Bezirksliga 4

SF Hüingsen gegen SuS Langscheid/Enkhausen eskaliert völlig

Giancarlo Fiore (SF Hüingsen) feiert nach dem 5:4.

Giancarlo Fiore (SF Hüingsen) feiert nach dem 5:4.

Foto: Dietmar Reker

Hüingsen.  Was für ein Spiel! Was in der Partie zwischen den Sportfreunden Hüingsen und SuS Langscheid/Enkhausen passiert, wird lange Gesprächsstoff sein.

Das waren 93 Minuten für die Geschichtsbücher der Sportfreunde Hüingsen: Nach vier Gegentoren innerhalb von 41 Minuten durch den SuS Langscheid/Enkhausen in der ersten Halbzeit, folgten sieben Tore für die Hüingser innerhalb von 41 Minuten in der zweiten Hälfte. Endstand 7:4.

Völlige Eskalation. Anders lassen sich die Szenen nicht beschreiben, die sich nach der 75. Minute beim Spiel in der Fußball-Bezirksliga abspielten. Zuschauer stürmten jubelnd aufs Feld und fielen den Torschützen um den Hals. Solche Spiele sind einmalig in dem Leben eines Fußballers und über solche Spiele werden die Aktiven und Passiven, die im Ohl dabei waren, ihren Enkeln noch erzählen. Dass es zu solchen Szenen kommen würde, daran war in der Halbzeit nicht zu denken.

Da haben selbst die kühnsten Optimisten unter den Sportfreunde-Fans nicht mehr damit gerechnet, dass ihre Mannschaft auch nur in die Nähe eines Punktgewinns kommen würde. Zu effektiv spielte der Gast aus Langscheid, der das Spiel zwar nicht dominierte, aber seine Chancen mit der Präzision eines Herz- Chirugen versenkte. Aber der Reihe nach:

Giancarlo Fiore musste seine Mannschaft umstellen. Für Abwehrchef Tobias Maier rückte der junge Nicolas Westermann ins Abwehrzentrum, der einen bitteren Arbeitstag erleben sollte.

Vier Fehler eiskalt genutzt

Die Anfangsphase gehörte den Hausherren, die in den ersten zehn Minuten durch Giancarlo Fiore und zweimal Tarik Güclü zwei Chancen besaßen, um in Führung zu gehen. Doch dann nahm das Unglück der ersten Halbzeit seinen Lauf. Die Sportfreunde-Abwehr war in der 15. Minute weit aufgerückt als Mike Davids den Ball durch die Schnittstelle steckte und Lukas Kessler alleine aufs Hüingser Tor zulief, Torhüter Dierks ausspielte und zum 0:1 einschob.

Die Gäste vom Sorpesee legten nach, während die Hüingser noch haderten. Nun schlug die Stunde von Robyn Schoppe, der noch vor der Pause mit einen Hattrick die Partie vermeintlich vorentschied. Bei allen Gegentreffern wirkte die Abwehr der Hüingser stark überfordert.

Ärgerlich, denn eigentlich waren die Hausherren nicht so schlecht im Spiel. Etwas, was auch Giancarlo Fiore erkannte. „Ich habe den Jungs in der Halbzeit gesagt, dass wir gegen so eine Mannschaft nicht verlieren werden. Wir waren nicht schlecht, mussten aber die Tore machen“, erklärt Fiore und sollte Recht behalten.

Die Gäste schienen bereits im sicheren Gefühl des Sieges gewesen zu sein, anders lässt sich der Auftritt in der zweiten Halbzeit nicht erklären. Von den Gästen kam erstmal nichts mehr. Gar nichts. So kam es, dass neun Minuten nach dem Seitenwechsel die Aufholjagd begann.

Ein Freistoß von Marco Fiore wird im Strafraum unglücklich von Langscheids Jonas Werthschulte ins eigene Tor verlängert.

In vier Minuten aus 2:4 ein 5:4 gemacht

Acht Minuten später knallte Sascha Barnefske aus 16 Metern den Ball zum 2:4 ins Eck. Langscheid, die bereits in der Vorwoche einen 3:0-Vorsprung gegen den TuS Neuenrade verspielten, wurde nun zunehmend nervös, während die Hausherren wieder an einen Punktgewinn glaubten. Und dann ging alles ganz schnell.

73. Minute: Nach einem Eckball von Marco Fiore beförderte Tarik Güclü den Ball mit dem Rücken ins Tor. 3:4.

75. Minute: Sven Barnefske kam nach einer weiteren Ecke zum Abschluss. 4:4.

77. Minute: Sascha Barnefske versuchte den Ball im Strafraum aufs Tor zu bringen. Abgeblockt. Der Ball landete vor den Füßen von „Django“ Fiore, der zum 5:4 abstaubte. Es folgten die beschriebenen Jubelszenen.

SuS wacht zu spät auf

Erst jetzt beschlossen die Gäste wieder am Spiel teilzunehmen. Manuel Sander und Lukas Kessler hatten zweimal den Ausgleich auf dem Fuß, aber es sollte nichts mehr gelingen.

Stattdessen setzten die Hüingser noch zwei Nadelstiche. Drei Minuten vor dem offiziellen Ende setzte sich Tarik Güclü auf der rechten Seite durch, sah in der Mitte Sascha Barnefske stehen, der mit dem 6:4 alles klar machte. Den Schlusspunkt setzte Brian Ruck in der dritten Minute der Nachspielzeit mit einem Treffer nachdem er allein auf den Langscheider Torhüter zuging.

„Ich habe den Jungs in der Halbzeit gesagt, dass hier noch ein Punkt drin ist und wir das Ding auch noch gewinnen können, wenn wir so weiterspielen. In der zweiten Halbzeit folgte ein Spiel auf ein Tor, da haben wir uns durch Kampf und gutes Passspiel zurück ins Spiel gerobbt. So ein Spiel erlebst du natürlich nicht alle Tage“, resümierte ein ausgelassener Giancarlo Fiore.

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