Fair Play

Schiedsrichter hat im Fall Dennis Lange richtig gehandelt

Alltägliche Situation: Ein Schiedsrichter, hier Zweitligaschiedsrichter Robert Kampka entscheidet auf Elfmeter.

Alltägliche Situation: Ein Schiedsrichter, hier Zweitligaschiedsrichter Robert Kampka entscheidet auf Elfmeter.

Foto: Andreas Gora

Menden/ Oesbern.   Nach dem absichtlich verschossenen Elfmeter von Dennis Lange stellt sich die Frage, ob Schiedsrichter ihre Entscheidung revidieren sollten.

Der Fall des Oesberner Fußballer Dennis Lange hat in den vergangenen Wochen hohe Wellen geschlagen. Nun hat der Fußballverband sein Engagement belohnt. Doch eine Frage ist noch offen: Warum hat der Schiedsrichter nicht auf den Einwand des SVÖ-Spielers reagiert?

Rückblende: Vor zwei Wochen traf die zweite Mannschaft des SV Oesbern in der Kreisliga B auf die Reserve der SG Hemer. Nach wenigen Minuten zeigt der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt. Zuvor war Dennis Lange im Strafraum zu Fall gebracht worden. Lange ging nach der Aktion zum Schiedsrichter und wies ihn darauf hin, dass er nicht gefoult wurde und es kein Elfmeter gewesen sei. Der Unparteiische ignorierte den Einwand und ließ den Strafstoß ausführen. Lange ergriff die Initiative und verschoss den Elfmeter absichtlich.

Dieses Verhalten hat ihm nun eine Nominierung für den FLVW-Fair-Play-Preis eingebracht. Im Internet können die User noch bis Ende des Monats für Lange abstimmen, um das vorbildliche Verhalten zu goutieren.

Schiedsrichter entscheidet nach Wahrnehmung

Doch neben der Fair-Play-Geste stellt sich dem Betrachter des Szenarios eine weitere Frage: Warum hat der Schiedsrichter den Elfmeter nicht zurückgenommen, nachdem Lange ihn auf die Fehlentscheidung aufmerksam machte? Diese Frage kann Dirk Schmale genau beantworten. Der Lehrwart des Kreisschiedsrichterausschusses im Fußballkreis Iserlohn weiß von dem Vorfall, der im Amateurfußball eine Ausnahme darstellt.

„Grundsätzlich hat der Schiedsrichter während der Unterbrechung die Möglichkeit, seine Entscheidung zu revidieren“; erklärt Schmale.

Dass in diesem Fall keine Änderung erfolgte, ist für den Lehrwart nicht ungewöhnlich. „In der Regel fünf heißt es, dass der Schiedsrichter nach seiner eigenen Wahrnehmung urteilen soll. Darauf machen wir unsere Schiedsrichter auch immer wieder aufmerksam. Da spielt es auch erst einmal keine Rolle, wenn der Spieler zum Schiedsrichter kommt und sagt, dass es kein Foulspiel gewesen sei. Ist der Schiedsrichter der Meinung, dass es ein Foulspiel war, kann er den Elfmeter pfeifen“, betont Schmale.

Gleichwohl weiß der Lehrwart auch, dass in einem solch speziellen Fall besonders gehandelt werden sollte. „Wir sagen immer, dass Schiedsrichter die Hilfe annehmen sollen, wenn ein Spieler in einem solchen Fall zugibt, dass es kein Foulspiel war“, sagt der Iserlohner.

Fair-Play-Meldung richtig

Was der Schiedsrichter richtig gemacht hat ist, dass er eine Fair-Play-Meldung erstellt hat. Der Fall wurde auch bei der letzten Monatsschulung der heimischen Schiedsrichter thematisiert. „Wir haben noch einmal betont, dass es kein Einbruch ist, wenn man in einem solchen Fall seine Entscheidung zurücknimmt. In der nächsten Schulung werden wir das Thema noch einmal ansprechen“, verspricht Schmale.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben