen. Dann hat man eine sehr gute Chance auf einen Sieg.


Die Saison 2019/2020 beginnt mit einem Heimspiel. Die Liga hat nicht nur durch die drei Zweitliga-Absteiger an Qualität und Stärke gewonnen. Ist es nicht ein wenig ärgerlich, dass die SG erneut krasser Außenseiter ist?
Die 3. Liga Staffel Nord-West ist in dieser Saison eine sehr, sehr starke Staffel, deutlich stärker als in der vergangenen Saison. Wir gehen nun in unsere dritte Saison in der 3. Liga. Der Verein und das Umfeld wächst von Jahr zu Jahr und das ist gut so! Wenn man sich die Etats von Hagen, Wilhelmshaven, Schalksmühle und anderen Teams in dieser Staffel anguckt, dann liegen wir sehr, sehr deutlich dahinter. Dennoch werden wir versuchen, in jedem Spiel ein sehr unangenehmer Gegner zu sein. Dann werden wir auch Spiele gewinnen. Unser Ziel ist es, mindestens drei Mannschaften hinter uns zu lassen. Natürlich sind wir krasser Außenseiter, aber ich sehe diese als Herausforderung. Und sie ärgert mich überhaupt nicht.


Was darf eigentlich überhaupt nicht passieren in einen Spiel?
Das sich die Mannschaft untereinander anmault und meckert, egal wie es gerade steht. Aber da habe ich bei unserer Truppe überhaupt keine Bedenken. Der Zusammenhalt ist riesig. Und diese mannschaftliche Geschlossenheit, verbunden mit dem Willen immer alles zu geben und somit auch die Zuschauer mitzunehmen, muss unser Faustpfand bleiben.


Der Blick auf das eigene Team. Wie lässt sich die SG am besten beschreiben?
Jung, wild, entschlossen, ehrgeizig - wir sind Wölfe!


Personell hat es ja im „Wolfsrudel“ einige Veränderungen geben. Zuletzt ja noch den eigentlich nicht geplanten Abgang von Milan Weißbach nach Niedersachsen. Wie geht man damit um?
In dem man das nicht groß thematisiert. Milan hatte diese berufliche Möglichkeit und musste sie nutzen. Es hilft aber nicht zu jammern, sondern den Jungs die da sind das volle Vertrauen auszusprechen. Das sind richtig gute Jungs, die wir haben. Die Fußballer vom BSV jammern auch nicht, dass sie nicht Neymar in ihrem Kader haben und wir nicht, dass wir keinen Rasmus Lauge haben. Ich bin richtig froh über den vorhandenen Kader und glaube fest an die Jungs.


Wie bewerten Sie die neuen Spieler?
Durchweg positiv und ein Gewinn für unser Wolfsrudel. Lukas Rosenbaum ist auf nahezu jeder Position einsetzbar. Nur im Tor haben wir es noch nicht versucht. Christian Klein ist ein torgefährlicher Mittelmann mit großem Spielverständnis und Max Klein hat noch gar nicht wirklich begriffen, wie gut er sein kann. In Ansätzen lässt er es mal erahnen, nun arbeiten wir an der Konstanz. Nils Flor hat ja in der letzten Saison mit ein paar Einsätzen in der Ersten bereits angedeutet, welches Potenzial in ihm steckt. Die Neuen sind in der Lage uns viel Freude zu machen.


In der vergangenen Saison konnte Ihre Mannschaft vor allem daheim viele Punkte für den Klassenerhalt sammeln. Auswärts war noch Luft nach oben. Wie wird es diesmal sein?
Fakt ist, dass wir zuhause im Wolfsbau die Grundlagen für den Klassenerhalt legen müssen. Mit unseren fantastischen Zuschauern im Rücken und einer ganzen Menge Emotionen und Willen. Aber ganz ohne Auswärtspunkte dürfte der Klassenerhalt dennoch schwierig werden. Wir müssen somit häufiger unser Heimgesicht in den Auswärtsspielen präsentieren. Das wird in dieser schweren Staffel eine große Herausforderung. Der stellen wir uns und hoffen, dass am Ende der Saison der Klassenerhalt dabei herauskommt.


Worauf freut sich Micky Reiners besonders?
Ich freue mich auf jede Trainingseinheit, jedes Spiel mit dieser Mannschaft und unseren tollen Zuschauern. Es sind so viele tolle Menschen in der Mannschaft und im Umfeld - hier speziell Birgit, Gerd, der Füsoo, aber auch die Trommler-Truppe und viele, viele mehr. Die letzte Saison hat mir persönlich viel Spaß gemacht. Ich hoffe, dass wir es gemeinsam auch in dieser Saison hinbekommen.

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