Fußball

SG Holzen/Eisborn: FLVW verhandelt den Rassismus-Vorfall

Bei dem Meisterschaftsspiel in Eisborn (hier eine Szene aus dem Testspiel der SG gegen Langscheid/Enkhausen) sind Spieler des FC Neheim-Erlenbruch rassistisch beleidigt worden.

Bei dem Meisterschaftsspiel in Eisborn (hier eine Szene aus dem Testspiel der SG gegen Langscheid/Enkhausen) sind Spieler des FC Neheim-Erlenbruch rassistisch beleidigt worden.

Foto: Dietmar Reker

Balve.  Der Rassismus-Vorfall beim Spiel zwischen der SG Holzen/Eisborn und dem FC Neheim-Erlenbruch ist kein Einzelfall. Das sagt der Sportrichter.

Der Rassismus-Vorfall im Fußballkreis Arnsberg beim A-Liga-Spiel zwischen der SG Holzen/Eisborn und dem FC Neheim-Erlenbruch (2:5) ist kein Einzelfall. „Die Verfahren mit Beleidigungen gegenüber Spielern mit Migrationshintergrund nehmen zu“, sagt Sportrichter Georg Hein vom Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen.

Bei dem Meisterschaftsspiel in Eisborn sind Spieler des FC Neheim-Erlenbruch nach dem Schlusspfiff beim Gang in die Kabine von Zuschauern der Heimmannschaften jeweils rassistisch beleidigt worden. Der Unparteiische der Begegnung hat den Vorfall in den Spielbericht vermerkt und der Arnsberger Kreisvorstand hat die Unterlagen sofort an den Verband nach Kaiserau weitergeleitet.

Vereinen drohen je nach Verstoß Strafen von mindestens 500 oder 1000 Euro

Welche Strafe kommt nun auf die SG Holzen/Eisborn zu? Paragraf 12 der Rechts- und Verfahrensordnung des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen sieht für Verstöße gegen die Diskriminierungstatbestände Strafen gegen Vereine von mindestens 500 Euro im Fall eines unsportlichen Verhaltens und von mindestens 1000 Euro für den Fall vor, dass eine Diskriminierung wegen der ethnischen Herkunft oder Rasse angenommen wird.

„Bislang liegen mir keine Spielberichte vor“, teilte Sportrichter Georg Hein mit, der als Strafrichter am Amtsgericht Lippstadt tätig ist. „Bei der Beurteilung des Sachverhaltes und der Strafe spielt es auch eine Rolle, inwieweit der Verein bereit ist, die Namen der Personen zu nennen, die diese Äußerungen getätigt haben.“

Die SG Holzen/Eisborn hat die Täter direkt nach Spielende ermittelt, zur Rede gestellt und ein befristetes Stadionverbot bis zur Rückrunde ausgesprochen. Außerdem will die SG Holzen/Eisborn bei Spielen auf dem Sportplatz in Eisborn bis auf Weiteres keinen Alkohol mehr ausschenken.

Stellungnahme der Vereine wird angefordert

„Wir werden den Fall verhandeln und nicht das Arnsberger Kreissportgericht. Das steht seit Donnerstagabend fest“, sagte Sportrichter Georg Hein am Freitag im Gespräch mit der Sportredaktion und weiter: „Gerade bei einem Verdacht eines diskriminierenden Verhaltens durch Herabwürdigung einer Person aufgrund ihrer ethnischen Herkunft oder Hautfarbe ist das Verbandssportgericht zuständig.“

Wenn die Spielberichte dem Verband vorliegen, werden nach Auskunft von Georg Hein die betroffenen Vereine um Stellungnahmen gebeten. „Danach wird entschieden, ob es zur mündlichen Verhandlung kommt oder es ein Einzelrichterverfahren gibt“, erklärt Hein den weiteren Verlauf und weiter: „Sollten unter den Zuschauern allerdings auch Spieler gewesen sein, die im Verband aktiv sind, wird es nicht nur eine Strafe für den Verein, sondern auch die Spieler geben. Uns müssen natürlich die Namen vorliegen.“

Bei der A-Liga-Partie in Eisborn sollen Spieler der zweiten Mannschaft der SG Holzen/Eisborn beteiligt gewesen sein.

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